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08.08.2012

20:03 Uhr

Neuvermietung

Mieterbund fordert gesetzliche Obergrenze

Der Deutsche Mieterbund fordert eine Obergrenze bei der Neuvermietung von Wohnungen. Bei attraktiven Lagen zahlen Mieter momentan bis zu 30 Prozent drauf. Der Eigentümerverband Haus & Grund lehnt eine solche Grenze ab.

Wohnen in Deutschland wird insgesamt immer teurer. dpa

Wohnen in Deutschland wird insgesamt immer teurer.

DortmundAngesichts drastischer Mietsprünge fordert der Deutsche Mieterbund eine Obergrenze bei der Neuvermietung von Wohnungen. „In attraktiven Citylagen schlagen Eigentümer bei einem Mieterwechsel bis zu 30 Prozent auf die Mieten drauf“, sagte Mieterbund-Direktor Lukas Siebenkotten den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“ (Mittwochsausgabe). Um dies zu verhindern, sei ein gesetzlicher Deckel notwendig.

In bestehenden Mietverhältnissen dürfe nicht mehr als die ortsübliche Vergleichsmiete verlangt werden, führte Siebenkotten aus. Für Neuverträge fehle hingegen eine Regelung. „Wir schlagen eine Kopplung an die ortsübliche Vergleichsmiete vor“, sagte der Direktor des Deutschen Mieterbundes. Der Mietpreis nach Neuvermietung sollte nicht mehr als zehn Prozent darüber liegen dürfen.

Insgesamt wird Wohnen in Deutschland den Angaben zufolge immer teurer. Das Problem seien dabei weniger die Mieten als die Nebenkosten, sagte Siebenkotten. „Die Strompreise und die Heizkosten sind in den letzten Jahren überproportional stark gestiegen.“

Der Eigentümerverband Haus & Grund lehnt eine Grenze für Mietsteigerung im Zuge von Neuvermietungen ab. Die vom Mieterbund geforderte neue gesetzliche Obergrenze sei vollkommen überflüssig, sagte Haus & Grund-Präsident Rolf Kornemann am Mittwoch in Berlin.

Von 2009 abgesehen hätten die Mietsteigerungen in den vergangenen zehn Jahren unter der Inflationsrate gelegen. Ursache für hohe Mietkosten sei nicht die Mieterhöhungen durch Vermieter, sondern stetig steigenden Steuern und Gebühren und hohe Energiekosten.

Steigende Kaltmieten gingen meist mit Wohnwertverbesserungen einher, sagte Kornemann zudem. Mieterhöhungen seien für eine gute Wohnraumversorgung unerlässlich. Der Trend zu einer immer älter werdenden Mieterschaft und die Energiewende erforderten enorme Investitionen durch die Vermieter.

Dieses Geld müsse durch Mieteinnahmen erwirtschaftet werden können. „In laufenden Mietverhältnissen sind die Mieterhöhungsmöglichkeiten ohnehin bereits stark beschränkt“, sagte er.

Kommentare (8)

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08.08.2012, 11:53 Uhr

Mietwohnungen werden nur gebaut wenn es dafür eine angemessene Verzinsung gibt. Deshalb muss die Miete immer wieder mal angehoben werden das betrifft bei uns gute langjährige Mieter weniger. In die Mieterhöhungen, die dann bei einem Mieterwechsel kumuliert erfolgen (so es die Marktlage zulässt) gehen aber auch z.B. Mietausfälle ein. Die hierzu vom Mieterbund veröffentlichten Zahlen sind unrealistisch. Und wenn man mal einen echten Mietnomaden drin hatte (Kosten für Mietausfall, Rechtsstreit und Räumung)im fünfstelligen Bereich) überlegt man sich weshalb man sich das noch antut.

Und die Preissteigerungen bei Strom und Heizung liegen vor allem bei einer fehlgeleiteten Energiepolitik. Aber auch stark in der Hand des jeweiligen Mieters, Schwankungen von 30% bei einem Mieterwechsel sind nicht ungewöhnlich. Wenn dann die Abschlagszahlungen nicht ausreichen und die Abrechnung eine dicke Nachzahlung ergibt ist das Geschrei natürlich groß.

Rene

08.08.2012, 13:13 Uhr

Dieses Regulierungsgeschwätz. Wenn alles reguliert ist, herrschen Zustände wie in der DDR. Wenn ich mir Stadtviertel anschaue, wo nur gesetzlich regulierte Wohungsmieten herrschen, dann glaube ich, will ich das erstens nicht in unseren (noch) attraktiven Stadtteilviertel und zweitens- ganz entscheidend - möchte Herr Lukas Siebenkotten dort wohl dann auch nicht wohnen.

w1973

08.08.2012, 13:25 Uhr

Richtig. Alle Mietausfälle durch Mietnomaden sollten dem Mieterbund in Rechnung gestellt werden. Dann würden sich solche absurden Forderungen von selbst erledigen.

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