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18.01.2017

17:33 Uhr

Niedrigzinsen

Auf der Suche nach den Renditetrüffeln

VonMatthias Streit

Offene Immobilienfonds erleben ein Comeback. Die Nachfrage steigt, obwohl die Rendite sinkt. Das stellt die Branche vor ungeahnte Probleme – Fondsverwalter wissen teils nicht, wohin mit dem Kapital.

Die Nachfrage nach offenen Immobilienfonds ist riesig. dpa

Altbau in Berlin

Die Nachfrage nach offenen Immobilienfonds ist riesig.

FrankfurtDer Ort des Geschehens sagt schon viel über das Ereignis aus: Das Steigenberger Airport Hotel in Frankfurt. Eine noble Adresse, wo nicht nur die Gäste, sondern schon die Servicekräfte Anzug und Krawatte tragen. Geschäftsreisende, die kurzfristig Deals schließen müssen, sitzen in Windeseile im Flieger. In Zeiten boomender Preise und umkämpfter Märkte gerade der richtige Treffpunkt für die Jahrestagung Immobilienfonds, zu der der Bundesverband der Immobilien-Investment-Sachverständigen (BIIS) geladen hat.

Die Bestandsaufnahme ist schnell gemacht: Der Markt wird auch im neunten Jahr nach der Finanzkrise weiter boomen. Die Nachfrage steigt. Offene Immobilienfonds sind übervoll mit Investorengeldern. Zugleich nimmt die Knappheit an attraktiven Immobilien zu. So unterschiedlich die Gesprächsthemen auch sein mögen, schwebt über allem doch die eine große Frage: Wo finde ich – wie es Andreas Muschter, Vorstandsvorsitzender von der Commerz Real beschreibt – noch „Renditetrüffel“? Die augenscheinliche Lösung ist spezieller, internationaler – aber auch riskanter.

Denn offene Immobilienfonds stehen vor einem Investitionsproblem: Am Markt konkurrieren sie wegen der dauerhaft niedrigen Zinsen mit Versicherungen, Versorgungskassen und institutionellen Investoren. Das treibt die Preise – und lässt die Renditen fallen.

Zuletzt lag die Rendite offener Immobilienfonds in Deutschland im Schnitt bei ungefähr zwei Prozent. Vor einigen Jahren waren es noch drei oder vier Prozent. In Zeiten der Niedrigzinsen bleibt Anlegern immerhin ein Trost: Im Vergleich zu zehnjährigen Bundesanleihen sind das immer noch 1,7 Prozent mehr.

So mancher in der Branche nimmt es pragmatisch: „Wir sind weit im Zyklus, ob uns das gefällt oder nicht. Wir haben Portfolien, die weltweit oder europäisch aufgestellt sind und investieren weiter. Wir können nicht nicht investieren“, sagt Daniel Tochtermann, der bei Credit Suisse die Käufe und Verkäufe von Immobilien leitet.

Dennoch haben die Deutschen die Immobilienfonds wieder für sich entdeckt. Allein 2016 haben sie bis Ende Oktober 4,2 Milliarden Euro investiert. Im ganzen Jahr 2015 waren es zuletzt 3,3 Milliarden Euro.

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