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29.11.2016

14:48 Uhr

Niedrigzinsen

Bei Bausparkassen ist der Kunde nicht mehr König

VonJakob Blume

Die Niedrigzinspolitik der EZB trifft Bausparkassen hart. Viele Geldinstitute bangen um ihr Geschäftsmodell und sehen nur einen Ausweg: Sparen auf Kosten der Kunden – mit teils rabiaten Mitteln.

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Bauspar-Urteil des BGH: Bausparer aufgepasst – platzt nun der Traum vom Eigenheim?

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Es ist ein weiteres Indiz dafür, wie schwer sich Bausparkassen mit der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank tun: Die privaten Bausparkassen in Deutschland schaffen ihren Einlagensicherungsfonds Anfang des kommenden Jahres aus Kostengründen ab. Bausparguthaben sind künftig nun nur noch über die gesetzliche Einlagensicherung geschützt – bis maximal 100.000 Euro. Bislang waren auch Einlagen von bis zu 250.000 Euro vor der Insolvenz einer Bausparkasse sicher.

Zwar ist davon nur ein Bruchteil der deutschlandweit 30 Millionen Bausparverträge betroffen. Doch je länger die Zeit der Minizinsen anhält, desto stärker wächst der Druck auf die Bausparkassen, ihre Kosten zu senken. Laut Bundesbank sank der Zinsüberschuss der Bausparkassen zwischen 2011 und 2015 um 16 Prozent. Die Erträge der Geldhäuser seien so niedrig wie nie.

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Dabei liegt die Schuld nicht allein bei der EZB, sagt Max Herbst von der FMH-Finanzberatung in Frankfurt. „Viele Bausparkassen haben zu spät auf die Niedrigzinsen reagiert“, sagt er. „Nach dem Motto: Was 100 Jahre gut ging, wird auch die nächsten 100 Jahre noch gut gehen.“

Angesichts der Misere schrecken viele Geldinstitute auch vor unpopulären Aktionen nicht zurück: Der Kunde ist König – das gilt bei vielen Bausparkassen schon lange nicht mehr. Dabei setzen die Geldhäuser auf eine ganze Reihe von Maßnahmen, um sich ein Teil der wegbrechenden Erträge von ihren Kunden wieder zu holen.

Welche Zusatzkosten Sie beim Hauskauf beachten müssen

Transaktionskosten

Wer beim Hauskauf nur mit dem Preis der Immobilie kalkuliert, kann am Ende eine böse Überraschung erleben. Denn oft kommen mit dem Erwerb weitere Kosten hinzu – die sogenannten Transaktionskosten. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung hat in der Studie „Wohn- und Immobilienmärkte in Deutschland 2016“ einen Leitfaden dazu mitgegeben, der auflistet, welche Zahlungen Immobilienkäufer neben dem Kaufpreis berücksichtigen sollten.

Grunderwerbsteuer

So muss jeder, der eine Immobilie kauft, neben dem Kaufpreis auch die Grunderwerbsteuer abführen. Seit 2006 legen die Bundesländer die Höhe selbst fest. In 14 Bundesländern liegt er zwischen 4,5 und 6,5 Prozent, in Bayern und Sachsen dagegen bei 3,5 Prozent. 2015 haben die Länder so 11,2 Milliarden Euro eingenommen, der Anteil an allen Ländersteuern beträgt damit mehr als 50 Prozent. Ausnahmen von der Grunderwerbsteuer können bei Schenkungen und Erbschaften vorliegen.

Notarielle Leistungen

Neben der Steuer muss bei einem Hauskauf zudem auch der Notar bezahlt werden. Diese Kosten für beispielsweise Erstellung des Kaufvertrags, Übertragung des Eigentums und die Zahlungsabwicklung sind gesetzlich festgelegt und bewegen sich bei einer Standardkonstellation im Bereich von etwa 0,8 und 1,2 Prozent des Objektpreises. Dabei gilt: Je teurer das Objekt, desto geringer die Rate.

Grundbuch

Das Neueintragen oder das Umschreiben des Grundbuches ist ein weiterer Kostenfaktor, mit dem Hauskäufer rechnen müssen. Auch diese Kosten sind gesetzlich festgelegt. Sie liegen – je nach Objektpreis – zwischen 0,4 und 0,6 Prozent des Kaufpreises.

Leistungen von Maklern

Nicht obligatorisch, aber dennoch sehr häufig muss auch ein Makler bezahlt werden. Zum Teil übernehmen diese auch Objektbewertungen und Preisverhandlungen. Schätzungen gehen davon aus, dass Makler bei knapp der Hälfte aller Verkäufe von selbstgenutzten Immobilien beteiligt sind. Die Provision richtet sich nach ortsüblichen Sätzen, ist aber auch verhandelbar. Die Maklervereinigung Immobilienverband Deutschland beziffert den gängigen Höchstsatz auf sechs Prozent des Kaufpreises zuzüglich Mehrwertsteuer. Das Bestellerprinzip, nach dem derjenige den Makler bezahlt, der ihn bestellt hat, gilt übrigens nur für Vermietungen.

Direktbanken haben in den vergangen Jahren Bankkunden die Bereitschaft abgewöhnt, für ein Konto Gebühren zu zahlen. Doch wie der Marktführer der Bausparkassen, Schwäbisch-Hall, gehen viele Institute dazu über in der Sparphase Kontoführungsgebühren zu erheben. Üblich seien 12 Euro pro Jahr, sagt Finanzberater Herbst. Bei einer Verzinsung von 0,1 Prozent pro Jahr müsste ein Bausparer über mehr als 12.000 Euro verfügen, damit die Gebühr nicht die Zinserträge auffrisst. Viele Bausparguthaben liegen jedoch deutlich darunter.

Wer einen Bausparvertrag abschließt, zahlt dafür üblicherweise ein Prozent der vereinbarten Bausparsumme als Gebühr. Bei einem Vertrag über 30.000 Euro sind das immerhin 300 Euro. Manche Geldinstitute verlangen auch mehr. Von den Abschlussgebühren werden Provisionen beglichen. „Das ist heutzutage nicht mehr marktgerecht“, sagt Herbst. Die Beratungsleistung der Bausparkassen stehe in keinem Verhältnis zu den Abschlussgebühren.

Ein Urteil des Bundesgerichtshofes hat kürzlich sogenannte Darlehensgebühren untersagt. Sie wurden fällig, sobald ein Bausparer einen Kredit aufnehmen wollte. Üblicherweise lagen die Gebühren bei zwei Prozent der Darlehenssumme. Wer also einen Kredit über 30.000 Euro aufnehmen wollte, beispielsweise um sein Eigenheim zu sanieren, musste erst mal 600 Euro zahlen.

Auf den Wegfall dieser Gebühren haben viele Bausparkassen mit einem Aufgeld oder Agio von zwei Prozent reagiert. Dadurch erhöht sich die Summe, die der Kreditnehmer zurückzahlen muss, um zwei Prozent. Das führt dazu, dass der Zins, den der Kunde für sein Bauspardarlehen zahlen muss, auf dem Papier niedriger aussieht, als er tatsächlich ist.

Für Inhaber von Altverträgen kann es sich lohnen, ein Bauspardarlehen nicht in Anspruch zu nehmen, obwohl die vereinbarte Bausparsumme schon erreicht wurde. So können Bausparer von den deutlich höheren Guthabenzinsen der 90er Jahre profitieren - zumal normale Baukredite günstig zu haben sind. Das stellt das Geschäftsmodell der Bausparkassen auf eine harte Probe. Sie haben daher seit 2015 etwa eine Viertelmillion Verträge gekündigt. Einige Oberlandesgerichte haben sie darin bestätigt, es gibt aber auch Urteile im Sinne der Bausparer. Wer Recht hat, klärt der BGH voraussichtlich 2017.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

29.11.2016, 16:07 Uhr

In Zeiten von ETC/ETC und CFD braucht man solchen Blödsinn nicht.

Nur die Dummen und Naiven des Landes beschäftigen sich mit Bausparverträgen, Riesterprodukten und Lebens -Rentenversicherungen.

Wer braucht im Zeitalter der Digitalisierung überhaupt noch Bausparkassen, 90 Lebensversicherungen und x-Banken?

Account gelöscht!

29.11.2016, 17:10 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
Danke

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