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04.06.2014

12:03 Uhr

Niedrigzinsen

Versicherer drängen in den Immobilienmarkt

VonJörg Hackhausen

Anlagenot treibt Versicherungen in Immobilien. Sie stecken Milliarden in Einkaufszentren und Wohnungen. Künftig wollen die Konzerne noch mehr in Deutschland investieren – obwohl mancher eine Blase fürchtet.

„Kö-Galerie“ in Düsseldorf: Das Einkaufszentrum gehört dem Versicherungskonzern Allianz. PR

„Kö-Galerie“ in Düsseldorf: Das Einkaufszentrum gehört dem Versicherungskonzern Allianz.

DüsseldorfDie Kö in Düsseldorf ist eine der angesagtesten Einkaufsmeilen der Republik – und sicherlich eine der teuersten Adressen. Das weiß auch die Allianz. Der Versicherungskonzern hat kürzlich die Kö-Galerie gekauft, ein Shoppingcenter auf der Königsallee. Der edle Einkaufstempel erstreckt sich über 20.000 Quadratmeter und drei Etagen, dazu kommen Büros auf einer Fläche von weiteren 30.000 Quadratmetern. Kaufpreis: 300 Millionen Euro.

Was will eine Versicherung mit einem Shoppingcenter? Die Allianz betrachtet die Immobilie als reines Investment. Sie liegt damit im Trend. Versicherungen kaufen verstärkt Büros, Wohnungen oder Einzelhandelsimmobilien.

Städte mit dem besten Risiko-Rendite-Profil

Das Ranking

Neben der Rendite ist das Risiko bei der Wahl des Standortes entscheidend. Dazu analysierte die Immobilienberatung Wüest & Partner Mietniveau, Wohnkostenbelastungsquote, Arbeitslosenquote, Versorgungsquote am Wohnungsmarkt, Leerstandsquote, historische Bevölkerungs- und Haushaltsentwicklung und Haushaltsprognose.

1. Paderborn

Rendite 2013 (2006): 8 % (8%)
Risiko-Index 2013 (2006): 2 (1,7)
Weitere Kennzahlen:
Einwohner: 147.688
Medianmieten (Euro/qm/Monat): 6,17 Euro
Arbeitslosenquote (Januar 2013): 6,6 %
Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): 2,4 %
Entwicklung der Haushalte (2008-2013): 3,6 %
Haushaltsprognose (2013-2028): 13,3 %

2. Heilbronn

Rendite 2013 (2006): 7,1 % (7,8%)
Risiko-Index 2013 (2006): 1,9 (1,9)
Weitere Kennzahlen:
Einwohner: 124.257
Medianmieten (Euro/qm/Monat): 7,30 Euro
Arbeitslosenquote (Januar 2013): 6,8 %
Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): 2,4 %
Entwicklung der Haushalte (2008-2013): 3,5 %
Haushaltsprognose (2013-2028): 11,9 %

3. Leverkusen

Rendite 2013 (2006): 9,4 % (9,5%)

Risiko-Index 2013 (2006): 2,6 (2,8)

Weitere Kennzahlen:

Einwohner: 161.195

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 6,73 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 8,2 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): -0,1 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): 0,1 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 5,4 %

4. Münster

Rendite 2013 (2006): 7,1 % (7,6%)

Risiko-Index 2013 (2006): 2,0 (2,2)

Weitere Kennzahlen:

Einwohner: 291.754

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 8,71 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 6,2 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): 7,2 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): 4,2 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 12,3 Prozent

5. Ludwigshafen am Rhein

Rendite 2013 (2006): 8,1 % (8,1%)

Risiko-Index 2013 (2006): 2,3 (2,5)

Weitere Kennzahlen:

Einwohner: 165.560

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 6,67 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 9,3 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): 1,2 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): 1,8 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 11,0 %

6. Oldenburg

Rendite 2013 (2006): 7,5 % (7,5%)

Risiko-Index 2013 (2006): 2,2 (1,9)

Weitere Kennzahlen:

Einwohner: 162.481

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 7,26 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 8,5 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): 2,2 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): 3,1 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 14,3 %

7. Moers

Rendite 2013 (2006): 8,5 % (8,9 %)

Risiko-Index 2013 (2006): 2,5 (2,6)

Weitere Kennzahlen:

Einwohner: 105.102

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 5,94 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 7,4 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): -1,9 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): -0,5 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 8,0 %

8. Pforzheim

Rendite 2013 (2006): 7,7 % (8,5 %)

Risiko-Index 2013 (2006): 2,2 (1,9)

Weitere Kennzahlen:

Einwohner: 120.709

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 6,43 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 8,5 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): 1,3 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): 5,0 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 5,9 %

9. Recklinghausen

Rendite 2013 (2006): 9,8 % (9,5 %)

Risiko-Index 2013 (2006): 2,9 (3,0)

Weitere Kennzahlen:

Einwohner: 117.672

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 5,07 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 11,1 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): -3,2 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): -0,9 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 3,9 %

10. Reutlingen

Rendite 2013 (2006): 7,0 % (7,5 %)

Risiko-Index 2013 (2006): 2,1 (1,8)

Weitere Kennzahlen:

Einwohner: 112.735

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 7,94 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 4,2 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): 0,3 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): 3,2 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 15,7 %

Davon versprechen sie sich stabile Mieteinnahmen plus die Aussicht auf Wertsteigerung. Nach einer Marktstudie der Unternehmensberatung  EY (vormals: Ernst & Young) will die Assekuranz ihre Immobilieninvestitionen deutlich ausbauen.

Der Grund: „Die anhaltend niedrigen Zinsen und das Garantiezinsversprechen der deutschen Versicherungen veranlassen die Versicherer, weiter in Immobilien zu investieren“, sagt Dietmar Fischer, Partner bei EY Real Estate.

Insgesamt verfügt die deutsche Versicherungsbranche über Kapitalanlagen in Höhe von 1,4 Billionen Euro. Drei Viertel davon stecken noch in festverzinslichen Papieren wie etwa Bundesanleihen. Doch die werfen kaum noch etwas ab. Die Zinsen in der Euro-Zone sind historisch niedrig und daran dürfte sich so schnell nichts ändern. Die Unternehmen müssen sich etwas einfallen lassen, um die Versprechen gegenüber ihren Kunden zu erfüllen.

Eine rentierliche Alternative könnten Immobilien sein. Nach der Umfrage von EY wollen die Versicherer ihre Immobilienquote bis Ende 2014 auf durchschnittlich 7,7 Prozent steigern, aktuell liegt sie bei rund 7,3 Prozent. In absolute Zahlen hochgerechnet entspricht das einer Steigerung um etwa 4,5 Milliarden Euro auf 108 Milliarden Euro. Da Versicherer zu den aktivsten Immobilieninvestoren zählen, wird dieser Trend nicht ohne Folgen für den gesamten Markt bleiben.

Kommentare (4)

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04.06.2014, 13:20 Uhr

Die Versicherer haben ihren Kunden eine GARANTIERTE Verzinsung der Spargelder versprochen. Die Verträge der Kunden laufen und liefen jahrzehntelang, die Laufzeit der getätigten Anlagen, die Duration, war jedoch in vielen Fällen deutlich kürzer. Nachdem die Renditen am Kapitalmarkt mittlerweile alternativlos heruntermanipuliert wurden (man kann auch sagen "gesunken sind"), wird das sogenannte "Wiederanlagerisiko" bei vielen Versicherern sichtbar. Die Zeche für das Managementversagen tragen nun nicht mehr die Verantwortlichen, sondern -wie immer- der Sparer.

Die Staaten verkaufen den Versicherern Staatsanleihen und werden von den Versicherern gerettet, die Versicherer werden vom Sparer gerettet, nur: wer bitte rettet den armen Sparer?

Das mit den Immobilien muss -zumindest langfristig- auch nicht unbedingt klappen. Denn die nächste Marktmanipulation kommt ja bereits um die Ecke. Sie heist: Mietpreisbremse.
Lohnbremse (Agenda 2010), Zinsbremse, Mietpreisbremse, demnächst wahrscheinlich Dividendenbremse, Kursgewinnbremse. Was könnte man sonst noch alles bremsen? Die Marktwirtschaft? Die Bürgerrechte? Das Recht auf Eigentum?
Irgendwie fühlt sich das alles schon irgendwie "sozialistisch und "zentralplanerisch" an, was das so alles verzapft wird. Mit funktionierenden "Märkten" hat das in Deutschland und Europa wohl immer weniger zu tun....

http://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/nachrichten/makler-mietpreisbremse-ausgebremst/9984730.html


Account gelöscht!

04.06.2014, 13:56 Uhr

Erika und Kauck kommen aus STASI-Hausen, sollte es da nicht jedem Zeichen genug sein, wohin die Reise geht?

Wer wirklich Geld hat und wer wirklich Sicherheiten haben will, kann sein Geld nur in seriösen Ländern anlegen, z.b. Singapore

Account gelöscht!

04.06.2014, 14:41 Uhr

Ich freu mich schon, wenn in 25 Jahren dem dummen Immo+Sparmichel die Augen aus dem Kopf rollen, weil er doppelt abgezockt wurde. Weil 1. seine Immobilie die er sich in der heutigen Blase überteuert zugelegt hat, nur noch einen Bruchteil wert ist, und 2. weil seine LV, die dasselbe gemacht hat dann pleite ist. Leute, die Suppenküche wartet auf euch

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