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03.04.2006

13:05 Uhr

Offene Immobilienfonds

Fondsbranche sucht den europäischen Vergleich

In Deutschland sind offene Immobilienfonds in den vergangenen Monaten ins Gerede gekommen. Deswegen hat der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) Reformvorschläge bei der Bundesregierung eingereicht. Diese Reformen sollen die Fonds aus der Krise führen.

FRANKFURT. Dabei könnte ein Blick auf unseren europäischen Nachbarn nützlich sein. Diesen Vergleich hat das Wiesbadener Analyseinstitut DID Deutsche Immobilien Datenbank auf einer Fachtagung vergangene Woche in Frankfurt gewagt.

In Deutschland bestehen offene Immobilienfonds schon seit mehr als 45 Jahren. In Österreicher hingegen wurde das Anlageprodukt erst 2003 eingeführt. Auch in Frankreich können Anleger erst seit Ende vergangenen Jahres in „Organismes de Placement Collectif en Immobilier“ (OPCI) investieren. Die englischen „Authorised Property Unit Trusts“ (APUT) sind, anders als die deutschen Fonds, an keiner Börse gelistet.

Vergleichsweise ähnlich sind österreichische Immobilienfonds ihrem deutschen Pendant. Jedoch dürfen die in Österreich aufgelegten Fonds derzeit nur direkt Immobilien erwerben und sich nicht an Grundstücksgesellschaften beteiligen. Das soll aber durch die Novelle des Immobilien-Investmentfondsgesetzes geändert werden.

Die Briten können bis zu 100 Prozent unmittelbar in Immobilien investieren. „In unserem Select Property Fund halten wir aber fünf bis 15 Prozent an Cash und Rentenpapieren. Das Immobilienportfolio des Fonds setzt sich aus direkten und indirekten Investments zusammen“, erklärt Andrew Jackson, von Standard Life Investments.

Nicht nur bei den österreichischen offenen Immobilienfonds soll sich manches ändern, sondern auch bei den deutschen. So wünscht sich der BVI, dass die Immobilien zukünftig durch Gutachter bewertet werden, die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beauftragt wurden. Wie in Österreich und Frankreich findet die Bewertung einmal im Jahr statt. In Frankreich dürfen die Gutachter maximal vier Jahre lang bewerten, das Gutachten wird vierteljährlich aktualisiert. In Österreich sind zwei – auch voneinander – unabhängige Gutachter für die Bewertung zuständig. Die Briten lassen ihre APUTs monatlich durch einen ungebundenen Gutachter bewerten.

Auch die vorgeschriebene Liquiditätsquote für deutsche Fonds soll sich nach dem Willen des BVI von bisher fünf auf zehn Prozent erhöhen und würde damit den Vorgaben für französische und österreichische Fonds entsprechen, die offenbar aus deutschen Fehlern gelernt haben: „Unsere europäischen Nachbarn versuchen, es besser zu machen“, sagt Heinz Rehkugler, Professor an der Universität Freiburg. mfb

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