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25.01.2004

08:00 Uhr

Ost- und Südeuropa im Fokus der Investoren – In Deutschland nimmt die Verkaufsfläche zu

Einkaufszentren stechen bei der Rendite Bürogebäude aus

VonReiner Reichel

„Angesichts der Situation auf den Büroimmobilienmärkten haben alle ihre Liebe zur Einzelhandelsimmobilie entdeckt“. Dies stellte Stephan Jung, für das Immobilienmanagement bei der Fondsgesellschaft Commerz Grundbesitz Investmentgesellschaft mbH (CGI) zuständig, auf dem gerade zu Ende gegangenen Immobilienkongress „Cimmit 2004“ in Wiesbaden fest.

DÜSSELDORF/WIESBADEN. Die professionellen Marktbeobachter geben dieser Liebe ihren Segen. So schreiben die auf Immobilienmarkt- und Immobilienaktienanalysen spezialisierte niederländische Bank Kempen & Co. in ihrem Ausblick auf die europäischen Immobilienmärkte des Jahres 2004: Auch in den nächsten zwölf Monaten werde mit Shopping-Centern mehr zu verdienen sein als mit Büroraum. Und LaSalle Investment Management empfiehlt die Investition in „neu entwickelte Einkaufszentren, noch ehe sie sich als Verkaufsmagneten erwiesen haben“. Dabei schweift der Blick ins Ausland: „In Südeuropa und noch mehr in Zentral- und Osteuropa ist die Flächenversorgung gering, fragmentiert und ineffizient.“

Der Nachholbedarf dort ist den Investoren nicht verborgen geblieben. Dies wurde auf der Cimmit deutlich. So schaut sich etwa der Hamburger Entwickler und Manager von Einkaufszentren ECE Projektmanagement GmbH, in Osteuropa um. CGI-Manager Jung findet Portugal attraktiv und hat Interesse an spanischen Einkaufszentren. Doch andererseits macht der Nachholbedarf diese Regionen nicht automatisch zu Goldgruben. Die LaSalle-Analysten warnen: Die möglichen hohen Wachstumsraten spiegelten sich in den Preisen wieder, die oft nur Renditen unter dem Niveau von 1a-Büroflächen in den wichtigsten Zentren ermöglichten. „Wie immer ist auf den unterentwickelten Märkten Überangebot eine Gefahr.“

Die Einzelhandelsmieten in Europa werden 2004 zwischen einem und vier Prozent wachsen, erwartet LaSalle und sieht die Länder Süd- und Osteuropas am oberen Ende, Schweiz, Österreich, Niederlande und Deutschland dagegen am unteren Ende. Dass die Mieten in Deutschland wenig Spielraum nach oben haben, ist leicht zu begründen: Nach mehrjährigen Umsatzrückgängen erwarten Experten 2004 ein Umsatzplus von einem bis 1,5 Prozent.

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