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04.11.2014

13:06 Uhr

PR-Desaster statt Proteste

Makler haben keine Lust auf Streik

VonAlexander Möthe

Der kämpferische Aufruf zur Urabstimmung ging ins Leere: Entgegen der Prognosen der Verbandssprecher gab es keine Mehrheit für den Makler-Streik. Nicht mal jeder Dritte stimmte überhaupt ab. Das Protokoll einer Farce.

Abgesagt: Mit dieser Aufmachung illustrierte der Maklerverband BVFI seinen Aufruf zur Urabstimmung.

Abgesagt: Mit dieser Aufmachung illustrierte der Maklerverband BVFI seinen Aufruf zur Urabstimmung.

DüsseldorfWährend die Lokführergewerkschaft GDL im Kampf um bessere Konditionen die nächste Arbeitsniederlegung ankündigen, fällt der Streik bei einer anderen Berufsgruppe erst einmal aus. Die Immobilienmakler möchten doch nicht streiken.

Der Berufsverband BVFI hatte zur Urabstimmung aufgerufen. Der Unmut des Verbands richtet sich gegen die geplante Einführung des Bestellerprinzips bei Maklerprovisionen auf dem Mietwohnungsmarkt. In einem offenen Brief an die Bundestagsfraktion der Union war sogar von einem „Berufsverbot“ die Rede. Das Abstimmungsergebnis zeigt jedoch: Der Großteil der befragten Makler ignorierte trotz Medienecho die Abstimmung. Nicht einmal jedes dritte Verbandsmitglied wollte streiken.

Die umsatzstärksten Wohnungsmärkte in Deutschland

Platz 10

Augsburg
Umsatz 2012: 497 Millionen Euro
Umsatz 2013: 466 Millionen Euro
Die Auswertung zeigt Umsätze beim Verkauf von Wohnungsimmobilien. Quelle: Accentro Wohneigentums-Report 2014. Basis: Daten der Gutachterausschüsse.

Platz 9

Nürnberg
Umsatz 2012: 542 Millionen Euro
Umsatz 2013: 518 Millionen Euro

Platz 8

Leipzig
Umsatz 2012: 491 Millionen Euro
Umsatz 2013: 588 Millionen Euro

Platz 7

Stuttgart
Umsatz 2012: 782 Millionen Euro
Umsatz 2013: 757 Millionen Euro

Platz 6

Düsseldorf
Umsatz 2012: 537 Millionen Euro
Umsatz 2013: 871 Millionen Euro

Platz 5

Frankfurt
Umsatz 2012: 1,3 Milliarden Euro
Umsatz 2013: 1,1 Milliarden Euro

Platz 4

Köln
Umsatz 2012: 1,15 Milliarden Euro
Umsatz 2013: 1,2 Milliarden Euro

Platz 3

Hamburg
Umsatz 2012: 1,75 Milliarden Euro
Umsatz 2013: 1,78 Milliarden Euro

Keine Differenzierung zwischen Neubau und Bestand.

Platz 2

München
Umsatz 2012: 3,8 Milliarden Euro
Umsatz 2013: 3,8 Milliarden Euro

Wohnungs- und Teileigentum.

Platz 1

Berlin
Umsatz 2012: 3,6 Milliarden Euro
Umsatz 2013: 4,3 Milliarden Euro

Laut Mitteilung des BVFI nahmen 31 Prozent seiner Mitglieder an der Urabstimmung teil. Rund 30 Prozent stimmten für Streik, 5,85 Prozent explizit dagegen. Die große Mehrheit, rund 64 Prozent, enthielt sich ihrer Stimme. Die erforderliche Zweidrittelmehrheit wurde entgegen der Prognosen der Verbandssprecher deutlich verpasst.

Der Verband begründet dies damit, dass die sich enthaltenden Makler nicht in der Vermittlung von Mietwohnungen tätig seien. Dass der BVFI damit ebenfalls gegen einen klaren Handlungsauftrag argumentiert, wird nicht näher kommentiert.

Stattdessen entlädt sich die Enttäuschung über die Berichterstattung über die Urabstimmung in einigen gepfefferten Aussagen, die im Zuge der Pressemitteilung über das Ergebnis an die Medienvertreter geschickt wurden. Der Verband bemängelt Berichteten über den Hohn und Spott, den die Urabstimmung im Netz fand. Vor allem beim Kurznachrichtendienst Twitter hagelte es Kritik und amüsierte Kommentare. Erstaunlich: Der Verband berichtet in der Mitteilung verschwörerisch in einem Kreis von „30 bis 40 Personen“, die sich kritisch äußerten.

Kommentare (7)

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Herr Theo Gantenbein

04.11.2014, 13:42 Uhr

Bitte, bitte streikt, liebe Makler!

Davon wird sicher niemand etwas merken, denn ihr leistet schließlich nichts, außer Euch dazwischen zu drängen.

Niemand wird Euch vermissen.

Herr Pom Muc

04.11.2014, 14:10 Uhr

@ Theo Gantenbein

Ich denke die Mieter werden es schnell merken was es bedeutet wenn der Makler ausschließlich für den Vermieter arbeitet und dessen Interessen als Auftraggeber zu vertreten hat.

Und natürlich was es bedeutet in einem schon schrumpfenden Wohnungsbestand bei festgesetzter Mietpreisobergrenze mit einem eventuell pflegeleichteren Mietinteressenten konkurrieren zu müssen.

New York hatte mal Mietpreisbegrenzungen mit der Folge dass Wohnungen überwiegend an solvente Doppelverdiener mit gutem Leumund vermietet wurden.

Herr Alex Hemp

04.11.2014, 15:25 Uhr

Aha ... der Makler arbeitet doch jetzt schon ausschliesslich für den Vermieter, oder haben Sie mal erlebt, das ein Makler für sie als Mieter einen besseren Preis ausgehandelt hätte? So ein Unsinn.

Bitte streikt, liebe Makler. Ergebnis wird sein, das Wohnungen wieder billiger werden, da viele Vermieter erst durch Makler erkennen, wie gierig man werden darf.
Und die meisten Vermieter haben gar kein Interesse hunderte von Mietern zu treffen. Die machen einen Termin mit 5 Leuten und die Wohnung hat einen neuen Mieter.
Und das Ganze läuft dann über ein Internetportal wie immoscout, die bisher von Maklerangeboten total durchseucht sind.

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