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12.12.2014

19:19 Uhr

Preise auf Rekordniveau

Käufer meiden teure Londoner Immobilien

London ist eines der teuersten Pflaster der Welt. Die Immobilienpreise in der britischen Hauptstadt steigen stärker als die Einkommen. Doch laut Experten könnte sich der Trend bald umkehren. Es fehlen die Käufer.

Schilder von Immobilienagenturen: Die Preise für Eigentum steuern auf ein neues Rekordhoch zu. Viele Anbieter finden keine Käufer mehr. Reuters

Schilder von Immobilienagenturen: Die Preise für Eigentum steuern auf ein neues Rekordhoch zu. Viele Anbieter finden keine Käufer mehr.

Das Haus von Ruth Marchand mit sechs Schlafzimmern im Londoner Stadtteil Dulwich wäre wohl innerhalb von sechs Wochen verkauft gewesen. Sie hätte sie es nur früher in diesem Jahr anbieten sollen. Davon ist die Eigenheimbesitzerin fest überzeugt. Stattdessen wartet sie nun, rund zwei Monate nachdem sie ihr Haus zum Verkauf ausgegeben hat, noch immer auf das erste verbindliche Angebot. „Im Moment verkauft sich nichts“, sagt Marchand. Sie erwartet inzwischen nicht mehr, dass es noch vor Weihnachten zu einem Geschäft kommen wird. Alle vergleichbaren Häuser in der Gegend seien noch auf dem Markt.

Der rasante Anstieg der Londoner Immobilienpreise, welche in diesem Jahr wohl ihren Höhepunkt erreichen werden, haben potenzielle Käufer an den Rand gedrückt. Beschränkungen bei der Kreditvergabe und eine schwache Entwicklung der Löhne tragen ebenfalls zur geringeren Nachfrage bei. Sie bewegt sich nahe eines Sechsjahrestiefs.

Viele Käufer warten jetzt ab, bis die Preise wieder fallen. Es kostet monatlich rund 25 Prozent mehr, um ein Londoner Haus mit einer Hypothek zu finanzieren, die bei 95 Prozent des Immobilienwertes liegt, als ein vergleichbares Objekt anzumieten. Das geht aus einer Erhebung des Maklers Cushman & Wakefield hervor.

„Wir könnten uns an einem Punkt befinden, an dem es sich die Leute einfach nicht mehr leisten können, zu kaufen – wir kriegen einen Deckeneffekt“, sagt Philip Lachowycz, britischer Volkswirt bei der Beratungsfirma Fathom Financial in London, im Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Die Leute haben ihre Einstellung zum Häusermarkt geändert.“ Eine durchschnittliche Wohnimmobilie in London kostet rund 9,1-mal so viel wie das mittlere Einkommen eines Arbeiters im vergangenen Jahr – verglichen mit dem 6,7-fachen des Einkommens in England insgesamt. Das zeigte eine Studie der Greater London Authority, die im Februar veröffentlicht worden ist.

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