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30.07.2011

16:47 Uhr

Preiswertes Paradies

Griechen erwarten steigende Nachfrage nach Ferienhäusern

VonGerd Höhler

In der Krise helfen den Griechen auch günstige Preise nicht: Ausländische Investoren sind an Ferienhäusern in Hellas nicht interessiert. Doch das neue Rettungspaket könnte für eine Wende auf dem Immobilienmarkt sorgen.

Trotz billigen Preisen: Ferienhäuser in Griechenland sind nicht gefragt. Quelle: picture-alliance / Image Source

Trotz billigen Preisen: Ferienhäuser in Griechenland sind nicht gefragt.

AthenLange Zeit lief wenig auf dem Markt für Ferienhäuser in Griechenland. Wegen der strikten Sparpolitik der Regierung, die den meisten Griechen spürbare Einbußen ihrer Einkommen oder sogar den Verlust des Arbeitsplatzes bescherte, wollten sich viele unbedingt von ihren Immobilien trennen. Aber die Käufer machten sich rar, vor allem die aus dem Ausland.

Kein Wunder: Zeitungsschlagzeilen wie "Griechenland droht die Pleite", die Furcht vor einer möglichen Rückkehr zur Drachme, dazu die Fernsehbilder der ständigen Streiks und der gewalttätigen Proteste - wer wollte da schon in ein Feriendomizil investieren?

Doch seit die EU-Staats- und -Regierungschefs bei ihrem Krisengipfel vor einer Woche ein neues Rettungspaket für die Griechen geschnürt haben, das die Gefahr des Staatsbankrotts für die nächsten Jahre bannt, bewegt sich was. "Der Markt wartet seit Monaten auf ein positives Signal", sagt Aristoteles Karytinos, Leiter der Immobilienabteilung bei der National Bank of Greece, Griechenlands größtem Kreditinstitut. Der EU-Gipfel könne "der erste Schritt zur Wende auf dem Immobilienmarkt sein", glaubt der Banker.

Die Zahl der Kaufgesuche wächst

Bei Georg Petras auf der Insel Rhodos hat sich der Wind bereits gedreht: "In den vergangenen Monaten bekamen wir pro Woche rund zehn bis 20 Anfragen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, jetzt sind es 30 bis 50", berichtet Petras. Der Deutsch-Grieche betreibt seit dem Frühjahr 2010 auf der Dodekanes-Insel Rhodos als Lizenzpartner von Engel & Völkers zwei Maklerbüros.

Der Mut des 39-Jährigen, mitten in der griechischen Schuldenkrise sein florierendes Logistikunternehmen in Deutschland zu verkaufen und auf die Insel seiner Vorfahren zu ziehen, wird nun belohnt: "Wir erwarten sehr hohe Umsätze in den verbleibenden Monaten 2011 und danach drei bis fünf Boomjahre", sagt Petras. Jetzt sei genau der richtige Zeitpunkt, um bei griechischen Ferienimmobilien zuzugreifen, meint der Makler: "In der Krise sind die Preise um 20 bis 30 Prozent gesunken", erzählt er.

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