Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.09.2015

13:50 Uhr

Private Immobilien

Auf der Suche nach dem richtigen Preis

VonJulia Löffelholz

200.000 Euro oder doch mehr? Viele Eigentümer kennen den Wert ihrer Immobilie nicht. Online-Portale bieten eine Alternative zu teuren Gutachten. Was die Schätzungen taugen – und warum Tipps vom Nachbarn wenig wert sind.

Beim Pferdekauf gibt es bestimmte Gepflogenheiten bei der Preisbestimmung – gleiches gilt für den Immobilienmarkt. dpa - picture-alliance

Wie hoch ist der angemessene Preis?

Beim Pferdekauf gibt es bestimmte Gepflogenheiten bei der Preisbestimmung – gleiches gilt für den Immobilienmarkt.

FrankfurtWie viel ist das eigene Haus eigentlich wert? Diese Frage kann sich bei einem geplanten Verkauf stellen – oder aber auch wegen einer Scheidung oder der Anfertigung des Testaments. Vor allem bei Immobilien, die über Jahrzehnte nicht den Besitzer gewechselt haben, fällt es den Inhabern häufig schwer, eine Antwort zu finden und den Wert realistisch zu bestimmen.

„Besitzer von Einfamilienhäusern schätzen den Wert ihrer Immobilie häufig etwas zu hoch ein“, sagt Sun Jensch, Geschäftsführerin des Immobilienverbands Deutschland (IVD). „Die emotionale Verbindung zum eigenen Zuhause und die persönlichen Leistungen, die über die Jahre in den Erhalt gesteckt werden, sind bei der Selbsteinschätzung meist eingepreist.“ Bei einer realistischen Einschätzung seien vor allem die Lage und damit verbundene Infrastruktur, das Alter und der Zustand des Hauses von Bedeutung. Aber auch Ausstattung sowie Lärmbelästigung und Helligkeit der Räume seien wichtig.

Wer sich selbst einen ersten Eindruck davon machen möchte, in welcher Preisspanne sich der Wert seinen Hauses bewegt, dem rät Jensch im Internet nach ähnlichen Immobilen Ausschau zu halten. „Am einfachsten ist es, sich auf Immobilienportalen einen Überblick zu verschaffen, zu welchen Preisen ähnliche Objekte in der Nähe angeboten werden und sich zu überlegen, was das Besondere an der eigenen Immobilie ist, für das ein Käufer mehr bezahlen würde“, sagt sie. „Geschichten über hohe Verkaufspreise in der Nachbarschaft muss man mit Vorsicht genießen, hier wird häufig übertrieben.“ Für eine genaue und detaillierte Einschätzung solle aber lieber ein Profi hinzugezogen werden.

Doch wer den Wert einer Immobile professionell bestimmen lassen möchte, hat die Qual der Wahl. „Ein guter Weg, den Wert einer Immobilie einschätzen zu lassen, ist die Konsultation eines sachkundigen, ortsansässigen Sachverständigen“, sagt Jensch. Dies ist besonders sinnvoll, wenn es nicht um einen normalen Verkauf geht, sondern ein Erbfall oder eine Scheidung ansteht. „Bei der Ermittlung einer Erbmasse oder bei möglichen Rechtsstreitigkeiten können Sachverständige häufig klare Verhältnisse schaffen.“

Immobilienrenditen privater Anleger

Negative Rendite

6,9 Prozent
Erklärung: 6,9 Prozent aller privaten Anleger haben im Jahr 2012 mit Immobilieninvestitionen eine negative Bruttorendite erzielt. Alle hierauf folgenden Werte beziehen sich auf das Jahr 2012. Quelle: DIW, SOEP-Panel.

Keine Rendite

35,8 Prozent

Bis 2,0 Prozent Rendite

14,7 Prozent

2,1 bis 4,0 Prozent Rendite

20 Prozent

4,1 bis 6,0 Prozent Rendite

10,7 Prozent

6,1 bis 8,0 Prozent Rendite

6,2 Prozent

Über 8,0 Prozent Rendite

5,5 Prozent

Denn das Gutachten eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen hat auch vor Gericht Bestand. Diese Expertise hat jedoch seinen Preis. Mehrere tausend Euro kann ein solches Gutachten kosten.

Deutlich günstiger ist es, bei einem Verkauf den Wert des Hauses von einem Makler schätzen zu lassen. Dieser nimmt für die Schätzung in der Regel kein gesondertes Honorar. „Makler sind insbesondere dann zu empfehlen, wenn es um eine Einschätzung für einen unkomplizierten Verkauf geht, da sie die lokalen Marktverhältnisse kennen und über die Zahlungsbereitschaft von potenziellen Käufern gut Bescheid wissen“, sagt Jensch.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Josef Hirsepp

09.09.2015, 09:57 Uhr

ONLINE-PORTALE = KAUFPREIS-ANGABE fuer KATZE IM SACK!

Zustabd der Fundamente, Drainage, Dachentwaesserungsanschluesse, der Bausubstanz, Putz Isolierung , des Abbundes und der Dachhaut, sowie der gesamten Heizungsanlage: Waermquelle, Regler, (meist nicht kompatiblen) Heizkoerpern zur Waermequelle, Fenster, Haus-(Tueren), etc sind doch nicht ohne
INAUGENSCHEINNAHME oder einer Waermebedarfsberechnung zu beurteilen!
Ebensowenig kann eine QUICKY-TOUCH-UP SANIERUNG zur Verkaufspreissteigerung nicht entdeckt werden, ohne dass man "die Nase" gruendlich in das OBJEKT steckt...!
Versteckte oder nicht erwaehnte Maengel, wie es bei defekter Dachentwaesserung, Kanalanschluessen oft vorkommt, koennen extrem teuer warden Der Makler tut sich bei falschen Angaben nix dovon an, dann ist der "Hein Bloed" !
Dies gilt insbesondere bei dem Status der aktuellen oder zukuenftigen Anliegerkosten!
Dass Makler den Preis zwecks Provisionsmaximierung gerne ueberziehen, oder den Kauf in die Laenge ziehen, bis es ein koordinierter "Notverkauf wird, ist auch kein Geheimnis!
Die oertliche Bank, die das Finazierungsrisiko uebernimmt, liegt meist richtig bei der Einschaetzung des Immopreises, denn die Nebenkosten von ~ 10 % incl. der Grunderwerbssteuer warden gerne bei der Preisfindung und somit bei den Kosten des Kaufes ebenso unberuecksichtigt gelassen wie Umzugs- und kurz-oder langfristigen RENOVIERUNGS- & Instandsetzungs-KOSTEN !

der Weg ueber vereidigt. Gutachter, insbesondere bei Fertighaeuser und Altbauten ist der sicherste Weg zu Preisbestimmung .

Herr Jerzy Staus

09.09.2015, 10:45 Uhr

... und übrigens, das Wort "tool" heißt auf Deutsch "Werkzeug". Klingt leider nicht so bedeutungsvoll.

Account gelöscht!

09.09.2015, 14:23 Uhr

Mir egal, wohne zur Miete - bleibt so - gut so

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×