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09.03.2006

10:46 Uhr

Provisionsanspruch

Keine Courtage ohne Hinweis

VonQuelle: Immowelt

Immobilien-Makler sollten Käufer immer auf ihren Provisionsanspruch hinweisen. Erfolgt dies nicht, ist jener in bestimmten Fällen gefährdet. Der Bundesgerichtshof entschied: Eine Käufer-Provision ist nur dann fällig, wenn der Makler ausdrücklich darauf hinweist

Immobilien-Makler sollten Käufer immer auf ihren Provisionsanspruch hinweisen. Erfolgt dies nicht, ist jener in bestimmten Fällen gefährdet. Dies gilt zumindest dann, wenn sich ein Interessent ohne Bezug zu einem konkreten Angebot an einen Makler wendet und dieser vermittelt eine Immobilie aus seinem Bestand. Eine Käufer-Provision ist in diesem Fall nur dann fällig, wenn der Makler ausdrücklich auf seine Provisionsforderung hinweist, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Urteil.

Der Grund: Ohne diesen Hinweis kann der Käufer nach Ansicht der BGH-Richter davon ausgehen, dass die Maklerprovision vom Verkäufer gezahlt wird. Anders liege der Fall, wenn der Interessent den Makler mit der Suche konkret beauftragt.

Zwar könne eine Provisionsabrede auch stillschweigend durch schlüssiges Verhalten getroffen werden. Daran, so die Richter, stelle die Rechtsprechung jedoch strenge Anforderungen. Schlüssig ist eine solche Abrede demnach noch nicht, wenn sich beispielsweise ein Interessent an einen Makler wendet, der zum Beispiel in Anzeigen Immobilien aus seinem Bestand bewirbt. Der potenzielle Käufer könne dann davon ausgehen, dass der Makler einzig und allein für den Verkäufer provisionspflichtig tätig ist. Will der Makler hingegen auch eine Provision vom Käufer, so muss er diesen explizit darauf hinweisen.

Selbiges müsse auch gelten, wenn ein Interessent sich an einen Makler wende und dieser Objekte aus seinem Bestand anbiete. Auch dann könne der Käufer davon ausgehen, dass der Makler nur für den Verkäufer provisionspflichtig tätig sei. Die Folge: Ohne Hinweis darauf, dass auch eine Käuferprovision fällig werde, müsse der Käufer nichts zahlen. Im verhandelten Fall muss der Makler deshalb auf immerhin rund 43.000 Euro verzichten.

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