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01.09.2015

06:14 Uhr

Psychologe zum Immobilienkauf

„Frauen denken mehr ans Wohnen, Männer an das Bauen“

VonJulia Löffelholz

Der Bau eines Hauses ist ein Belastungstest für jede Beziehung. Psychologe Herbert Reichl erklärt, warum der Streit über bodentiefe Fenster Ehen in die Krise führen kann und wie der Immobilienkauf Beziehungen gefährdet.

Ein Wohnungs- oder Hauskauf strapaziert nicht nur finanziell. Imago

Belastete Beziehung

Ein Wohnungs- oder Hauskauf strapaziert nicht nur finanziell.

FrankfurtBauherren und -damen kennen das Problem. Schon vor dem ersten Spatenstich gibt es erste Konflikte, die bis zum Einzug bedrohlich an Schärfe zunehmen können. Auch beim Wohnungskauf sieht es ähnlich aus. Herbert Reichl, Hausbaucoach und Baumeister Mag. aus Österreich ist ein Experte für den Rosenkrieg beim Bau.

Der Wohnpsychologe berät Paare beim Hausbau.

Herbert Reichl

Der Wohnpsychologe berät Paare beim Hausbau.

Viele junge Paare träumen davon, gemeinsam im eigenen Haus alt zu werden. Doch in der Realität stellt oft schon der Hausbau die Beziehung auf eine harte Probe. Warum ist das so?
Das liegt zum einen daran, dass der Hausbau eine hohe Belastung bedeutet. Er kostet viel Zeit und Energie. Wir leben in einer Welt, die sehr schnelllebig ist und in der jeder sehr viel zu tun hat. Kommt der Hausbau noch hinzu, wird das oft zu anstrengend. Außerdem hat jeder bestimmte Bedürfnisse an das eigene Haus. Gelingt es nicht, die Bedürfnisse beider Partner gleichermaßen zu berücksichtigen, fühlt sich ein Partner übergangen und es kommt zum Konflikt.

Hier zahlen Mieter am meisten

Platz 1

Die Top-5 der höchsten Durchschnittsmieten führt München an. Hier zahlen Mieter 12,60 Euro pro Quadratmeter. Quelle: F+B.

Platz 2

Unterschleißheim (Bayern): 10,80 Euro pro Quadratmeter

Platz 3

Germering (Bayern): 10,70 Euro pro Quadratmeter

Platz 4

Frankfurt/Main (Hessen), 10,60 Euro pro Quadratmeter

Platz 5

Dachau (Bayern): 10,60 Euro pro Quadratmeter

Was sind die typischen Konflikte, die Paare beim Hausbau erwarten?
Das ist immer abhängig von den Partnern. Die eigenen Ideen durchzusetzen, geht dann auf Kosten des anderen, wenn dieser seine Wünsche nicht entsprechend äußert. Daher kann jedes Thema zum Konflikt werden.

Wie kann man Konflikte von vorneherein vermeiden?
Partner haben oft unterschiedliche Bedürfnisse. Der eine mag lieber offene Räume mit viel Glas, der andere zieht warme Räume vor, die nicht von außen einsehbar sind. Dadurch kommt es meist zu Konflikten. Damit diese nicht eskalieren, ist es wichtig, sich anzuschauen, was jeder braucht, um sich geborgen zu fühlen. Die Partner sollten sich über ihre Bedürfnisse austauschen, sie aufschreiben und im zweiten Schritt deren Umsetzung partnerschaftlich aufteilen.

Handelt es sich auch um ein Bedürfnis, wenn man bodentiefe Fenster haben möchte?
Es ist ganz wichtig zu unterscheiden, was wirklich ein Bedürfnis und was ist nur eine Idee ist, die einer Modeströmung folgt. Wenn man bodentiefe Fenster nur haben will, weil sie der Nachbar auch hat, dann ist das kein echtes Bedürfnis. Aber hinter dem Wunsch, viel Glas zu verbauen, kann auch ein Bedürfnis nach Ausblick stecken, nämlich durch Glas den Überblick zu behalten. Dies hängt zusammen mit dem Bedürfnis nach Schutz.

Kommentare (4)

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Herr chris schnitzler

01.09.2015, 09:43 Uhr

Junge Arbeitnehmer sollten aufgrund unbegrenzt erlaubter Leiharbeit weder an teure Neubauten noch an teure Mitewohnungen denken. Das ist mehr etwas für unkündbare teure ältere Arbeitnehmer, die eh schon alles haben und kein Haus mehr brauchen und in Gehaltsstufen arbeiten , die die jüngeren An eh nicht mehr bekommen werden.
Somit werden dank rot grün , die mit Schröders Agenda Arbeitsplätze und Innovation in Deutschland verhindern, Sozialgesetzgebungen und Kündigungsschutz lebenslänglich ausgehebelt.
Nur noch Beamte können sich eines staatlichen garantierten Arbeitsplatzes und hohen Rentenanspruchs sicher sein, obwohl doch die anderen ( Leiharbeiter) deren Pensionen erst erarbeiten müssen, da die Kassen ja bekanntlich durch mangelhafte Finanzpolitik, Finanzkrise und griechisches Geldvernichtungshilfspaket leergeräumt werden.
Das ist wieder mal das Ergebnis einer rot grünen Missmanagements in Bund und Ländern. Übrigens Bremen hat mittlerweile 20 Mrd Schulden aufgetürmt und macht weiter kräftig Schulden durch völlig überzogene Ansprüche von Senatoren und aufgeblähten Landesbeamtenapparat. Dies ist heute schon nicht mehr bezahlbar- andere ( Länder) sollen die Zeche zahlen.Trotzdem hat Bremen die höchste Anzahl von Hartz 4 empfangeden Kindern aller Bundesländer.
Das ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen rot grünen Misswirtschaft, die die jüngeren AN nun zahlen werden.

Herr Sebastian Sportmann

01.09.2015, 14:30 Uhr

Unlogisc...wehalb sind dann gerade in rot-grün geführten Ländern die Hauspreise im Durchschnitt niedriger. Warum wird im schwarzen Bayern am meisten in der Bundesrepublik ausgegeben?

Es liegt nun einmal daran, dass kaum noch einer auf dem Lando oder in Kleinstädten wohnen möchte. Gerade im Osten ist das ja zu beobachten. Da gibt es vier fünf Mittelstädte - Leipzig, Dresden, Potsdam, eventuell noch Magdeburg oder Rostock und das war es entweder ziehen die jungen Ossis in diese Städte oder wandern gleich in den Westen ab. Deshalb sind die Grundstück und Hauspreise dort auch im Keller.

Herr Sebastian Sportmann

01.09.2015, 14:35 Uhr

Wer in den Großsädten jetzt noch kauft oder baut, da ist der Familienkrach schon vorprogrammiert. Die jungen Familien zahlen zur Zeit, wegen der niedrigen Zinsen, absolute Mondpreise und der nächste Immobiliencrash zeichnet sich bereits ab.
Da könnte man zwr für Kauf- und Nebenkosten in der gleichen Wohnung 40- 50 Jahre zur Miete wohnen ehe sich der Kaufpreis jemals annähernd amortisiert hat, aber man will ja nicht de letzte sein, der nichts gekauft hat. Egal wie ökonomisch sinnlos das gerade ist.

Das dann der Druck innerhalb einer Beziehung zunimmt ist kein Wunder.

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