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17.10.2012

08:11 Uhr

Regierungsbericht

Wohnungen werden knapper und teurer

Mieten und Preise für Wohnungen steigen vor allem in Ballungsgebieten kräftig. Grund sind teilweise erhebliche Engpässe im Wohnungsmarkt. Das ergibt sich aus einem Bericht der Bundesregierung, der heute vorgelegt wird.

Bei Kauf-Immobilien verzeichnet der Regierungsbericht für Neubauten deutliche Preisanstiege. dpa

Bei Kauf-Immobilien verzeichnet der Regierungsbericht für Neubauten deutliche Preisanstiege.

BerlinIn Deutschland sind laut einem Bericht für die Bundesregierung erhebliche Engpässe im Wohnungsmarkt entstanden, die Mieten und Kaufpreise vielerorts in die Höhe treiben. Nicht nur in wirtschaftsstarken Ballungsgebieten seien „Verknappungstendenzen“ zu erkennen, heißt es im Immobilienmarktbericht des Bauministeriums, der an diesem Mittwoch im Bundeskabinett vorgestellt werden soll.

Die Mietsteigerungen lagen demnach im vergangenen Jahr bundesweit durchschnittlich bei rund drei Prozent. Die höchsten Zuwächse gab es im Vergleich zum Vorjahr in Greifswald mit 10,4 Prozent, Bremen (8,8 Prozent) und Freiburg im Breisgau (8,1 Prozent).

Wo wohnt man günstig - und wo teuer?

Günstig, Platz 6

Vogtlandkreis
Der Vogtlandkreis im Westen von Sachsen kann mit günstigen Grundstückspreisen aufwarten: In der Gemeinde Ellefeld etwa kostet der Quadratmeter 295,5 Euro.

Günstig, Platz 5

Uckermark
Die brandenburgische Uckermark landet auf Platz fünf der günstigsten Regionen Deutschlands. In der Gemeinde Templin wohnt es sich besonders günstig: Hier zahlt man nur 343,8 Euro.

Günstig, Platz 4

Bad Kissingen
Der Kreis Bad Kissingen liegt im bayerischen Unterfranken, nahe an der Grenze zu Hessen und Thüringen. In der Gemeinde Zeitlofs zahlt man wenigsten: nämlich nur 248,3 Euro.

Günstig, Platz 3

Wartburgkreis
Der Wartburgkreis liegt in Thüringen an der Grenze zu Hessen. Günstigster Wohnort ist die Gemeinde Treffurt: Dort kostet der Quadratmeter 242,9 Euro.

Günstig, Platz 2

Kreis Haßberge
Der Kreis Haßberge liegt nördlich des Mains im bayerischen Unterfranken. In der Gemeinde Kirchlauter kostet der Quadratmeter 232,4 Euro.

Günstig, Platz 1

Mansfeld-Südharz
In der Region Mansfeld-Südharz bei Leipzig wohnt es sich am günstigsten - vor allem in der Gemeinde Sandersleben: Dort kostet der Quadratmeter 192,8 Euro. Aber auch in Blankenheim (233,5 Euro), Hettstedt (259,5 Euro) und Friedeburg (267,7 Euro) sind die Preise niedrig.

Teuer, Platz 6

Bitburg-Prüm
Der Kreis Bitburg-Prüm ist der am dünnsten besiedelste Landkreis von Rheinland-Pfalz. Doch im rund 400 Einwohner großen Ort Kruchten kostet der Quadratmeter laut Immobilienscout24 4882,9 Euro.

Teuer, Platz 5

Hamburg
Ein Quadratmeter in der Hamburger Hafencity kostet 5760,2 Euro. Ein wenig günstiger lebt es sich im Bezirk Harvesthude (5168,8 Euro).

Teuer, Platz 4

Norderney
Die ostfriesische Insel Norderney wartet mit hohen Grundstückspreisen auf. Für einen Quadratmeter zahlt man 6578,8 Euro.

Teuer, Platz 3

München
Der Münchener Bezirk Lehel landet auf dem dritten Platz. Dort kostet der Quadratmeter 6947,6 Euro. Auch die Bezirke Altstadt (6918 Euro), Maxvorstadt (5848,2 Euro), Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt (5445,1 Euro) und Schwabing-West (5441,5 Euro) haben hohe Grundstückspreise.

Teuer, Platz 2

Rathsweiler
Im Kreis Krusel in Rheinland-Pfalz liegt der Ort Rathsweiler: Dort kostet der Quadratmeter 6951,3 Euro.

Teuer, Platz 1

Sylt
Die Gemeinde Kampen auf der Insel Sylt hat die teuersten Grundstückspreise Deutschlands: Der Quadratmeter kostet hier 12.605 Euro.

Quelle

Quelle: Immobilienscout24; Referenzobjekt: eine Wohnung mit 80 Quadratmetern, 3 Zimmer, 30 Jahre alt.

Bei Kauf-Immobilien verzeichnet der Bericht für Neubauten deutliche Preisanstiege. Vor allem in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt am Main und Düsseldorf gab es demnach Steigerungen von 7 bis 9 Prozent. Der Bericht verweist in diesem Zusammenhang auf „das bewährte Instrumentarium zur sozialen Sicherung des Wohnens“, etwa das Wohngeld. Der Wert aller Immobilien in Deutschland wird auf zehn Billionen Euro geschätzt.

Kommentare (36)

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16.10.2012, 16:55 Uhr

Ja, es gibt Mietsteigerungen. Doch die Zahlen überzeichnen die tatsächlichen Daten teilweise. Denn neu oder wiedr auf den Markt kommende Wohnungen sind oft grundsaniert, energetisch optimiert oder schlicht Neubauten mit hohem Standard. Der potentielle Mieter hat sich nämlich auch gewandelt und möchte selten noch selber tapezieren oder Fußböden verlegen. Dafür sucht er verstärkt nach komplett renovierten Bädern, fertig installierten Einbauküchen und ähnlichen Annehmlichkeiten. Ihm sei es vergönnt, doch das kostet eben auch etwas. Und bitte jetzt nicht wieder mit der Müncher Innenstadt kommen. Dort wohnen nicht mal ein Promille der deutschen Mieter.

Porter

16.10.2012, 21:58 Uhr

Ja klar, die Bevölkerungszahl in Deutschland steigt und steigt und steigt. Und seit einem Jahr exorbitant!

Wieso es zu Mietsteigerungen kommt, kann ich nicht nachvollziehen. Und der deutsche Michel fällt auf jede Blase rein, nach dem Neuen Markt nun eben Immobilien.

RDA

17.10.2012, 08:34 Uhr

Die Bundesregierung steht staunend daneben und berichtet über Mieterhöhungen. Gleichzeitig werden weiter alle staatlichen Wohnungsgesellschaften privatisiert und damit der Verfall günstigen Wohnraums munter vorangetrieben.
Nebenbei ist auch kein Quartiermanagement mehr möglich.
So bildet man professionelle Ghettos.

Und warum Mieterhöhungen bei Mieterwechseln in Deutschland völlig unreguliert sind, wird wohl auch das Geheimnis der Bundesregierung bleiben.

Der schlanke Staat bleibt immer nur dann schlank, wenn es um soziale Leistungen und Infrastruktur für die Bürger geht. Für Zockerbanken ist immer genug Geld da!

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