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05.11.2012

12:03 Uhr

Renditevergleich

Welche Bausparkassen noch Topzinsen bieten

VonThomas Schmitt

Bausparkassen leiden unter dem Zinstief am Markt. Denn viele Kunden nutzen hohe Zinsen, ohne ein Darlehen abzurufen. Nun motten viele Institute ihre Hochzinsangebote ein. Wie Zinsjäger trotzdem auf ihre Kosten kommen.

Video

Bausparen vs. Sparplan - Nachgerechnet

Video: Bausparen vs. Sparplan - Nachgerechnet

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DüsseldorfIn Zeiten niedriger Zinsen greifen Sparer gern bei den Bausparkassen zu. Denn auf diese Weise sichern sie sich schon heute attraktive Darlehenszinsen, falls die Renditen am Kapitalmarkt in einigen Jahren wieder deutlich höher liegen. Schließlich bieten die meisten Bausparkassen Darlehenszinsen zwischen 2,75 Prozent und 4,25 Prozent, wie Branchenbeobachter Max Herbst von der FMH Finanzberatung weiß.

Renditevergleich: Bausparen versus Banksparplan

Vorgaben

Mann, ledig, älter als 25 Jahre, Angestellter, verdient mehr als 25.600 Euro brutto im Jahr.
Quelle: FMH Finanzberatung

Bausparvertrag

Sparrate im Monat: 83 Euro – kann aber auch beliebig höher sein, Sparzeit: Sieben Jahre

Platz 5

Deutsche Bank
Sparsumme: 6.972 Euro, Guthaben: 7.255 Euro, Rendite: 1,12 Prozent

Platz 4

Schwäbisch Hall
Sparsumme: 6.972 Euro, Guthaben: 7.304, Rendite: 1,31 Prozent

Platz 3

Wüstenrot
Sparsumme: 6.972 Euro, Guthaben: 7.367 Euro, Rendite: 1,55 Prozent

Platz 2

Alte Leipziger
Sparsumme: 6.972 Euro, Guthaben: 7.528 Euro, Rendite: 2,16 Prozent

Platz 1

Debeka
Sparsumme: 6.972 Euro, Guthaben: 7.655 Euro, Rendite: 2,63 Prozent

Sparplan der Banken

Voraussetzungen: sieben Jahre, 100 Euro Sparrate, Neukunde
Quelle: FMH Finanzberatung

Platz 5

PSD Bank RheinNeckarSaar,

Angebot: Regional, Rendite: 1,89 Prozent, Zinssatz: fest

Platz 4

Sparda-Bank München,

Angebot: Regional, Rendite: 1,90 Prozent, Zinssatz: variabel

Platz 3

NordFinanz Bank AG,

Angebot: Bundesweit, Rendite: 2,14 Prozent, Zinssatz: fest

Platz 2

PSD Bank München,

Angebot: Regional, Rendite: 2,33 Prozent, Zinssatz: variabel

Platz 1

VTB Direktbank,

Angebot: Bundesweit, Rendite: 3 Prozent, Zinssatz: fest

Bei einigen wenigen Bauspartarifen liegen die Kreditzinsen bei fünf Prozent. Dafür gebe es aber auch drei Prozent an Guthabenzinsen, so Herbst. Auch solche, derzeit recht hohe Kreditzinsen sind für Häuslebauer kein Problem.

Denn wenn die Bank für ihr Darlehen später weniger verlangt als mit der Bausparkasse vereinbart, verzichtet der Kunde einfach auf das Bauspardarlehen. „Folglich sind hohe Guthaben- und Darlehenszinsen beim Bausparen nicht unbedingt falsch“, sagt Herbst. Doch funktioniert diese Rechnung auch für die Bausparkassen selbst?

Die Finanzaufsicht Bafin hat daran offenbar einige Zweifel. Deshalb führt die Bafin derzeit eine „Zinsrisikoumfrage“ unter den Baufinanzierern durch. Das ist nichts anderes als ein Stresstest: Wie lange halten die Bausparkassen es durch, in Zeiten niedriger Zinsen attraktive Guthabensätze zu bieten, aber gleichzeitig auf viele Darlehenszinsen zu verzichten?

Manche Bausparkassen haben die Zeichen der Zeit erkannt und werden schon vorsichtiger. So nimmt die BHW-Bausparkasse ab Januar 2013 den Tarif V3Plus aus dem Programm, stellt FMH fest. Dieser sei mit bis zu drei Prozent Guthabenzinsen ausgestattet gewesen. Die durchschnittliche Verzinsung des Guthabens in Höhe von 2,3 Prozent innerhalb von sieben Jahren liege um einiges oberhalb der sonst üblichen Bausparzinsen.

Das Elf-Punkte-Programm für den Wohn-Riester (Teil 1)

Der Katalog

Die Regierung hat insgesamt 22 Maßnahmen zusammengestellt, mit denen die Private Altersvorsorge der Bürger angekurbelt werden soll. Die Hälfte davon beziehen sich auf den Wohn-Riester.

1. Kapital

Jederzeitige Kapitalentnahme für selbstgenutztes Wohneigentum

Die förderunschädliche Entnahme von gefördertem Altersvorsorgevermögen für die selbstgenutzte Wohnung ist derzeit nur eingeschränkt möglich. So muss die Entnahme entweder im zeitlich unmittelbaren Zusammenhang mit der Anschaffung oder Herstellung der selbstgenutzten Wohnung erfolgen oder zur Entschuldung dieser Wohnung unmittelbar zu Beginn der Auszahlungsphase. Die entsprechende Einschränkung soll aufgehoben werden. Gefördertes Altersvorsorgevermögen könnte somit jederzeit für die Bildung von selbstgenutztem Wohneigentum entnommen werden.

2. Besteuerung

Jederzeitige „Einmal“-Besteuerung des Wohnförderkontos während der Auszahlungsphase

Der Steuerpflichtige kann sich nach geltendem Recht nur einmalig - zu Beginn der Auszahlungsphase - entscheiden, ob er die ratierliche Besteuerung des Wohnförderkontos bis zum 85. Lebensjahr oder die Einmalbesteuerung wählt. Bei der Einmalbesteuerung des Wohnförderkontos zu Beginn der Auszahlungsphase werden 70 Prozent des in der Wohnimmobilie gebundenen, geförderten Kapitals mit dem individuellen Steuersatz besteuert. Die Möglichkeit der Besteuerung des gesamten noch vorhandenen Wohnförderkontos unter Inanspruchnahme des „Rabatts“ wird auf die gesamte Auszahlungsphase ausgedehnt.

3. Genossenschaften

Erleichterungen im Hinblick auf die Absicherung der weiteren Geschäftsanteile einer Genossenschaft

Altersvorsorgeverträge können auch den Erwerb von weiteren Genossenschaftsanteilen zum Gegenstand haben. Auch in diesem Fall hat der Anbieter zuzusagen, dass die eingezahlten Beiträge für die Alterssicherung zur Verfügung stehen. Die Möglichkeiten der Arten der Absicherung dieser Zusage soll verbessert werden.

4. Investitionen

Flexibilisierung und Verlängerung des Reinvestitionszeitraums

Der Zulageberechtigte kann, wenn er die selbst genutzte Wohnimmobilie wechselt, die sofortige Besteuerung des Wohnförderkontos vermeiden, indem er einen Betrag in Höhe des Wohnförderkontos in die neue selbst genutzte Wohnimmobilie investiert. Die bisherige Reinvestitionsfrist soll verlängert werden auf zwei Jahre vor und fünf Jahre nach Ablauf des Veranlagungszeitraums, in dem er die Wohnung letztmals selbst nutzt.

5. Entnahmen

Zulassung Entnahmebetrag zwischen 75 Prozent und 100 Prozent

Das angesparte geförderte Altersvorsorgevermögen darf förderunschädlich in Höhe von bis zu 75 % oder zu 100 % für die unmittelbare Anschaffung oder Herstellung einer selbst genutzten Wohnung oder zu Beginn der Auszahlungsphase zur Entschuldung der selbst genutzten Wohnimmobilie entnommen werden. Diese betragliche Einschränkung der Entnahmemöglichkeit soll entfallen.

6. Verzinsung

Verminderung der jährlichen Erhöhung der in das Wohnförderkonto eingestellten Beträge von 2 Prozent auf 1 Prozent

Das geförderte Kapital („Wohn-Riester“) wird betragsmäßig in einem Wohnförderkonto erfasst. Während der Ansparphase erfolgt die Erfassung der Förderung fortlaufend. Das Wohnförderkonto wird jährlich um 2 Prozent erhöht. Dieser Wert wird auf 1 Prozent gesenkt.

Hintergrund seien die geringen Anlagezinsen auf dem Kapitalmarkt. Die Bausparkassen könnten sich in diesem Umfeld immer seltener Tarifangebote mit hohen Guthaben- und Darlehenszinsen erlauben. Schließlich würden viele Bausparer später die Darlehen mit den hohen Sollzinsen nicht abrufen, sondern hätten es auf die attraktiven Guthabenzinsen abgesehen.

Die gute Nachricht für Renditejäger sei dabei: Auch wenn die BHW-Bausparkasse den Tarif bereits aus dem Internet entfernt hat, könnten Verträge mit der aktuellen Verzinsung noch bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Wenn die Bausparkasse mauern sollte, die Vertragsunterlagen sind auch über die FMH-Finanzberatung zu erhalten.

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