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17.01.2009

10:00 Uhr

Schwäbisch Hall hofft auf 50 000 Verträge

Wohn-Riester: Sparmodell mit Tücken

VonThomas Schmitt

Die Bausparkassen nutzen den Wohn-Riester für den nächsten Boom. Doch das neue Instrument hat seine Haken und Ösen. Denn es ist sehr stark zweckgebunden. Nur wer später kauft oder modernisiert, erhält Zulagen. Macht der Sparer im Laufe der Jahre schlapp, ist das Geld vom Staat futsch. Und die Rendite im Keller.

Wohn-Riester als Altersvorsorge: Sparer müssen strenge Regeln beachten. Foto: dpa

Wohn-Riester als Altersvorsorge: Sparer müssen strenge Regeln beachten. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Sie ist hochschwanger, er schmiert ein Marmeladenbrot am Frühstückstisch. Plötzlich sagt sie die bedeutungsschweren Worte: "Du, Schatz, mir reicht das hier nicht mit Dir in so einer Mietwohnung." Er blickt entgeistert auf. Hat Sie einen Geliebten? "Okay, wie heißt er?", antwortet er. "Riester, Wohn-Riester."

Mit solchen und anderen 20 Sekunden langen Werbespots geht der BHW, der Baufinanzierer der Postbank, derzeit in die Offensive. "Für eine sorgenfreie Zukunft: Riestern Sie sich in Ihre eigenen vier Wände", lautet das Motto der Kampagne. Anleger sollen mit den kleinen Filmchen animiert werden, am besten sofort den nächsten Bausparvertrag abzuschließen.

Der BHW hat eine Botschaft: Wer keine Miete mehr zahlen muss, brauche im Alter schließlich weniger Geld. Aus diesem Grund habe der Staat den "Wohn-Riester" - auch Eigenheimrente genannt - ins Leben gerufen. "Damit können Sie ab sofort das angesparte Geld Ihrer Riester-Rente auch für den Kauf oder den Bau von Wohneigentum einsetzen", so die Werbung.

Nicht nur die Postbank baut über den BHW auf eine mietfreie Zukunft. Alle 25 deutschen Bausparkassen sind voller Hoffnung. Nach dem zweitbesten Jahr 2008 soll dank des Wohn-Riesters nach Möglichkeit 2009 ein noch besseres folgen. Doch das wird nicht einfach, denn die neue Förderung hat ihre Haken und Ösen.

Aber was ist "Wohn-Riester" überhaupt? Mit dem neuen Eigenheimrentengesetz fördert der Staat den Kauf oder den Bau selbst genutzter Wohnimmobilien im Rahmen der privaten Altersvorsorge. Dies gilt auch für die Entschuldung von Wohneigentum bei Rentenbeginn. Künftig gehören Bauspar- und Darlehensverträge zu den staatlich geförderten Produkten.

Jeder, der eine Immobilie erwerben will, kann die staatliche Förderung jetzt auch für den Erwerb von selbst genutztem Wohneigentum als private Altersvorsorge nutzen. So fließt bei der Auszahlung des Riester-Vertrags das komplette Kapital vollständig in den Kauf der Immobilie. Sparer zahlen ihren Alterswohnsitz dadurch schneller ab, ihre Rente wird nicht durch monatliche Zinsraten geschmälert. Ein weiteres Plus: Bauherren können die staatlichen Zuschüsse direkt zur Tilgung Ihres Darlehens verwenden. Auch bestehende Riester-Verträge können für die Eigenheimfinanzierung verwendet werden.

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