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05.08.2013

09:36 Uhr

Schweiz

Risiko am Häusermarkt steigt

Die Risiken für den Immobilienmarkt in der Schweiz haben sich im zweiten Quartal verstärkt. Damit stellt sich die Frage, ob die Behörden genug getan haben um eine Überhitzung des Immobilienmarktes zu verhindern.

Steigendes Risiko attestiert die UBS dem Schweizer Immobilienmarkt. ap

Steigendes Risiko attestiert die UBS dem Schweizer Immobilienmarkt.

ZürichDer UBS Swiss Real Estate Bubble Index hat in den drei Monaten von April bis Juni auf 1,20 Punkte zugelegt, von 1,17 Punkten in den ersten drei Monaten des Jahres, wie die UBS am Montag mitteilte. Ein Wert von über 2 würde eine Blase anzeigen.

Die Risiken seien erneut gestiegen, erklären Matthias Holzhey und Claudio Saputelli von der UBS in Zürich. Die Abflachung des Index bedeutet jedoch, dass die Wahrscheinlichkeit, dass in den kommenden Quartalen „eine spekulative Wohnimmobilienblase entsteht und platzt”, habe sich jedoch etwas verringert, schreiben die Ökonomen weiter. Ohne anhaltende Beruhigung dürfte das Risiko einer Preisblase in den kommenden Quartalen allerdings wieder zunehmen. Als besonders riskant werden in dem UBS-Bericht Zürich, Genf, Lausanne, Luzern und Zug eingestuft.

In den vergangenen Jahren sind die Preise für Häuser und Wohnungen in der Schweiz deutlich gestiegen, wobei die Hypotheken aufgrund der lockeren Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank günstig blieben. Seit August 2011 ist der Leitsatz der SNB bei Null und im September des gleichen Jahres hat die Notenbank einen Mindestkurs für den Euro von 1,20 Franken festgelegt, um die Auswirkungen der Krise in der Euroregion auf die Schweiz zu mildern.

Die starke Nachfrage nach Immobilien, teilweise angeheizt durch eine hohe Zahl von eingewanderten Fachkräften, hat dazu beigetragen, dass die Baubranche in den vergangenen zwölf Monaten stärker gewachsen ist als die Wirtschaft insgesamt, wie aus offiziellen Daten hervorgeht.

Die SNB ist darauf bedacht, eine Immobilienkrise wie in den 1990er Jahren zu vermeiden. Die Notenbank hat daher vor einer Überhitzung gewarnt und im Februar einen zusätzlichen Kapitalpuffer für Banken eingeführt. Im Juni erklärte SNB- Vizepräsident Jean-Pierre Danthine, ein weiterer Anstieg der Immobilienrisiken könnte die SNB veranlassen, zusätzliche aufsichtsrechtliche Maßnahmen zu ergreifen. Die Zentralbank prüfe regelmäßig, ob eine Anpassung des Kapitalpuffers nötig sei, so Danthine.

Aktuell liegt der zusätzliche Kapitalpuffer bei einem Prozent der an Wohnimmobilienkredite gekoppelten risikogewichteten Aktiva, um gegen Kreditverluste abzusichern. Er kann bis auf 2,5 Prozent angehoben werden.

Inzwischen gibt es Anzeichen, dass die Banken die höheren Kosten an die Kunden weitergeben. Ende des zweiten Quartals lagen die Zinsen für zehnjährige Festzinshypotheken laut Angaben der Website comparis.ch bei 2,6 Prozent, verglichen mit 2,2 Prozent drei Monate zuvor.

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