Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.09.2012

07:49 Uhr

Schweizer Zweitwohnsitze

Immobilienboom in den Bergen

VonHolger Alich

Zweitwohnsitze in der Schweiz sind äußerst beliebt bei Investoren. Chancen gibt es für Anleger auch abseits der klassischen Urlaubsregionen. Aber Vorsicht: Nicht immer rechnen sich die Investitionen.

Die Schweizer Fahne weht auf der Mittleren Brücke in Basel. dpa

Die Schweizer Fahne weht auf der Mittleren Brücke in Basel.

ZürichWenn Anleger Urlaub von der Krise machen wollen, dann kommen sie gern in die Schweiz. Der Schweizer Franken ist als Fluchtwährung beliebt, nur mit Mühe stemmt sich die Notenbank mittels Kursgrenze gegen weiteren Aufwertungsdruck. Und gleich als doppelt stabil gilt vielen die Immobilienanlage im Land der Eidgenossen: als Investition in einen inflationssicheren Sachwert und als Anlage jenseits des krisengeschüttelten Euro-Raums. Der Eintrittspreis ins Stabilitätsparadies hat sich aber massiv verteuert.

Die Schweizer Notenbank warnt unablässig vor einer drohenden Immobilienblase. Marktexperten äußern sich nuancierter, räumen aber ein, dass eine Anlage in eine Schweizer Ferienimmobilie rein aus Rentabilitätsgesichtspunkten wenig sinnvoll ist.

Preisentwicklung bei Wohnimmobilien seit der Eurokrise

Berlin

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1899 Euro*
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 24 Prozent

* Kriterien: Durchschnittsimmobilie, 30 Jahre alt, gepflegter Zustand

Bremen

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1180 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 10 Prozent

Dortmund

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1252 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 1 Prozent

Dresden

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1692 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 19 Prozent

Düsseldorf

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2237 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 21 Prozent

Erfurt

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1718 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 15 Prozent

Essen

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1243 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 0 Prozent

Frankfurt

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2427 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 17 Prozent

Freiburg

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2625 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 28 Prozent

Hamburg

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2464 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 30 Prozent

Hannover

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1479 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 16 Prozent

Kiel

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1506 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 16 Prozent

Köln

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1994 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 17 Prozent

Leipzig

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1426 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 7 Prozent

Magdeburg

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 889 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 8 Prozent

Mainz

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1805 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 8 Prozent

Mannheim

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1788 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 13 Prozent

München

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 3692 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 33 Prozent

Nürnberg

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1827 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 22 Prozent

Stuttgart

Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2346 Euro
Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 15 Prozent

"Die Frage, ob sich ein Investment in eine Schweizer Ferienimmobilie für einen Deutschen lohnt, hängt nicht nur von kurzfristigen Renditeüberlegungen ab", warnt Claudio Saputelli, Chef des Immobilien-Researchteams der Schweizer Bank UBS, "sondern auch von der Frage, was es einem Investor wert ist, ein Objekt in der Schweiz zu besitzen." Ähnlich äußert sich Patrick Schnorf, Experte der Immobilienberatung Wüest & Partner. "Es gibt gute Gründe für, aber auch gute Gründe gegen ein Investment in eine Ferienimmobilie in der Schweiz."

Zunächst die Pro-Argumente: "Für ein Investment spricht, dass andere Anlageklassen enttäuscht haben. Immobilien in der Schweiz bieten - je nach Region - ein hohes Sicherheitsniveau", meint Schnorf. Trotz der stark gestiegenen Preise - seit 2007 sind die Preise für Eigentumswohnungen, gerechnet in Schweizer Franken, im Schnitt um 30 Prozent gestiegen - erwartet er keinen baldigen Preissturz; dazu sei die Nachfrage zu robust.

Chancen und Risiken

Halle a. d. Saale

Auf dem letzten Platz liegt Halle. Hier liegt das Risiko bei 3,30 (auf einer Skala von 1-5). Dafür ist die durchschnittliche Rendite mit 9,9 Prozent am höchsten.

Duisburg

Die Ruhrpott-Stadt weißt ein eher hohes Risiko auf: 2,97. Die Rendite von 9,0 Prozent lockt dafür umso mehr.

Magdeburg

Die Hauptstadt von Sachsen-Anhalt birgt mit 2,97 ein eher hohes Risiko. Dafür liegt die Rendite aber auch bei 9,6 Prozent.

Kassel

Kassel bewegt sich wie Bochum mit 2,64 im mittleren Risiko-Bereich. Rentabel ist sie mit 8,9 Prozent aber allemal.

Bochum

Die Stadt im Ruhrpott birgt ein Risiko von 2,64. Dafür weist sie eine Rendite von 9,3 Prozent auf.

Augsburg

Wie auch in Heilbronn liegt das Risiko bei 2,31. Allerdings ist die Rendite in Augsburg mit 6,9 Prozent am geringsten.

Heilbronn

Bei den Schwaben liegt das Risiko bei 2,31 und die Rendite beträgt 7,2 Prozent.

Aachen

Zusammen mit Braunschweig belegt Aachen mit 1,98 Platz 2. Allerdings ist die Rendite hier nicht so hoch, sondern liegt nur bei 7,1 Prozent.

Braunschweig

Die kleine Stadt im Norden ist auch sicher. Mit 1,98 teilt sie sich den Platz mit Aachen. Die Rendite beträgt 8,3 Prozent.

Bielefeld

Der klare Sieger ist Bielefeld. Hier liegt das Risiko bei gerade einmal 1,65. Die Rendite erreicht mit 8,3 Prozent immerhin das Mittelfeld.

Sprich - je länger die Euro-Krise anhält, desto länger wird der Preisanstieg andauern. Bei Ferienimmobilien gibt es zudem einen Sonderfaktor. In einer Volksabstimmung haben die Schweizer beschlossen, dass künftig in keiner Gemeinde mehr als 20 Prozent der Immobilien Zweitwohnungen sein dürfen. Damit wollen die Schweizer verhindern, dass vor allem die Ferienorte zu Geisterstädten mutieren. In klassischen Feriendestinationen wie St. Moritz kommt das einem Bauverbot für Ferienwohnungen gleich. Hier werde die Zweitwohnungsinitiative für weiter steigende Preise sorgen, sagt UBS-Experte Saputelli.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

03.09.2012, 08:28 Uhr

JaJa und hätten die sich bei den schweizer Vermittlern, und seriösen Bankern mal richtig informiert, dann würden sie auch wissen dass sich in der Schweiz eine riesige Blase gebildet hat die bald zu platzen droht.

Ja und euro Krise??? Vielleicht schnallt bald endlich jemand dass die Schweiz faule Euros zum drücken des Frankens gekauft hat...was passiert wenn der Euro crasht (und das wird er) kann sich jeder ausmalen der bis 3 zählen kann....

Nicht alles was glänzt und so weiter.... Ich bin selbst halb Schweizer und sehe was sich da zusammenbraut, was viele Schweizer schon ahnen....genau deshalb schiessen die Preise momentan ins Nirvana und werden am Tag X alle zusammenkrachen. UBS und Cs werden ihre Leichen ebenso noch auf den Staat abladen müssen und dann ist eh sense. Manch einer lacht noch drüber aber es wird kommen... Warum wohl hauen momentan viele Schweizer nach Thailand, Canada und co ab?

goldeneye

03.09.2012, 09:19 Uhr

Irgendwie kann ich den Bericht auch nicht nachvollziehen. Habe noch nie so viele Schweizer gesehen, die nach Deutschland kommen, sei es zum Einkaufen, Essen und Urlaub machen. Ganz sicher ist es eine enorme Blase, die bald platzt. Ich selbst kenne einige Schweizer, die auswandern wollen .... nach Deutschland!!!!

Pharmland

03.09.2012, 09:28 Uhr

Die Schweizer Nationalbank hat einen grossen Teil der Euros längst in Dollars (Kanad, US, Australien) und Skandies (Norwegen Schwene) gewechselt

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×