Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.12.2013

10:54 Uhr

Staat steuert gegen

Chinas Immobilienpreise schnellen nach oben

In China steigen die Immobilienpreise rasant. Gerade ärmere Bevölkerungsschichten leiden darunter. Die Regierung gelingt es mit Regulierungen entgegenzusteuern. Doch das birgt auch Gefahren.

Neue Gebäude in Schanghai: Bremst der Staat den Immobilienmarkt zu stark, bricht ein wichtiger Konjunkturtreiber weg. dpa

Neue Gebäude in Schanghai: Bremst der Staat den Immobilienmarkt zu stark, bricht ein wichtiger Konjunkturtreiber weg.

PekingDie Immobilienpreise in China sind im November so stark in die Höhe geschnellt wie seit langem nicht mehr. Binnen Jahresfrist verteuerten sich Häuser und Wohnungen in den 70 größten Städten des Landes um 9,9 Prozent, ermittelte Reuters am Mittwoch auf Basis von Daten des chinesischen Statistikamtes. Das ist der stärkste Anstieg seit Beginn der Berechnungen 2011. Allerdings mehren sich die Anzeichen, dass die Bemühungen der Regierung in Peking Früchte tragen, den Preisanstieg zu drosseln. Binnen Monatsfrist fiel der Anstieg mit 0,5 Prozent so niedrig aus wie seit Jahresanfang nicht mehr.

Alfred Lau, Immobilienanalyst bei der Bank of Communications International in Hongkong, schreibt den geringeren Preisanstieg seit Oktober dem Eingreifen der Regierung zu. Auch in den kommenden Monaten sei damit zu rechnen, dass diese Entwicklung anhält. Die Führung in Peking hat zuletzt etwa die Regeln für die Vergabe von Hypothekenkrediten verschärft und zusätzliches Bauland ausgewiesen. Zudem wurden die Steuern für Käufer von Zweitwohnungen erhöht.

Das kleine Makler-ABC

Übersetzungshilfe

Makler sprechen eine eigene Sprache. Eine unmaßgebliche Übersetzungshilfe für Anfänger von Handelsblatt online-Autorin Inge Hufschlag:

A

A wie Altbau-Charme = Bruchbude

B

B wie Besichtigungstermin = Flashmob für Wohnungssuchende

C

C wie Chemie der Nachbarn stimmt = Zwischen den Mietparteien herrscht Krieg

D

D  wie Diskriminierungsverbot  = diskrete Sichtung von Mietern und Kaufinteressenten nach Kriterien wie Rasse, Religion, sexuelle Identität, Altersarmut, Kinderreichtum oder anderen Behinderungen.

E

E wie Einzimmerwohnung = Besenkammer

F

F wie Französischer Balkon = Halterung für bis zu drei Geranien

G

G wie Gartennutzung = Lizenz zum Rasenmähen

H

H wie Heizkosten  = unkalkulierbares Thema, das meist viel Energie kostet

I

I wie In-Viertel = überhöhte Quadratmeterpreise

J

J wie Junges Wohnen = Speicher im 6. Stock ohne Aufzug

K

K wie Küche = kann als indirekter Preisaufschlag übernommen werden

L

L wie Loft = unvermietbare Gewerbe-Immobilie

M

M wie Mansarde = nicht isolierter Trockenspeicher

N

N wie Nordseite = nie die Sonne sehen

O

O wie ortsübliche Vergleichsmiete = same, same, but different!

P

P wie parkähnlich = verwildertes Grundstück. Vorsicht: Rattengift!

Q

Q wie Quartier = runtergekommenes oder noch nicht raufgekommenes Stadtviertel

R

R wie ruhige Umgebung = weit und breit keine Einkaufsmöglichkeit

S

S wie stadtnah = 20 Minuten zur S-Bahn, mit der dann eine gute Stunde in die City

T

T wie Terrassenwohnung = Einladung zum Einbrechen

U

U wie Urbanes Wohnen = No Go Area

V

V wie Verkehrsanbindung = ICE fährt jede Nacht durchs Schlafzimmer

W

W wie Wohnberechtigung = mehr Schein als Sein

X

X wie x-mal = Anrufe von Kauf- und Mietinteressenten, verschönt  mit Warteschleifen

Y

Y wie Yuppie-Wohnung = ab 20 Euro pro Quadratmeter - eiskalt

Z

Z wie zentrale Lage = finsterstes Bahnhofsviertel, folgen Sie einfach dem Straßenstrich …

Der Staat reagiert damit darauf, dass sich viele Chinesen keine Wohnung mehr in den Großstädten leisten können, teilweise werden deswegen sogar schon soziale Unruhen befürchtet. Dennoch steht sie vor einem Dilemma: Bremst sie den Immobilienmarkt zu stark, dann bricht ein wichtiger Konjunkturtreiber weg. Das Wachstum dürfte in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft in diesem Jahr mit 7,5 Prozent so gering ausfallen wie seit der Asien-Krise in den 1990er Jahren nicht mehr.

Reuters berechnet den Preisanstieg der chinesischen Immobilien seit 2011. Damals hatte das Nationale Statistikamt seine Daten umgestellt. Es legt nur noch die Werte der einzelnen Städte, nicht aber des gesamten Landes vor.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×