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17.10.2013

11:42 Uhr

Starke Preisrückgänge

Pariser Luxusimmobilien sind wieder gefragt

Der Preisverfall auf dem Markt für Pariser Luxusimmobilien scheint ein Ende zu haben. Nach der Steuerflucht vieler reicher Franzosen greifen nun Ausländer vermehrt bei den leerstehenden Top-Wohnungen und -Häusern zu.

Immobilien in Paris: „Es gab noch nie so viele Qualitätsprodukte.” dpa

Immobilien in Paris: „Es gab noch nie so viele Qualitätsprodukte.”

ParisAls ein 44 Millionen Euro teures Stadthaus in Paris in der Nähe der Champs-Élysées nach nur sechs Wochen auf dem Markt einen Käufer fand, wusste Charles-Marie Jottras, dass sich das Blatt am Luxusimmobilien-Markt wendet.

Die Villa aus dem 19. Jahrhundert mit einem Dutzend Zimmern auf drei Etagen ging nach Aussage des Chairman des Immobilienmaklers Daniel Feau, einer Tochter von Christie's International Real Estate, an einen Käufer aus Katar. Das Haus ist von einem 1000 Quadratmeter großen Garten umgeben, verfügt über einen Swimmingpool und bietet von der Terrasse aus einen Panoramablick über Paris.

Die Verkäufe von Liegenschaften im Wert von mehreren Millionen Euro haben in der französischen Hauptstadt zuletzt wieder angezogen. Hintergrund ist die Rückkehr von Interessenten aus dem Nahen Osten, den USA und Russland, nachdem die Preise auf Jahressicht um mehr als zehn Prozent gesunken waren.

Der Markt für Luxusbauten litt zuvor unter der Flut von vermögenden Franzosen, die ihre Villen abstießen und das Land verließen, nachdem sich der sozialistische Präsident François Hollande nach seiner Wahl im Mai 2012 für eine Anhebung der Steuern einsetzte. 2013 führte Frankreichs Staatschef neue Steuern für Unternehmen und Haushalte im Umfang von 30 Milliarden Euro ein, darunter auch eine so genannte Reichensteuer von 75 Prozent auf Einkommen von mehr als einer Million Euro. Damit soll die Staatskasse aufgebessert werden, um das im letzten Jahr verzeichnete Haushaltsdefizit von 4,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu drücken.

Prominentester Steuerflüchtling ist wohl der Schauspieler Gérard Depardieu, der zuerst nach Belgien zog, bevor er im Januar die russische Staatsbürgerschaft annahm. Seine Villa Hôtel de Chambon in der Pariser Innenstadt wurde zum Verkauf gestellt – und reihte sich in den wachsenden Bestand an zu veräußernden Luxushäusern ein.

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