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12.04.2012

10:56 Uhr

Steigende Preise

Europa zittert vor der Immobilienblase

VonHolger Alich, Reiner Reichel, Michael Maisch, Thomas Hanke

Geld in Hülle und Fülle und niedrige Zinsen haben schon einmal eine Immobilienblase aufgepumpt. Bald könnte es wieder so sein - diesmal mitten in Europa. Bislang werden alle Warnungen ignoriert.

Riesenrad am Place de la Concorde in Paris: In Großstädten haben die Preise das Niveau der Boomjahre 2006 und 2007 erreicht. dpa

Riesenrad am Place de la Concorde in Paris: In Großstädten haben die Preise das Niveau der Boomjahre 2006 und 2007 erreicht.

DüsseldorfIn Europa geht die Angst vor dem Platzen einer Immobilienblase um, die auch hierzulande Sorge bereitet. Vor allem der Großraum Paris und die Schweiz sind gefährdet. Denn dort wurde gekauft, was zu kaufen war. Seit über einem Jahrzehnt steigen die Preise in der französischen Hauptstadt, kurz nur in den Jahren 2008 und 2009 durch die Krise unterbrochen. Das hat dazu geführt, dass sich viele Mittelstandsfamilien keine Häuser oder Wohnungen in den Ballungszentren mehr leisten können und als Käufer ausfallen.

Frankreichs Banken treten nun bei der Kreditvergabe stärker auf die Bremse. Sie haben angesichts der steigenden Arbeitslosigkeit Angst, dass sie auf ihren Kreditforderungen sitzen bleiben. Nach Angaben der Banque de France ist das Volumen neuer Hypotheken seit Dezember 2011 um mehr als 50 Prozent zurückgegangen. Prekär wird es, wenn – wie allgemein erwartet – die Zinsen steigen und das den Immobilienerwerb weiter erschwert.

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Etwas anders ist die Lage in der Schweiz: Die brummende Wirtschaft zieht vor allem auch ausländische Anrechtnehmer an. Und die müssen irgendwo wohnen. Die Ausländer haben mit dazu beigetragen, dass die Preise so rapide geklettert sind, dass Internationaler Währungsfonds (IWF), OECD und die Schweizer Finanzaufsicht gleichermaßen vor einer Blase auf dem Immobilienmarkt warnen. Würde sie platzen, könnte die Stabilität der Banken bedroht sein, argumentieren sie.

Angeheizt wird die Nachfrage aber besonders durch zwei hausgemachte Faktoren: Die Nullzinspolitik der Notenbank hat zur Folge, dass Immobilienkäufer eine Finanzierung mit acht Jahren Laufzeit für zum Teil weniger als zwei Prozent Zins bekommen. Zudem wird die Verschuldung staatlich subventioniert: Zinszahlungen können von der Steuer abgezogen werden.

Als Gegenmaßnahme empfiehlt der IWF in seinem jüngsten Länderbericht strengere Eigenkapital-Regeln für Hypotheken und mahnt gemeinsam mit der OECD, die steuerliche Abzugsfähigkeit von Zinsen zu streichen.

Kommentare (9)

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GrundistAnleihenblase

12.04.2012, 11:54 Uhr

Diese reale Immobilienblase ensteht derzeit aus der Anleihenblase, die in Griechenland bereits geplatzt ist und als nächstes in Portugal, Itlaien und Spanien bald platzen wird. Sachwerte (Immobilien, Gold, Silber...)sind besser in der Hand wie wertloses Geld, welches derzeit unkontrolliert gedruckt wird. Deswegen werden die Immobilienpreise/blasen weiter sehr stark zunehmen. Jeder versucht den Euro abzustossen bevor er so viel Wert ist wie die Mark, Reichsmark, DDR Mark oder DM.

yoski

12.04.2012, 12:08 Uhr

Wenn die USA, Australien, Japan, GB, Spanien und Irland eine Immobilienblase haben dann wollen die anderen Vollpfosten natuerlich auch eine haben. Aus Fehlern anderer Leute zu lernen waere zu einfach. Man muss eigene Erfahrungen sammeln. Ausserdem kommt der naechste Lastenausgleich (oder hoehere Immo Steuer) bestimmt. Das gute fuer den Staat ist das er bei Immobilien genau weiss wo was zu holen ist. Immobilien sind somit die unsicherste Anlage in Zeiten einer Staatsschuldenkrise.

Account gelöscht!

12.04.2012, 12:16 Uhr

Wenn die Immobilienblase platzt, dann hat man wieder einen Grund die Banken zu stuetzen und kann lustig weiter Geld drucken. Die USA macht(e) dies ja grossartig vor.

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