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05.06.2011

10:00 Uhr

Steigende Preise

Hollywoods Immobilienmarkt blüht auf

VonHans-Peter Siebenhaar

In Los Angeles können sich luxuriöse Architektenhäuser vom anhaltenden Abwärtstrend des US-Immobilienmarkts freimachen. Nach Jahren der Flaute belebt sich dort die Nachfrage in den Bestlagen. VON HANS-PETER SIEBENHAAR

Die Alleen in den Hollywood-Hills zählen zu den begehrtesten Lagen der zehn Millionen großen Filmmetropole. Quelle: dapd

Die Alleen in den Hollywood-Hills zählen zu den begehrtesten Lagen der zehn Millionen großen Filmmetropole.

Eigentlich sollte es für den Immobilienmakler Scott Lander ein einfaches Geschäft werden. Der Liebhaber der klassischen Moderne kaufte vor drei Jahren eines der berühmten Häuser des österreichischen Architekten Richard Neutra (1898-1970) in Santa Monica, dem privilegierten Vorort von Los Angeles an der Pazifikküste. Für das 1938 erbaute, arg renovierungsbedürftige Haus in der Mesa Road bezahlte er knapp 1,5 Millionen Dollar. Für mehr als 650.000 Dollar ließ der Architekturfan schließlich die durch zahllose Umbauten verschandelte Villa wieder in den Originalzustand zurückversetzen. Manches war Detektivarbeit: „Es war schwierig, Handwerker zu finden, die noch die erforderlichen Techniken und Fertigkeiten beherrschten, die man zur Sanierung eines solchen Gebäudes braucht“, berichtet Lander.

Die Arbeit hat sich gelohnt – das Investment bisher nicht. Das Haus erhielt zwar eine am Eingang angebrachte Ehrenplakette der Stadt: „Historical Monument Nr. 983“. Verkaufen konnte Eigentümer Lander es allerdings bis zum heutigen Tage nicht. Denn die Rezession machte auch ein stadtbekanntes Architektenhaus plötzlich praktisch unverkäuflich. In seiner Not hat Lander das Anwesen fürs Erste vermietet. Nun gibt es erste Anzeichen für eine Wende.

„Die Zeiten des absoluten Stillstands wie 2008 und 2009 sind längst vorüber. Seit 2010 geht es mit der Nachfrage langsam voran“, sagt Crosby Doe, der in Beverly Hills das angesehene Maklerbüro Crosby Doe Associates mit 15 Mitarbeitern betreibt. „Anders als herkömmliche Immobilien sind klassische Architektenhäuser ohnehin nicht so stark von der Krise betroffen“, berichtet der Immobilienexperte. Und solcher Schmuckstücke gibt es rund um die Filmstadt viele.

 Der Norden von Los Angeles nämlich gilt unter Liebhabern der Architektur des 20. Jahrhunderts als Open-Air-Museum: Von Pasadena über Beverly Hills, Brentwood, Pacific Palisades, Santa Monica bis nach Malibu haben viele namhafte Architekten der klassischen Moderne private Wohnhäuser gebaut: Richard Neutra, John Lautner, Rudolph Michael Schindler, Frank Lloyd Wright. Eine liberale Baugesetzgebung hat der Fantasie der Architekten kaum Grenzen gesetzt.

Doch nicht nur für Liebhaberobjekte hat sich die Nachfrage belebt. Auch insgesamt sei das Frühjahr für seine Firma gut gelaufen, zieht Makler Doe eine Zwischenbilanz. „Im Preisbereich zwischen 800.000 und zwei Millionen Dollar ziehen die Preise sogar wieder an.“ Auch das Luxussegment laufe wieder besser. „Wir haben sogar einige Häuser zu Preisen verkauft, die unsere Erwartungen deutlich übertrafen, zum Beispiel in Manhattan Beach“, sagt Doe, der seit knapp vier Jahrzehnten im Luxus-Immobiliengeschäft in Los Angeles tätig ist.

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