Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.11.2011

12:08 Uhr

Streit ums Dach

Weiter Baustopp an der Elbphilharmonie

Auch nach einem Spitzengespräch hat der Baukonzern Hochtief weiter Sicherheitsbedenken beim Dach der Elbphilarmonie. Der Architekt sieht keinen Grund, an der Statik zu zweifeln.

Möwe vor der Baustelle der Elbphilharmonie dpa

Möwe vor der Baustelle der Elbphilharmonie

HamburgDie Bauarbeiten am Dach der Elbphilharmonie ruhen weiter: Im Streit um die Statik des Tragwerks hat eine Gesprächsrunde zwischen Experten von Hochtief, Vertretern der Stadt und Architekten zunächst keine Lösung gebracht. „Unserer Sicherheitsbedenken sind nicht vom Tisch“, sagte Hochtief-Sprecher Bernd Pütter am Freitag. Im Mittelpunkt der siebenstündigen Beratungen am Donnerstag stand das umstrittene Dach des Jahrhundertbauwerks. Der Essener Baukonzern hatte vor mehreren Tagen die Arbeiten an dem komplizierten Tragwerk aufgrund von Sicherheitsbedenken eingestellt.

Allerdings hätten sich beide Parteien angenähert, sagte Pütter. „Die Probleme sind nicht gelöst, aber eingegrenzt.“ Die Bauarbeiten ruhten vorerst weiter, nun müssten erneut Beratungen folgen. Hochtief werde die vorgelegten Gutachterdaten weiter erörtern, sagte auch ein Sprecher der Stadt. Ein neuer Gesprächstermin sei aber nicht vereinbart worden.


Heinrich Schnetzler, der für die Schweizer Architekten Herzog & Meuron das Dach entworfen hat, hatte am Donnerstag erklärt: „Ich habe keine Zweifel daran, dass das Dach sicher ist. Von Hochtief wurden ja die 14 Airbusse ins Spiel gebracht, deren Gewicht das Dach zu tragen hat. Ich sage Ihnen, das Dach ist von uns auf das Gewicht von 25 Airbussen ausgelegt worden.“ Und auch Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) sagte vergangene Woche, die Stadt habe drei Meinungen zur Sicherheit des Daches eingeholt. „Es ist explizit dasselbe dabei herausgekommen.“ Es gebe überhaupt keinen Grund, an der Statik zu zweifeln. Vielmehr gehe es dem Unternehmen darum, die Verantwortung für den Bauverzug der Stadt Hamburg zuzuweisen.

Kostenexplosion und massive Verzögerungen sorgen seit Jahren für Ärger bei dem Jahrhundertbauwerk. Der letzte Vertrag sah eine Fertigstellung im November 2011, also in diesen Tagen, vor. Vor wenigen Monaten hatte Hochtief dann April 2014 als Übergabetermin genannt. Aber auch dieses Datum kann möglicherweise nicht eingehalten werden. Und auch die Kosten für den Steuerzahler stiegen von anfänglich 77 Millionen auf mindestens 323 Millionen Euro.

Inzwischen lässt die Stadt juristisch prüfen, wer für den ständigen Aufschub verantwortlich ist. Das Verfahren vor dem Hamburger Landgericht beginnt nächste Woche (18. November).

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×