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22.07.2013

16:56 Uhr

Studie

Teure Mieten erhöhen das Armutsrisiko

Einkommensschwache Familien haben in 60 der 100 größten deutschen Städte durchschnittlich weniger Geld als eine Hartz-IV-Familie. Schuld daran haben die teure Mieten. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Wohngeldempfänger.

Blick auf die Fensterfront eines Hochhauses in Dresden. Immer öfter leben einkommensschwache Familien aufgrund teurer Mieten mit weniger Geld als Hartz-IV-Empfänger. ZB

Blick auf die Fensterfront eines Hochhauses in Dresden. Immer öfter leben einkommensschwache Familien aufgrund teurer Mieten mit weniger Geld als Hartz-IV-Empfänger.

GüterslohIn vielen Großstädten drohen einkommensschwache Familien mit Kindern durch die hohen Mieten unter das Hartz-IV-Niveau zu rutschen. In den Ballungszentren landen die Familien mit geringem Einkommen nach Abzug der Miete oft unterhalb der staatlichen Grundsicherung, wie eine am Montag von der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh vorgelegte Studie ergab. In manchen Städten entfällt mehr als die Hälfte des Einkommens solcher Familien auf die Miete.

Eine Familie, die weniger als 60 Prozent des ortsüblichen mittleren Einkommens verdient, hat laut der Studie der empirica AG im Auftrag der Bertelsmann Stiftung in 60 der 100 größten deutschen Städte nach Abzug der Miete im Durchschnitt weniger Geld zur Verfügung als eine Hartz-IV-Familie. „Familien aus der unteren Mittelschicht und oberen Unterschicht geraten in Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt finanziell stark unter Druck“, erklärte der Vorstand der Bertelsmann Stiftung, Jörg Dräger.

Die Situation ist in den Städten sehr unterschiedlich. So bleiben etwa in Jena einer Familie mit zwei Kindern, die weniger als 60 Prozent des ortsüblichen mittleren Einkommens verdient, nach Abzug der Miete rechnerisch nur 666 Euro pro Monat. Das verfügbare Einkommen liegt damit 43 Prozent unter der staatlichen Grundsicherung, auf die eine vergleichbare Familie ohne Erwerbseinkommen Anspruch hat. In Frankfurt am Main, Freiburg und Regensburg liegen einkommensschwache Familien nach Zahlung der Miete ebenfalls deutlich unter Hartz-IV-Niveau.

In Heilbronn, wo relativ hohe Durchschnittseinkommen und ein entspannterer Wohnungsmarkt zusammentreffen, hat eine Familie dagegen unter den selben Annahmen monatlich 1941 Euro zur Verfügung. Dies sind 66 Prozent mehr als die staatliche Grundsicherung. Auch in Iserlohn, Witten und Bergisch-Gladbach sinkt das Armutsrisiko für Familien mit Kindern durch günstigere Mieten.

Kommentare (5)

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kraehendienst

22.07.2013, 18:06 Uhr

EU=Europäischer Untergang. Island stieg aus den Beitrittsverhandlungen aus=ein Licht am Rand dieses politischen Malochs. Der EURO ist die Monopolywährung dieses Untergangs. Untergang europäischer Kulturgeschichte in ihrer Vielfalt und eine bodenlos freche weil nicht demokratisch legitimierte Gleichmacherei über alle Nationen hinweg (alle Bürger: EU-Ausweis, nicht "Reisepass der Republik..."!!) sind "Weltbürger" - ach wie toll!!...sie sind defacto: ENTRECHTET! Dann sollen ALLE bitte ein digitales Konto haben - damit Schäuble & Co zypriotisch, wie Schäuble auch im Mai 2013 ganz selbstverständlich bestätigte am besten an einem Freitag zum Wochenende, sicher nach der Wahl 2013 darauf zugreifen können! Nun kommt noch SEPA mit IBAN und BIC, das macht den zentralistischen Zugriff noch einfacher. Vertrauenswürdig! So kann Wachstum entstehen. Aber das soll ja garnicht sein. 60% der Bevölkerung sollen 2030 verarmt sein und bangladeshi-sch in Wellblechhütten-Ghettos leben, ohne Strom weil privatisiert zu teuer...ausgehungert sollen sie sein. Den Rest kann man sehr gut kontrollieren. Alternativlos wird dieser Weg an die Wand, diese durch die Wucht der Eliten nieder gefahren. Für den Einen ist die Wand Hartz-4, den anderen seine Dividenden, den Dritten sind es Mindestrenten, die SICHER sind... für den niedersten Diener sind es Hungerlöhne. Europa braucht den EURO nicht sondern die USA, die sich nun mehr und mehr abschottenden (IWF) Feudalisten in Brüssel, die INVESTOREN und die NWO brauchen den EURO um ihn 1:1 zum USD zu inflationieren. Um Europa, das solange die anderen Kontinente wie über GB etwa durch Tee Indien, Asien, dann Lateinamerika ausbeutete: auszupressen, mürbe und arm zu machen.

http://pravdatvcom.wordpress.com/2013/05/30/weltbank-insider-packt-aus-uber-korruption-und-die-federal-reserve/

Account gelöscht!

22.07.2013, 18:23 Uhr

Draghi plant - mit der Unterstützung von Dr. Täuschle und Mädchen Erika - die Inflation insbesondere in Deutschland deutlich über 4% zu schieben - damit sich die PIGS erholen können. Die armen Mieter tun mit leid. Deutschland verarmt ohne Ende durch den Euro.
Aber die Deutschen wären nicht deutsch, wenn sie keinen deutschen Größenwahn, deutsche Überheblichkeit und Selbstüberschätzung bei dem Durchziehen von "politischen Projekten" an den Tag lägen. Da hat sich nicht viel verändert. Vor um die 70 Jahren war alles ähnlich...
Widerlich!

RDA

22.07.2013, 23:07 Uhr

Wundert das jemand? Schröder hat einen Niedriglohnsektor eingeführt und mit seiner Lohnzurückhaltungspolitik mit verantwortet, dass die Lohnquote stetig gesunken ist. Damit ist auch die Bemessungsgrundlage für die Renten gesunken. Aber damit nicht genug: Rentner zahlen seit 2004 den Pflegeversicherungsbeitrag voll selbst. Dank diverser Nullrunden und Mini-Erhöhungen wurden Renten immer weiter vom ohnehin zurückgehenden Lohnniveau abgekoppelt.
Das alles hatte auch die Bertelsmann-Stiftung mit zu verantworten. Insofern ist es befremdlich, wenn diese neo-konservative Stiftung auf einmal ihr Herz für sozial Schwache entdeckt. Was steckt dahinter? Sollen wir auch auf eine steuerfinanzierte Grundrente umgestellt werden wie es derzeit in UK passiert?

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