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26.01.2010

09:33 Uhr

Stuyvesant Town

Eigentümer geben Schlüssel der Bank zurück

Die Gruppe um die Immobilienfirma Tishman Speyer und den Vermögensverwalter Blackrock überließ die sogenannte Stuyvesant Town in New York ihren Kreditgebern. Das Gelände ist eines der ersten großen, international bekannten Objekte, das in der Krise an die Bank fällt.

Stuyvesant Town: Die Transaktion der Hochhaussiedlung galt als Paradebeispiel für die Fehler in der Boomphase des US-Immobilienmarktes. Quelle: ap

Stuyvesant Town: Die Transaktion der Hochhaussiedlung galt als Paradebeispiel für die Fehler in der Boomphase des US-Immobilienmarktes.

rab/rrl NEW YORK. Ein ganzes Stadtviertel haben sie aufgegeben: Die Gruppe um die Immobilienfirma Tishman Speyer und den Vermögensverwalter Blackrock überließ die sogenannte Stuyvesant Town in New York ihren Kreditgebern. Zu Hochzeiten des Immobilienbooms im Jahr 2006 hatten sie für das Viertel in Manhattan die Rekordsumme von 5,4 Mrd. Dollar bezahlt. Tishman Speyer, einer der größten Projektentwickler weltweit, kontrolliert auch das Rockefeller Center und das Chrysler-Hochhaus in New York.

Es ist eines der ersten großen, international bekannten Objekte, das in der Krise an die Bank fällt. Einige Branchenexperten rechnen jedoch damit, dass andere Investoren in ähnliche Schwierigkeiten kommen könnten. Denn in der Finanzkrise sind Häuserpreise und Mieten dramatisch gefallen. Damit werden auch viele Objekte geringer bewertet, die Banken können je nach Kreditvertrag zusätzliche Sicherheiten verlangen oder die Konditionen verschärfen. Das wiederum trifft je nach Finanzlage den Investor ins Mark. Das Analysehaus RCA schätzt das Volumen notleidender Immobilien weltweit auf 330 Mrd. Dollar. Rund die Hälfte könne den USA zugeordnet werden. Analysten erwarten, dass die USA das letzte große Land sein werden, dass sich von der Krise erholt.

Tishman und Blackrock hatten Stuyvesant Town teuer gekauft und saniert - in der Hoffnung, den Komplex oder Teile teurer zu vermieten oder zu verkaufen. Doch stattdessen fielen die Preise, das Gemeinschaftsunternehmen kam in Schwierigkeiten.

Auf dem Gebäudekomplex lasten nach Angaben des "Wall Street Journal" Schulden von 4,4 Mrd. Dollar. Die einzige Alternative zu einer Insolvenz sei die Übertragung an die Gläubiger gewesen, zitierte das Blatt gestern aus einem Schreiben der Investoren. Zuvor hatten sich beide Seiten nicht über eine Umschuldung einigen können. Stuyvesant Town und ihre Schwestersiedlung Peter Cooper Village sind 70 Jahre alt. In den 110 Backstein-Gebäuden mit ihren 11 227 Wohnungen leben etwa 25 000 Menschen.

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