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22.02.2013

06:56 Uhr

S&K-Razzien

Staatsanwälte ermitteln gegen „Finanzwelt“-Chefin

ExklusivBei den Razzien gegen die Immobiliengruppe S&K wurden auch die Räume einer Fachjournalistin durchsucht. Der Vorwurf der Staatsanwälte: schönfärberische Berichterstattung gegen üppige Beraterhonorare.

Anlegerskandal

Großrazzia bei S&K und Partner United Investors

Anlegerskandal: Großrazzia bei S&K und Partner United Investors

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Frankfurt/MainDer spektakuläre Fall der Investmentgesellschaft S&K weitet sich zum Medienskandal aus. Nach Informationen des Handelsblatts hat die Frankfurter Staatsanwaltschaft die Wohnräume von Dorothee Schöneich durchsucht. Schöneich ist Gesellschafterin und Herausgeberin der Zeitschrift „Finanzwelt“.

Ihr wird laut Ermittlungsbeschluss vorgeworfen, durch wahrheitswidrige und schönfärberische Berichterstattung dazu beigetragen zu haben, dass die S&K zahlreiche Anleger fand und auf diese Weise mehr als 100 Millionen Euro veruntreute – so jedenfalls die Annahme der Staatsanwaltschaft.

Die Staatsanwaltschaft geht von der Annahme aus, dass Schöneich ihre Zeitschrift zum Zwecke der persönlichen Bereicherung als Werbebroschüre von der S&K-Gruppe missbrauchen ließ. So habe sie sie für die Unterstützung der Hauptbeschuldigten Schäfer und Köller allein 6000 Euro monatlich als „Beraterhonorar“ erhalten.

Wenn der S&K durch ihre Tätigkeit Anlegergelder zuflossen, habe sie zudem ein Prozent der Umsätze vereinnahmt. Darüber hinaus habe Schöneich von Schäfer und Köller teure Geschenke wie Handtaschen und Schmuck angenommen. Schöneich reagierte bis zum Redaktionsschluss gestern nicht auf Anfragen des Handelsblatts.

Anlagetipps: Finger weg von Finanzprodukten, wenn...

Tipp 1

... Renditen von über acht Prozent pro Jahr versprochen werden, gleichzeitig aber ein Drittel der eingeworbenen Summe für Kosten wie Werbung oder Vertrieb draufgeht

Tipp 2

...der Initiator bislang noch keine erfolgreichen Finanzprodukte aufgelegt hat

Tipp 3

...der Initiator nicht nachweisen kann, dass er die versprochenen Renditen im Kerngeschäft erwirtschaftet oder mit Vorgängerprodukten bereits erzielt hat

Tipp 4

...das Objekt, in das investiert werden soll, noch nicht feststeht oder das Anlegergeld als Kredit an andere Gesellschaften weitergereicht wird, der Anleger sich also nicht direkt an einer Immobilie oder einem Schiff beteiligt

Tipp 5

...Anleger Geld nachschießen müssen, falls das Unternehmen zum Sanierungsfall wird

Die Finanzwelt ist nach eigenen Angaben mit 100 000 Lesern eine der führenden Publikationen für den erfolgsorientierten, qualifizierten Finanzberater im deutschsprachigen Raum. In der Selbstdarstellung heißt es: „Finanzwelt greift wichtige Themen der Finanzbranche auf, setzt Impulse und berichtet hierüber zum Wohle der Branche.“

Nach der bundesweiten Großrazzia gegen mutmaßliche Anlagebetrüger vom Dienstag waren eine Reihe von Hauptverdächtigen in Untersuchungshaft genommen worden. Die Personen stehen im Verdacht, ein betrügerisches Schneeballsystem aufgebaut und Anleger um mehr als 100 Millionen Euro geprellt zu haben. Die Wirtschaftswoche hatte Ende Januar vor den Aktivitäten gewarnt.

Kommentare (17)

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Ingo

22.02.2013, 07:51 Uhr

wer solchen Typen auf den Leim geht hat es nicht besser verdient!

Ohjemiene

22.02.2013, 09:03 Uhr

Sicher muss man nicht sofort zum Anwalt rennen. Wenn aber eine Rückgewinnungshilfe stattfindet, dann sollte man zum Anwalt gehen, weil das Verfahren nicht gerade einfach ist.

Ebenfalls wäre ein Anwalt dann ganz gut, wenn man mit der Anmeldung der Forderungen in einem Insolvenzverfahren zu tun hat. Das ist dann vorliegend nicht die Easy-going-Forderungsanmeldung...

Und schließlich sind in die Fälle auch häufiger Rechtsanwälte und Notare involviert, die diesen Firmen zuarbeiten. Da sollte man auch ein Auge drauf werfen.

Zuzugeben ist den Verbraucherschützern, dass man nicht sinnlos dem Rechtsanwalt Geld in den Rachen werfen sollte. Aber eine Erstberatung kostet einen Verbraucher 250 €, was zur Klärung erster Fragen sinnvoll sein dürfte.

Und wenn die Rechtsschutzversicherung zahlt, dann ist es aber auch sinnvoll, die Forderungen gerichtlich gegen die Verjährung zu sichern.

Aber ich muss auch sagen, dass mir das Geschäftsgebaren vieler meiner Berufskollegen nicht gefällt. Gebühren abzuziehen, wenn einfach nicht die geringste Chance besteht, Geld zu bekommen oder wenn keine Rechtsschutzversicherung existiert, das ich nicht in Ordnung.

Und dann sollten die Anleger doch auch mal daran denken, dass sie vor dem Abschluss solcher Verträge zum Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht gehen können. Solche Anwälte kennen den Markt und ihre schwarzen Schaafe ganz gut und das bereits bevor über diese im Internet und in der Presse geschrieben wird. Sie sehen auch, ob die Verträge seriös gestaltet sind. Ja, auch das kosten RA-Gebühren. Aber aus ganz billig kann auch ganz schnell ganz teuer werden. Geiz ist halt nicht immer geil.

DHS

22.02.2013, 09:09 Uhr

Diese frauenfeindlichen Machos gehören ins Gefängnis gesperrt. Eine moderne intelligente Frau macht keine Fehler. Frauen sind 10 mal so gut wie Männer und werden nur durch alte frauenfeindliche Machos unterdrückt.
Und überhaupt, wäre es sowieso besser, zuerst einmal einige Jahre abzuwarten.
Die Ermittler haben der Fachjournalistin sicherlich anzügliche Altherrenwitze
erzählt. Vielleicht wurde die Fachjournalistin sogar zu einem Kaffee eingeladen, bei dem sie dann anschließend um Mitternacht vergewaltigt wurde

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