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19.08.2012

10:56 Uhr

Tipps für Häuslebauer

So wehren Sie sich gegen Pfusch am Bau

VonKarin Schütrumpf

Mängel am Neubau können immer passieren. Einmal geschehen, können sie nicht nur stressig, sondern vor allem teuer werden. Wie Sie als Bauherr und Hauseigentümer Schäden richtig reklamieren – und teure Fehler vermeiden.

Ein Hinweisschild auf eine Baustelle. dpa

Ein Hinweisschild auf eine Baustelle.

StuttgartRisse in Mauerwerk oder Putz, feuchte Fensterlaibungen, undichte Dampfsperren. Das sind die häufigsten Baumängel, stellt der Verein zur Qualitätskontrolle am Bau fest. Die nächsten Plätze auf der Liste der zehn häufigsten Mängel belegen falsch montierte Bodeneinschubtreppen, nicht entlüftete Spitzböden, undichte Keller, Risse im Holz, eine falsch entwässerte Kelleraußentreppe, Fehler im Estrich oder undichte Lüftungen.

"Trotzdem ist in Deutschland mangelfreie Arbeit die Regel", beruhigt Heike Rath, Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht und Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Baurecht. "Viele Bauten werden heute aber zu schnell hochgezogen." Wenn Mauerwerk keine Zeit zum Austrocknen hat, führt die Restfeuchte häufig zu Problemen.

Wo ein Haus mit 140 qm am meisten kostet

Rottach Egern

780.000 Euro

Icking

790.000 Euro

Spiekeroog

795.000 Euro

Sylt

810.000 Euro

Kampen

860.000 Euro

Gräfelfing

885.000 Euro

Grünwald

945.000 Euro

Pullach

975.000 Euro

Wenningstedt-Braderup

1.000.000 Euro

Tegernsee

1.200.000 Euro

Quelle: Für die aktuelle Analyse wertete das Immobilienportal ImmobilienScout24 über 2,5 Millionen Immobilienangebote aus. Um Vergleichbarkeit herzustellen, wurde hierbei ein Durchschnittshaus mit einer Wohnfläche von 140 m² in durchschnittlicher Lage im Gemeindebereich berechnet. Das durchschnittliche Baujahr beträgt 1982.

Mangelhafte Ausführung stellten die Sachverständigen des Verbands privater Bauherren vor allem bei Außenwänden und Kellern fest. Das sind Schäden, die sich später nur schwer reparieren lassen. Die können im Einzelfall besonders teuer werden - für Bauherren und Bauhandwerker. Der Bauherren-Schutzbund errechnete, dass in zehn Prozent aller Schadensfälle Kosten von mehr als 50 000 Euro entstehen.

Schnell und richtig reklamieren senkt die Kosten und reduziert den Ärger auf beiden Seiten.

Auftrag zählt

Wenn das fertige Bad furchtbar aussieht, kann das am Geschmack des Bauherren liegen oder am Fliesenleger, der die falschen Platten, Waschbecken und Kräne bestellte. Auch für Ecken oder Schrägen in engen Räumen gibt es Gestaltungsmöglichkeiten, die nicht jedem gefallen. Aber nur Abweichungen von der bestellten Leistung sind ein Mangel. Fazit: Montierte der Installateur das falsche Waschbecken, muss er nachbessern. Er muss dann die nicht vereinbarte Waschschüssel wieder entfernen und die richtige einbauen. Wenn er dabei Scherben hinterlässt, muss er den Schaden beseitigen oder zahlen.

Stress lass nach

"Hallo, da ist was schiefgelaufen!" Um unnötigen Ärger zu vermeiden, sollte der Bauherr den Schuldigen erst mal freundlich auffordern, das Problem aus der Welt zu schaffen, findet Rechtsanwältin Rath: "Das funktioniert meistens und vermeidet viel Stress." Kommt keine Reaktion, ist eine schriftliche Mängelrüge erforderlich. "Da steht drin, was gemacht werden muss, nicht, was vielleicht getan sein sollte", rät die Anwältin. Geht es um größere Schäden, sollte jetzt ein Anwalt eingeschaltet werden.

Wo ein Haus mit 140 qm am günstigsten ist

Eßleben-Teutleben

55.000 Euro

Lichte

54.000 Euro

Saxler

53.000 Euro

Witzleben

52.000 Euro

Straguth

52.000 Euro

Bechstedt

52.000 Euro

Oberhain

50.000 Euro

Schwobfeld

47.000 Euro

Pennewitz

45.000 Euro

Schäplitz

38.000 Euro

Quelle: Für die aktuelle Analyse wertete das Immobilienportal ImmobilienScout24 über 2,5 Millionen Immobilienangebote aus. Um Vergleichbarkeit herzustellen, wurde hierbei ein Durchschnittshaus mit einer Wohnfläche von 140 m² in durchschnittlicher Lage im Gemeindebereich berechnet. Das durchschnittliche Baujahr beträgt 1982.

Aus Mangel an Beweisen

Wohl dem, der den Einbau von Fenstern oder die Arbeiten des Bodenlegers schriftlich vereinbarte. Abweichungen vom Vertrag sind dann leicht nachweisbar. "Wer Bauverträge nur mündlich macht, ist schlecht beraten", warnt Rechtsanwältin Rath.

Kommentare (6)

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Roland

19.08.2012, 11:13 Uhr

Die beste und sicherste Erfahrung ist:
1. Bankgarantie für jedes Gewirk bereitstellen.
2. Abnahme durch einen Sachverständigen je Gewirk.
3. Freigabe der Bankgarantie durch eine persönliche
Freigabe bei der Bank.
Somit kommt der Pfusch garnicht zum tragen, weil der Sachverständige dann auch die Haftung übernimmt.
Kosten? Max.3% von der Bausumme. Zuviel?

senfra

19.08.2012, 11:14 Uhr

Ich finde einen Architekten eigentlich für die Abnahme des Hauses, einzelner Gewerke, wichtiger wie für die Planung.

Pro Gewerke lasse ich grundsätzlich die Arbeiten von einem Architekten abnehmen.
Deutlich in den Vertrag, dass er für das auffinden von Baumängel verantwortlich ist.
Genau formulieren was zu tun ist!! Wassie erwarten(mangelfreien Bau).

Rohbau mit Kellerisolierung vor dem Einfüllen der Baugrube,.
Dach mit Isolierung usw.
Somit haftet er auch.

Und es erfolgt, bevor ich die Leistung bezahlt habe. Also noch genug Sicherheit habe.

Mal ein paar Architekten anrufen. Preis für den kompletten Bau vereinbaren.Der Preis ist verhandelbar!

pendler

19.08.2012, 11:45 Uhr

So tief kann das Sommerloch ja nicht sewin, aber so weit man sieht, es herrscht fast die totale Funkstille /Euro Krise.

Ist das die Ruhe vor dem Sturm und dann bricht GR weg ?

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