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29.08.2013

07:59 Uhr

Tool der Woche

Am Anfang steht der Kassensturz

VonKatharina Schneider

Das Eigenheim ist noch immer der große Traum vieler Deutschen und die Gelegenheit scheint günstig: Noch sind die Zinsen niedrig. Doch wie viel Haus oder Wohnung können Sie sich leisten?

Vor dem Kreditantrag müssen die Einnahmen und Ausgaben geprüft werden. Getty Images

Vor dem Kreditantrag müssen die Einnahmen und Ausgaben geprüft werden.

DüsseldorfDie Zinsen für Immobilienkredite sind auf einem historischen Tiefpunkt und die Nachfrage nach Häusern und Wohnungen steigt. Das klingt nach guten Bedingungen für Immobilienkäufer. Trotzdem sollte sich niemand vorschnell auf Betongold stürzen. Ist das persönliche Einkommen zu gering, kann die Zinslast schnell das Haushaltsbudget sprengen.

Bevor die Entscheidung für ein Eigenheim fällt, sollten Verbraucher erst einmal einen Kassensturz machen: Welche Einnahmen fließen monatlich aufs Konto und welche Ausgaben stehen dem gegenüber? „Viele Verbraucher wissen gar nicht, wofür sie ihr Geld ausgeben, Miete und Nebenkosten können viele zwar noch angeben, doch danach hört es schnell auf“, sagt Hartmut Schwarz von der Verbraucherzentrale Bremen.

Die Top-Ausgaben der Deutschen

Das kauft der Durchschnittshaushalt

Das Statistische Bundesamt errechnet jedes Jahr, wie viel jeder Haushalt einnimmt und wie viel er davon wofür ausgibt. Im Jahr 2010 hatten die Haushalte in Deutschland ein durchschnittliches monatliches Bruttoeinkommen von 3.758 Euro. Das durchschnittliche Nettoeinkommen betrug 2.922 Euro. Davon ausgegeben wurden 2.168 Euro.

Platz 10: Bildung

Für die Bildung geben die Deutschen mit Abstand am wenigsten ausgegeben. Das mag zum einen daran liegen, dass viele Bildungsartikel, wie zum Beispiel Bücher, lediglich ausgeliehen werden und zum anderen gibt es im Internet eine ganze Reihe von kostenlosen Bildungsmöglichkeiten.
Ausgaben im Monat: 16 Euro
Anteil: 0,8 Prozent

Platz 9: Nachrichtenübermittlung

Das Internet wird immer wichtiger und immer mobiler. Die Zahl der mobilen Internetnutzer nimmt exponentiell zu und eine Ende des Smartphone-Hypes ist noch nicht in Sicht. In Zukunft könnten die Ausgaben in diesem Bereich steigen.
Ausgaben im Monat: 56 Euro
Anteil: 2,6 Prozent

Platz 8: Gesundheitspflege

Arztbesuche, Rezeptkosten, Pflegemittel und Medikamente fallen unter diese Kategorie. Mit der Abschaffung der Praxisgebühr ab dem 1. Januar 2013 dürfte dieser Ausgabeposten etwas kleiner ausfallen.
Ausgaben im Monat: 91 Euro
Anteil: 4,2 Prozent

Platz 7: Bekleidung und Schuhe

Zum Winter und zum Sommer erhöhen sich die Ausgaben für Bekleidungsartikel. Auch gegen Ende der Jahreszeiten fließt das Geld, da viele in den jeweiligen Schlussverkäufe diverse Schnäppchen ergattern wollen.
Ausgaben im Monat: 100 Euro
Anteil: 4,6 Prozent

Platz 6: Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen

Deutsche Arbeitsnehmer haben im internationalen Vergleich zwar relativ viele Feier- und Urlaubstage, die werden jedoch größtenteils zu Hause verbracht. Nicht viele fahren in den Ferien weg und wenn, halten sich die Ausgaben für Hotelübernachtungen in Grenzen.
Ausgaben im Monat: 113 Euro
Anteil: 5,2 Prozent

Platz 5: Innenausstattung und Haushaltsgegenstände

Die Ausgaben für Möbel und Elektro- beziehungsweise Elektronikartikel positionieren sich im Mittelfeld.
Ausgaben im Monat: 118 Euro
Anteil: 5,4 Prozent

Platz 4: Freizeit, Unterhaltung und Kultur

Das Land der Dichter der Denker hat einiges an kulturellen Gütern zu bieten. Für Besuche in Museen, Theatern und Kinos geben die Deutschen den ein oder anderen Euro aus.
Ausgaben im Monat: 236 Euro
Anteil: 10,9 Prozent

Platz 3: Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren

Im Schnitt isst jeder Deutsche rund 90 Kilogramm Fleisch und trinkt 146 Liter Kaffee im Jahr. Das schlägt sich natürlich gewichtig auf die Konsumausgaben nieder.
Ausgaben im Monat: 305 Euro
Anteil: 14,1 Prozent

Platz 2: Verkehr

Des Deutschen liebstes Spielzeug ist sein Auto. Und das lässt er sich einiges kosten. In der Kategorie mit innenbegriffen sind auch die Ausgaben für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.
Ausgaben im Monat: 305 Euro
Anteil : 14,1 Prozent

Platz 1: Wohnkosten

In Deutschland wird der größte Anteil des Einkommens für die Wohnkosten ausgegeben. Sie beinhalten neben den Miet- auch die Energie- und Instandhaltungskosten.
Ausgaben im Monat: 738 Euro
Anteil: 34,1 Prozent

Er rät deshalb dazu, über einige Wochen ein Haushaltsbuch zu führen. Darin müssen Verbraucher zwar nicht jedes einzelne Brot und jede Cremetube auflisten, sollten ihre Ausgaben aber nach Kategorien sortieren. „Kosten für Kleidung oder Kultur können häufig als Kleinbeträge erscheinen, doch sie läppern sich“, so Schwarz. Unter Umständen können Verbraucher aber auch positive Überraschungen erleben.

Eine Übersicht, an welche Lebensbereiche man dabei denken sollte, bietet auch der Budget-Rechner auf Handelsblatt Online. Hier können Nutzer zunächst ihre Einnahmen eintragen, vom Nettoeinkommen über Einnahmen aus Verpachtung bis hin zu Unterhaltsleistungen. Die Kosten sind in Ausgaben rund ums Wohnen, Ausgaben für den täglichen Lebensunterhalt, für Versicherungen, Geldanlage, Auto, Freizeitkosten und Kinder gegliedert.

Wer sofort in die eigene Immobilie einzieht, kann beim Online-Rechner die Kaltmiete noch zum verfügbaren Budget hinzurechnen. Aber diese Summe sollte dennoch nicht komplett für einen Finanzierung verwendet werden. „Man muss immer damit rechnen, dass bei der Immobilienfinanzierung oder in sonstigen Lebensbereichen unvorhergesehene Kosten entstehen“, warnt Verbraucherschützer Schwarz. Für die „hohe Kante“ empfiehlt er eine Notreserve von drei Nettomonatsgehältern.

Kommentare (14)

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Kaurikampf

29.08.2013, 09:01 Uhr

Die geringen Zinsen verführen viele , sich den Traum vom eigenen Heim zu verwirklichen. Die Angst vor dem Wertverfall des Euro und vor steigenden Mieten kommt dazu. Die jüngste Erfahrung lehrt jedoch, dass das, was man an Zinsen spart , durch eine partiell hohe Inflation für Bau- und Baunebenleistungen bis ins Negative kompensiert wird. Gute Handwerker sind kaum zu bekommen. Fällt nur ein Gewerk aus, dann steht der ganze Bau still. Dann sind viele "Gauner" unterwegs, die an dem Traum verdienen wollen. Notarkosten und die Grunderwerbssteuer ist drastisch gestiegen. Also: Man braucht mehr Reserven, als hier knapp angegeben. Garten und Gartengräte sind ja auch nicht nicht da....
Aber wenn man sich entschlossen hat und auf Basis einer stabilen Ehe durch das Feuer des Eigenheim-Abendteuers geht, dann hat man einen Gegenwert, der mit Geld nicht zu beziffern ist!
Aber Vorsicht: die Gaunerei fängt schon in den Verträgen an!

Joachim

29.08.2013, 09:50 Uhr

Echt guter Beitrag, Danke!

Kleeblatt

29.08.2013, 11:33 Uhr


>>> Doch wie viel Haus oder Wohnung können Sie sich leisten?

A: Nichts! Deutsche schuften fürs nackte Überleben. Wer nicht spurt oder nicht mehr kann, weil er krank oder alt wird, der wird delogiert. Existenzvernichtung nennt man das. Schröders SPD hat es mit Hartz IV möglich gemacht.

Viele deutsche Lohnsklaven dürfen als Leiharbeiter, als Teilzeitbeschäftigte und als Hartz IV Zwangsarbeiter am deutschen Exportwunder teilnehmen, das Südländern deutsche Qualität zu billigen Preisen beschert.

Deshalb liegt der Lebensstandard und das Privatvermögen in den Krisenländern um vieles höher als bei uns:

Durchschnittliches pro Kopf-Vermögen in

Deutschland: € 51.400
Österreich: € 76.400
Frankreich: € 113.500
Italien: € 163.900
Spanien: € 178.300

Quelle: Der Spiegel und Deutsche Bundesbank-Studie

80 Prozent der Mittelmeer-Europäer sind Besitzer eines Eigenheims. In Deutschland wrackt man sich ab um die Miete zu bezahlen. Wir armen Deutschen malochen für die anderen und stehen als Bettler Europas da. Wir haben die schlechtesten Arbeits- und Sozialgesetze Europas.

Faktum ist aber auch:
1.) in Frankreich gibt es einen FLÄCHENDECKENFDEN Mindestlohn von 9,40.- Euro und die Franzosen gehen mit 60 in Rente.
2.) In Portugal arbeiten Beamte 35 Stunden die Woche und bekommen ein 13. und ein 14. Monatsgehalt.
3.) In Griechenland zahlen wir heute den Menschen die Renten, Menschen die mit 55 in Rente gegangen sind und ca. 80 % ihres letzten Lohnes als Rente bekommen.
4.) Ebenso dürfen in Griechenland Eigenheime nicht zwangsversteigert werden ( HB vom 22.8.2013: „Samaras sagt verschuldeten Griechen Schutz ihrer Häuser zu“)

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