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07.10.2016

20:45 Uhr

Tool der Woche – Baufinanzierung

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Hausbau?

VonCatiana Krapp

Hypothekenzinsen fallen und fallen – und machen Immobilienkredite für Privatleute attraktiver. Der Trend verstärkt sich. Doch viele Menschen überschätzen beim Gedanken an den Hauskauf ihre finanzielle Leistungsfähigkeit.

Angesichts niedriger Zinsen erwägen immer mehr Privatleute den Hausbau. Imago

Der Traum der eigenen vier Wände

Angesichts niedriger Zinsen erwägen immer mehr Privatleute den Hausbau.

FrankfurtWer momentan intensiv über den Bau eines Eigenheims nachdenkt, kommt günstig an Geld. Die Hypothekenzinsen mit fünf- bis zehnjähriger Zinsbindung fielen mit 1,59 Prozent im Juli dieses Jahres auf ein neues Allzeittief, wie die Deutsche Bank in einer aktuellen Studie zur Baufinanzierung in Deutschland schreibt. Auch die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen seien auf neue Rekordtiefstände gefallen. Aktuell lägen sie bei rund -0,1 Prozent.

Schuld ist die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Im Frühjahr weitete die Notenbank ihr Anleihekaufprogramm auf 80 Milliarden Euro pro Monat aus. „In den nächsten Monaten erwarten wir eine Verlängerung der Dauer des Aufkaufprogrammes“, heißt es zudem in der Studie.

Aufgrund der noch immer niedrigen Inflation in Deutschland geht die Deutsche Bank weiter von einer Lockerung der Geldpolitik aus. Noch im Frühjahr war die Teuerungsrate in Deutschland negativ. Bis August stieg sie auf 0,4 Prozent – ein Trend, der sich laut Deutscher Bank wegen der wieder höheren Energiepreise wahrscheinlich fortsetzen werde. Trotzdem, so heißt es in der Studie, bleibe die Prognoseunsicherheit aufgrund der hohen Ölpreisschwankungen hoch. „Damit dürfte das Inflationsziel der EZB, unter, aber nahe zwei Prozent, wieder nicht erreicht werden.“

Mit leicht fallenden Hypothekenzinsen sei also auch weiterhin zu rechnen. Tatsächlich stellte die Deutsche Bank beim Volumen neuer Wohnbaukredite eine Sommerrally fest. Im Juni lag das Volumen bei 21,4 Milliarden Euro, im Juli bei 20,3 Milliarden – das entspricht dem viert- und sechsthöchsten Wert der Historie.

Dabei handelt es sich allerdings womöglich um Vorzieheffekte: Denn seit März 2016 gilt die sogenannte Wohnimmobilienkreditrichtlinie. Sie soll verhindern, dass Kredite an Darlehensnehmer vergeben werden, die diese letztlich nicht zurückzahlen können. Banken sind dazu verpflichtet, die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden nach bestimmten Maßstäben zu prüfen. Sind sie zu freigiebig mit den Krediten, kann der Kunde gemäß der neuen Richtlinie einfacher klagen, wenn er das Darlehen nicht mehr zurückzahlen kann.

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