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10.04.2014

15:39 Uhr

Tool der Woche

Die besten Baugeld-Frühjahrs-Aktionen

VonJens Hagen

Banken und Versicherer legen sich aktuell ins Zeug. Mit zahlreichen Sonderaktionen möchten sie Immobilienbesitzer gewinnen. Welche Baugeld-Angebote Sparpotenzial bieten.

Mit Bausparverträgen lassen sich die Zinsen langfristig reservieren. Imago

Mit Bausparverträgen lassen sich die Zinsen langfristig reservieren.

Die Baugeld-Anbieter reiben sich die Hände. 2014 dürfte ein ertragreiches Jahr für sie werden. „Die Konjunktur läuft positiv, die Zahl der Baugenehmigungen steigt, die Zinsen bleiben weiterhin sehr niedrig, es gibt keine Immobilienblase“, sagt Eva Grunwald, Leiterin Baufinanzierung bei der Deutschen Bank. Auf dem Podium des Handelsblatt-Kongresses „Baufinanzierung 2014“ präsentiert sie einen Chart nach dem anderen. Die untermauern Ihre These: „Es gibt Rückenwind für die Baufinanzierung“, sagt Grunwald. „Die Hauspreise bleiben erschwinglich, weil die Zinsen so niedrig sind und die Bauinvestitionen steigen“. Um mindestens drei Prozent dürfte das Volumen an Krediten in der Baufinanzierung steigen. Auch der Ertrag kann sich sehen lassen. Verschiedene Banker beziffern ihre Marge bei Baugeld auf 0,9 bis 1,0 Prozent jährlich.

Mit Niedrigzinsen zum Eigenheim

Warum lohnt sich derzeit der Bau oder Kauf eines Hauses besonders?

Langfristige Baukredite mit festen Zinsen für zehn Jahre gibt es derzeit mit einer Verzinsung von deutlich unter zwei Prozent. Allerdings haben die Preise für Immobilien besonders in Großstädten in den vergangenen Jahren deutlich angezogen.

Sind Immobilien eine gute Geldanlage?

Immobilien gelten nicht als Renditeknüller. Allerdings sind sie gerade in Krisenzeiten Verbraucherexperten zufolge eine solide Geldanlage. Der Wert einer Immobilie ist vergleichsweise sicher - vorausgesetzt, Preis, Qualität und Lage stimmen. In jedem Fall sollte ein Immobilienkauf gut überlegt sein.

Wie finde ich den günstigsten Kredit?

Hier hilft nur ein Vergleich der verschiedenen Anbieter, wobei die Auswahl an Krediten laut Stiftung Warentest derzeit besonders groß ist. Bauherren und Käufer können dafür Vergleichsrechner im Internet nutzen. Auch Verbrauchermagazine und Zeitungen liefern häufig aktuelle Zinskonditionen. Die Hausbank kann ein wichtiger Ansprechpartner sein - ist jedoch nicht immer zwingend die erste Wahl. Ein Anbietervergleich kann teils mehrere zehntausend Euro sparen.

Wie funktioniert ein Baudarlehen?

Kredite für Häuser oder Wohnungen laufen meist über zehn, 20 oder 30 Jahre. Hierbei werden die Zinsen in aller Regel nur für einen begrenzten Zeitraum von mehreren Jahren festgelegt. Läuft diese sogenannte Zinsbindungsfrist ab, verhandeln Bank und Kunde die Verlängerung des Darlehens. Der Bauherr kann dann auch umschulden und zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Verbraucher sollten mehrere Monate vor Auslaufen der Frist neue Angebote einholen. Wegen der historisch niedrigen Zinsen gibt es derzeit auch besonders günstige Anschlusskredite.

Sind die Kreditraten immer festgeschrieben?

An sich werden feste monatliche Raten vereinbart. Baukredite geben oft aber auch das Recht auf Sondertilgung, das heißt die Rückzahlung von Geld zusätzlich zu den vereinbarten Raten. Auch kann ausgehandelt werden, dass der Bauherr die Raten anpassen kann, etwa wenn sich das Einkommen verändert.

Wie viel Geld muss ich selbst aufbringen?

Finanzexperten sehen ein Eigenkapital von 20 bis 30 Prozent des Immobilienpreises als eine solide Basis an. Für ihre angebotenen Top-Zinsen wollen die Banken häufig allerdings 40 Prozent Eigenkapital sehen. Teils sind Banken auch bereit, den vollen Kaufpreis zu finanzieren. Dafür verlangen sie aber oft happige Risikoaufschläge beim Zins.

Gibt es Geld vom Staat?

Bei der staatlichen Förderbank KfW gibt es Darlehen etwa für den Kauf selbstgenutzten Wohneigentums, energieeffizientes Bauen und Sanieren oder auch für altersgerechtes Wohnen. Daneben zahlt der Staat die Wohnungsbauprämie von 8,8 Prozent beim Bausparen. Auch gibt es in Form des sogenannten Wohn-Riesters staatliche Unterstützung für den Kauf selbstgenutzter Immobilien zur Altersvorsorge.

Was passiert, wenn ich arbeitslos oder arbeitsunfähig werde?

Risiken wie diese können mit Versicherungen ganz oder zumindest teilweise abgedeckt werden. So gibt es Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit, Lebensversicherungen oder Restschuld-Versicherungen. Verbraucher sollten sich vor Abschluss einer Police und eines Baudarlehens gut über einen Versicherungsschutz beraten lassen. Die Stiftung Warentest rät zu Versicherungen für den Todesfall.

Aktuell legen sich Banken, Versicherer und Vermittler besonders ins Zeug. „Das Frühjahr ist eine wichtige Zeit für die Baufinanzierer“, sagt Max Herbst, Inhaber der Frankfurter FMH Finanzberatung. „Zu dieser Zeit wird zwischenzeitlich das meiste Geschäft im Jahr gemacht und viele Banken und Versicherer locken mit Sonderkonditionen“. Für Handelsblatt Online hat die FMH die Sonderaktionen von mehr als einem Dutzend Banken ermittelt. Die Branche zeigt sich erfinderisch.

Endlich schuldenfrei

Vier Banken werben aktuell mit Sonderkonditionen für Volltilger-Darlehen, mit denen Immobilienbesitzer ihre Schuld bis zum Ende der Zinsbindung komplett tilgen. Die aktuell niedrigen Zinsen können die Kreditnehmer für eine höhere Tilgung verwenden. Die Commerzbank zielt auf Kunden, die relativ hohe Barmittel einsetzen können oder im Nachrang mit Bausparverträgen finanzieren können, mit einem Effektivzins von 1,75 Prozent. Der Satz liegt knapp einen dreiviertel Prozentpunkt unter dem Marktschnitt.

„Kunden sollten trotzdem nicht ungeprüft zuschlagen und genau überlegen, ob sie sich die monatliche Rate auch langfristig leisten können“, sagt Herbst. Denn bei einer Zinsbindung von zehn Jahren liegt der Tilgungssatz bei rund neun Prozent. Vor einigen Jahren waren Tilgungssätze von einem Prozent üblich, aktuell liegen sie bei zwei bis drei Prozent. Deshalb sollten nur Kunden, die schon einen Gutteil des Darlehns getilgt haben oder viele Barmittel angespart haben, das Angebot prüfen. Die Commerzbank legt als Obergrenze eine Beleihung von 60 Prozent vor.

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