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21.11.2013

13:57 Uhr

Tool der Woche

Neue Preisrally beim Strom

Die Stromversorger erhöhen für das nächste Jahr reihenweise ihre Preise. Wer mit einem Wechsel kontert, kann bis zu 300 Euro jährlich sparen. Wie Kunden die günstigsten Anbieter finden und Vertragsfallen vermeiden.

Windräder vor Gewitterhimmel: Die Strompreise steigen, auch wegen der Förderung von Ökostrom. ZB

Windräder vor Gewitterhimmel: Die Strompreise steigen, auch wegen der Förderung von Ökostrom.

DüsseldorfSobald die Silvesterraketen verschossen und die Knallfrösche verpufft sind, schlagen die Versorger zu. Auf breiter Front erhöhen sie die Strompreise. In welchem Ausmaß die Preise steigen, zeigt jetzt eine Analyse des Vergleichsportals Verivox für Handelsblatt Online.

Bis Mittwoch dieser Woche hatten die Versorger die Gelegenheit, ihre Kunden über die Preiserhöhungen für 2014 zu informieren. 273 Versorger erhöhen ihre Preise. Nur vier Versorger senken. Im Schnitt steigen die Preise um 3,4 Prozent. Insgesamt sind mehr 8,3 Millionen Haushalte von dem Preisanstieg betroffen.

Einzelne Versorger, wie etwa die Stadt- und Gemeindewerke in Lambsheim, Herne, Ludwigshafen, Südbaar oder Ettlingen erhöhen ihre Tarife um mehr als acht Prozent. Das Elektrizitätswerk Diessen Stadler hebt den Grundversorgungstarif sogar um fast 14 Prozent an. Bei einem üblichen Verbrauch einer Familie von 4.000 Kilowattstunden können die Preiserhöhungen Mehrkosten von bis zu 152 Euro pro Jahr ausmachen. Im Schnitt liegen die Aufschläge bei 39 Euro im Jahr.

„Private Verbraucher und Gewerbekunden können trotz der kommenden Preissteigerungen sparen, wenn sie die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Stromversorgern nutzen und den Anbieter wechseln,“ sagt Jan Lengerke, Mitglied der Geschäftsleitung bei Verivox. Laut Vergleichsportal liegt das maximale Sparpotenzial bei einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden rund 300 Euro pro Jahr. Mit dem Verivox-Rechner auf Handelsblatt Online lassen sich die individuell günstigsten Tarife ermitteln.

So funktioniert der Stromanbieterwechsel

Vertrag prüfen

Zuerst sollten Verbraucher in ihrem laufenden Vertrag prüfen, zu welchem Zeitpunkt sie diesen kündigen können.

Stromverbrauch ermitteln

In der letzten Jahresabrechnung können Kunden ihren jährlichen Stromverbrauch ablesen.

Preise vergleichen

In Vergleichsrechnern wie Verivox und Check24 können Nutzer ihren jährlichen Stromverbrauch und ihre Postleitzahl eingeben. Der Rechner ermittelt dann die günstigsten Preise. Verbraucherschützer empfehlen zudem, mehrere Rechner für die Tarifsuche zu nutzen.

Vertragsunterlagen anfordern

Direkt über den Tarifrechner oder über die Website des Versorgers können Kunden die Vertragsunterlagen anfordern.

Unterlagen prüfen

Die Vertragsunterlagen sollten Verbraucher sorgfältig prüfen und anschließend an den neuen Versorger zurücksenden. Oder sie schließen den Vertrag per E-Mail oder im Internet ab.

Vollmacht zur Kündigung

Mit den Vertragsunterlagen kann der Kunde seinem neuen Versorger auch eine Vollmacht zur Kündigung des Liefervertrags mit dem bisherigen Versorger geben.

Neuer Versorger wird tätig

Der neue Versorger regelt mit dem bisherigen den notwendigen Datenaustausch und organisiert gegebenenfalls auch mit dem Netzbetreiber die Zählerablesung, und meldet den Verbraucher dort als seinen Kunden an.

Schriftliche Bestätigung

Vom neuen Anbieter bekommt der Kunde schriftlich oder per E-Mail eine Bestätigung über Vertragsabschluss und Lieferbeginn. Verbraucherschützer raten jedoch, den Zählerstand am Wechseltag selbst zu notieren und an ihren örtlichen Netzbetreiber zu schicken.

Post vom alten Versorger

Der bisherige Versorger schickt dem Verbraucher eine Schlussrechnung über den bis zum Wechselzeitpunkt angefallenen Verbrauch. In der Regel kommt diese Rechnung innerhalb von vier bis sechs Wochen.

Trotzdem bleiben viele Kunden ihrem Versorger treu. Nach der letzten Analyse der Bundesnetzagentur für das Jahr 2011 beziehen Wechsler nur 17 Prozent des gesamten Stromverbrauchs von Privatkunden. 40 Prozent werden über die klassischen Grundversorgertarife vertrieben. Diese Tarife sind in der Regel die teuerste Wahl.

Kommentare (4)

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HofmannM

21.11.2013, 14:08 Uhr

Ein Wechsel lohnt überhaupt nicht, weil die Preise wegen der staatlichen Zwangsabgaben (EEG) und Steueren steigen! Und diese Steigerung dieser staatlich und politischen Energiewendekosten MUSS JEDER STROMENDVERBRAUCHER ZAHLEN. Ob er nun wechselt oder nicht!

aj1968

21.11.2013, 15:02 Uhr

Sie können beim Stromwechsel genau ein Mal sparen: Wenn sie den teuren Grundversorgungstarif verlassen! Alles andere sind reine Nebelkerzen für die Bürger. Bei jedem dritten Wechsel landet man für ein paar Monate wieder zwangsweise in der Grundversorgung (meist weil der Netzbetreiber den Wechsel unte fadenscheinigen Argumenten verzögert)und schwupps hat man seinen Sparanteil wieder aufgezehrt. Den Stromerhöhungen, die durch die EEG-Umlage entstehen, entkommt man auch beim Discounter nicht. Trotzdem werde ich weiterhin jedes Jahr wechseln, nur um etwas Unruhe in den Markt zu bringen. Und vielleicht werden eines Tages die Stromversorger sich auch mal um ihre Bestandskunden sorgen? Momentan sind wir nur die Melkkühe ...

Account gelöscht!

21.11.2013, 15:22 Uhr

HB: "Die Stromversorger erhöhen ...."

Falsch! Richtig wäre: "Versorger setzen die drastischen Preiserhöhungen der Öko-Lobby um."

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