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20.05.2011

10:20 Uhr

Trendviertel 2011

Deutschlands teuerstes Pflaster

VonReiner Reichel

Der Immobilienmarkt in München spielt verrückt. Die Preise sind utopisch hoch. Trotzdem können Käufer froh sein, überhaupt ein Objekt zu ergattern. Wo Käufer und Mieter Chancen haben - und wo die Preise weiter steigen.

Vorteil Lebensqualität: München bleibt der teuerste Immobilienmarkt in Deutschland. In den richtigen Viertel lohnen Investments aber immer noch. Quelle: dpa

Vorteil Lebensqualität: München bleibt der teuerste Immobilienmarkt in Deutschland. In den richtigen Viertel lohnen Investments aber immer noch.

Bevölkerungsschwund, Überalterung – das sind Probleme, die München nicht kennt. Die Gründe sind schnell genannt: Der Arbeitsmarkt ist gesund, die Arbeitslosenquote ist mit 4,3 Prozent so niedrig wie kaum anderswo in Deutschland. Deshalb wird die Bevölkerung der bayerischen Landeshauptstadt bis 2030 jährlich um 7000 Menschen zunehmen, hat das Münchener Statistikamt hochgerechnet. Weil immer mehr Menschen allein leben, steigt außerdem die Zahl der Haushalte. Deshalb geht das Referat für Stadtplanung und Bauordnung bis 2020 von einem zusätzlichen Bedarf von 40.000 Wohnungen aus.

Doch schon jetzt stellt Artur Riedl, der den Wohnungsvertrieb bei der Bayerischen Hausbau leitet, fest: „Wohnraum in München wird zunehmend knapper.“ Die Gesellschaft gehört zu den großen Bauträgern in München. An diesem Zustand wird sich nach Riedls Ansicht nichts ändern. Die Nachfrage steige, aber es werde nach wie vor zu wenig gebaut.

Deshalb hat in München leichtes Spiel, wer in München eine Neubauwohnung anzubieten hat: „Aktuell werden nahezu alle Projekte vom Plan weg verkauft“, sagt Ernst Holland, Vorstandsvorsitzender der GBW, die rund 33000 Wohnungen in Bayern besitzt.

Die Branche erzielt Spitzenpreise. „In den vergangenen 18 bis 20 Monaten gab es Projekte, bei denen die Preise um 50 Prozent gestiegen sind“, berichtet Holland weiter. Und viele Käufer ziehen gar nicht selbst in die Wohnungen ein, sondern vermieten lieber. Und weil die Mieten in München steigen, akzeptieren Kapitalanleger Preise, die für Investoren in anderen Städten schlicht inakzeptabel sind.

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So berichten Marktkenner von Fällen, in denen Anleger für eine Wohnung das 40-Fache dessen gezahlt haben, was sie pro Jahr an Miete abwirft – Kosten für Instandsetzung und Verwaltung bereits abgezogen. Im Umkehrschluss heißt das: In München gibt sich der ein oder andere Anleger mit einer Rendite von 2,5 Prozent zufrieden. Anderswo in Deutschland erwartet man eine mindestens doppelt so hohe Verzinsung.

Der Grund für die Bescheidenheit der Anleger liegt auf der Hand: Sie spekulieren auf steigende Mieten. Die Spekulation kann aufgehen. Denn für große Neubauprojekte, die das Angebot erhöhen und damit den Preisdruck mindern könnten, ist in der Innenstadt und an der Isar kaum noch Platz.

Kommentare (10)

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Frankfurter

20.05.2011, 10:36 Uhr

München hat es geschafft.
Bei diesen extrem hohen Mieten hat es die Stadt und Umgebung geschafft sich gegen die Imigrantenflut abzuschotten.
Als leitgeprüfter Frankfurter kann ich dieser Stadt nur gratulieren.
Bei uns sind schon fast alle Stadtteile von einer Flut von Kulturen durchwandert und erorbert, dass die verbliebenen Urfrankfurter nur noch den Kopf einziehen können und hoffen in Ruhe gelassen zu werden.
Gegen Multikulti hat eigentlich keiner was ..es kommt auf das Niveau an.

Verrueckte....

20.05.2011, 11:08 Uhr

Kapitalanleger und Investoren.....ja wie dumm muss man denn sein um jetzt Immobilien zu kaufen ????
Unsere korrupten und verlogenen Politiker tuen ihr Bestes um die Menschen in den Ruin und in die Abhängigkeit zu treiben.
Ein weltweiter "globaler" Crash ist in Sicht - wer soll da noch Mieten bezahlen können ????

FTHH

20.05.2011, 11:22 Uhr

Selber der heimatlichen Grammatik nicht Herr werden, aber ins nationale Horn stossen, dass es scheppert. Wenn hier etwas unterstes Niveau ist, dann Ihr Beitrag.

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