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25.05.2011

07:41 Uhr

Trendviertel 2011

Düsseldorf lockt Immobilienkäufer mit Protz und Idylle

VonAnne Wiktorin

Düsseldorf ist hinter Köln zur zweitgrößten Stadt Nordrhein-Westfalens aufgestiegen. Und die Landeshauptstadt wächst weiter. Doch es gibt nicht genug Wohnungen und Eigenheime. Das treibt Mieten und Kaufpreise.

Düsseldorf lockt mit gut dotierten Jobs und Kleinstadtflair. Top-Lagen wie etwa in Oberkassel haben noch Potenzial. Quelle: obs

Düsseldorf lockt mit gut dotierten Jobs und Kleinstadtflair. Top-Lagen wie etwa in Oberkassel haben noch Potenzial.

DüsseldorfAuch Herbert Grönemeyer kann sich mal irren. „Wer wohnt schon in Düsseldorf?“ singt der Deutschrocker und Menschenversteher in der gleichnamigen Ode an seine Heimatstadt Bochum. Antwort: Ziemlich viele. Um genau zu sein, sind es 588.169. Und selbst wenn es Ruhrgebietspflanzen wie Grönemeyer vielleicht nicht gefällt: Es werden Jahr für Jahr mehr.

Allein in den vergangenen zehn Jahren stieg die Zahl der Einwohner um gut 29.000. Der „Schreibtisch des Ruhrgebiets“, wie Düsseldorf bis heute gern genannt wird, hat damit längst die einstige Kohle- und Stahlstadt Dortmund von Platz zwei der größten NRW-Städte verdrängt. Ein Wachstumstrend, der anhält. Im Jahr 2020, so die offizielle Prognose der Düsseldorfer Statistiker, werden mehr als 600.000 Menschen in der Stadt leben

Das heißt aber auch: Eine Millionenstadt wie Köln wird aus der Landeshauptstadt so schnell nicht werden. Und das findet Marion Reben ganz gut so: Vor sechs Jahren zog sie mit ihrem Mann aus der Domstadt nach Düsseldorf, genauer gesagt nach Pempelfort. Inzwischen ist die Familie zu viert und deshalb noch einmal in eine größere Wohnung im Viertel umgezogen. "Mittlerweile fühle ich mich in Düsseldorf wohler als in Köln", sagt die Mittdreißigerin. „Hier hat man alle Vorzüge einer Großstadt, lebt aber viel komfortabler.“ Vor allem gefällt ihr, dass die Wege kürzer sind. „Das Leben ist einfach weniger hektisch.“ Einziger Wermutstropfen: Im Vergleich zu Köln würden hier tatsächlich abends „die Bürgersteige hochgeklappt“.

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Dabei ist es vermutlich genau dieser Schuss Dorfidylle, der viele versöhnt mit einer Stadt, die gern mal protzt - auch wenn sie als einer der wirtschaftsstärksten Standorte Deutschlands dazu allen Grund hat. So belegt Düsseldorf im aktuellen Prognos-Zukunftsatlas 2010 als beste NRW-Gemeinde Platz zehn unter den insgesamt 412 deutschen Städten und Kreisen - weit vor Bonn auf Platz 38 und Köln auf Platz 56.

„Es ist eben diese Mischung aus harten ökonomischen Faktoren, allen voran dem hervorragenden Arbeitsmarkt, und weichen Faktoren wie einer sehr hohen Lebensqualität, die so viele Menschen anzieht“, sagt Planungs- und Baudezernent Gregor Bonin. Er weiß aber auch, was der Zuzug für den Wohnungsmarkt der Stadt bedeutet: noch mehr Druck auf Mieten und Preise. Wer heute eine Eigentumswohnung kauft, zahlt im Durchschnitt knapp zehn Prozent mehr als noch vor vier Jahren, haben die Researcher des Internetmarktplatzes Immobilienscout 24 ermittelt.

Kommentare (3)

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DonSi

25.05.2011, 09:57 Uhr

"Bürgersteige hochklappen" mag für Pempelfort gelten, für das Stadtzentrum etwa in der Altstadt eher weniger.

Nordwind

25.05.2011, 12:13 Uhr

Leider sind in der letzten Zeit sehr viele neureiche Knallköppe - insbesondere nach Oberkassel - zugezogen.Dringend ist erforderlich,dass dieser unerwünschte Zuzug unterbunden wird.Deshalb sollte ein Wohnrecht von dem Geburtsort der Person oder von mindestens 30jährigem Aufenthalt in Düsseldorf abhängig gemacht werden.

Bilker

25.05.2011, 17:07 Uhr

Ich wohne jetzt fast 10 Jahre in Düsseldorf und muss sagen, dass Düsseldorf sogar die beste Stadt zum Leben ist (und ich habe aus beruflichen Gründen schon so manche Stadt kennenlernen "dürfen"). Die Wohnqualität ist dank Rheinlage, historischer Altstadt, zahlreichen Parkanlagen, Museen, Theater, Oper etc. sehr hoch. Was ich im Artikel nicht ganz nachvollziehen kann, ist, dass angeblich "die Bürgersteige hochgeklappt" würden. Wenn man das in einem Wohnviertel erfragt, ist das sicherlich nicht typisch für die ganze Stadt (obwohl man sich als Düsseldorfer über jeden bekehrten Kölner freut...). Gerade das Nachtleben in Düsseldorf lässt keine Wünsche offen: Vom chic (Hafen) bis bodenständig-rustikal (Altstadt) ist alles vertreten (das vielbemühte Bild der "längsten Theke der Welt" stimmt tatsächlich). Am besten sollte sich jeder ein eigenes Bild von Düsseldorf und der rheinischen Lebensfreude machen.

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