Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.04.2012

16:45 Uhr

Trendviertel 2012

Die interessantesten Immobilienlagen in Ihrer Stadt

VonReiner Reichel

Die Finanzkrise hat einen Run auf Immobilien ausgelöst – die Preise in den deutschen Metropolen steigen und steigen. Handelsblatt Online untersucht in einer Serie 15 deutsche Städte - und sagt wo der Kauf noch lohnt.

Immobilien als krisenfeste Sachwerte sind gefragt, vor allem in Großstädten. dpa

Immobilien als krisenfeste Sachwerte sind gefragt, vor allem in Großstädten.

DüsseldorfJahrelang wurden Wohnungskäufer belächelt. Wie langweilig! Mit Aktien ließ sich Ende des vergangenen Jahrtausends mehr verdienen. Wenn schon Immobilien gekauft wurden, dann blitzblanke Glastürme oder glitzernde Einkaufstempel.

Über offene Immobilienfonds floss auch das Geld vieler Kleinanleger in solche Gewerbeimmobilien. Die brachten mehr Rendite als Wohnungen. Von Wohnungen wollten deutsche Anleger erst recht nichts wissen, als sie sahen, dass sich als Heuschrecken gescholtene Finanzinvestoren damit ihre Flügel verbrannten, wie etwa die insolvente Level One mit 20 000 Wohnungen in Ostdeutschland.

Heute lächelt niemand mehr über Haus- und Wohnungskäufer. Niedrige Zinsen und die Angst vor Inflation im Zuge der großen europäischen Schuldenkrise machten aus Wohnimmobilien wieder attraktive Anlageobjekte. Und nicht nur das: Mit der Investition in Grund und Gebäude befriedigten viele private Investoren ihre Sehnsucht nach beständigen Werten. Die Folge: Häuser und Wohnungen entwickelten sich zu Fluchtobjekten während der großen Eurokrise. Und ein Ende dieser Entwicklung ist noch nicht absehbar.

Mieten und Kaufpreise steigen. In einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Mafo.de unter tausend Befragten hat deshalb bereits jeder dritte Angst vor einer Immobilienblase in Deutschland.

Berlin Kaufpreise für Eigentumswohnungen.

Berlin Kaufpreise für Eigentumswohnungen.

Schon seit 2009 steigen die Preise von Wohnimmobilien stärker als die von Gewerbeimmobilien, belegen in 125 deutschen Großstädten erhobene Zahlen der Beratungsfirma Bulwien-Gesa. Im vergangen Jahr standen 4,7 Prozent Plus beim Wohnraum 1,6 Prozent bei Gewerbeobjekten gegenüber.

Wohnimmobilienindizes auf Rekordniveau

Wo die Immobilienmärkte weiter boomen. Handelsblatt Infografik

Wo die Immobilienmärkte weiter boomen.

Wohnimmobilienindizes erreichen zurzeit Rekordwerte, so der Europace Hauspreisindex (EPX) im März mit 106,34 Punkten. Dass die Preise für Eigentumswohnungen besonders schnell klettern, zeigt die Rekordmarke von 109,57 für dieses Teilsegment. Der Index basiert auf Daten von Immobilienfinanzierungen für Privatkunden, die über den Dienstleister Hypoport abgewickelt werden.

Immobilien: Wo in Berlin die Preise explodieren

Immobilien

Wo in Berlin die Preise explodieren

In keiner anderen Stadt stiegen die Mieten für Wohnungen so rasant wie in der Hauptstadt. In den besten Lagen ziehen auch die Kaufpreise allmählich mit denen in München und Hamburg gleich. Wo Käufer einsteigen sollten.

Sein Pendant IMX von Immobilienscout 24, der auf Angebotspreisen gründet, sendet die gleichen Signale: 107,6 und 103,1 für Wohnungen beziehungsweise Häuser sind beides nie zuvor gesehene Spitzenwerte. Preissteigerungen bis zu fünf Prozent in den Metropolen allein im ersten Quartal trieben die Indizes nach oben.

Bei der Suche nach den Städten, die die Werte klettern lassen, hat die auf Wohnimmobilien spezialisierte Beratungsgesellschaft F+B ein klares Muster erkannt: Der Ort liegt zentral in seiner Region, lockt Touristen an, und seine Bevölkerung wächst. Die vom Handelsblatt ausgewählten 15 Großstädte erfüllen diese Kriterien.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

23.04.2012, 14:57 Uhr

"Die Finanzkrise hat einen Run auf Immobilien ausgelöst – die Preise in den deutschen Metropolen steigen und steigen."

Es ist nicht die Finanzkrise. Es ist der Euro-Schwachsinn, der voll von unseren Politiker unterstuetzt, ja erst gar geschaffen wurde. Den ausgelieferten Buerger treffen nicht nur die Transferleistungen. Den trifft auch die Enteignung durch negative Realverzinsung und bald auch die Not noch bezahlbaren Wohnraum zu finden. Man muss auch die volkswirtschaftlichen Konsequenzen einer solchen Entwicklung sehen.

Ich sehe da nichts Positives fuer den Buerger. Gibt es bei uns eigentlich noch Politiker, die fuer das Wohl des Volk zustaendig sind? Die Antwort kenne ich leider selber...

Es ist beeindruckend wie aktionsfreudig unsere Politiker sind, wenn es um ihre Lobbys geht und erschreckend wie passiv sie sind, wenn die Interessen der Buerger verfolgt werden sollten.

Account gelöscht!

23.04.2012, 15:09 Uhr

wie entsteht eine immobillienblase?

Account gelöscht!

23.04.2012, 15:30 Uhr

@gehtsnoch

Ich sehe Blasen so. Ich habe einen Ameisenhaufen zu verwalten und Zucker im Keller fuer 10 Jahre. Jetzt moechte ich beliebt sein und verteile den Zucker bereits in 5 Jahren. Die Ameisen lieben mich und der Staat waechst gewaltig. Nach 5 Jahren gibt es aber keinen Zucker mehr. Der kuenstlich aufgeblasene Ameisenstaat hungert und viele sterben wegen Nahrungsmangel. Es kommt zu gewaltigen Problemen.

Jede Blase ist eine Missachtung der Naturgesetze, mehr nicht. Aber diese Gesetze sind eigentlich ziemlich offensichtlich, wenn sie nicht bewusst missbraucht werden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×