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09.05.2012

12:30 Uhr

Trendviertel 2012

Die interessantesten Lagen von Hamburg

VonReiner Reichel

Nirgendwo sonst in Deutschland fehlen so viele Wohnungen wie in Hamburg. Mieter stehen Schlange und die Preise steigen. Immobilienkäufer müssen bei der Auswahl genau hinsehen. Welche Stadtteile noch Potenzial bieten.

HamburgWenn das kein gutes Omen für Projektentwickler und Kapitalanleger ist: In Hamburg fehlen fast 93.000 Wohnungen, wie die Analysten des Maklerhauses Engel & Völkers (E&V) ausgerechnet haben. So viele wie in keiner anderen Stadt in Deutschland.

Wo Mangel herrscht, steigen die Preise, lautet eine unumstößliche Kaufmannsregel, die Andreas Schulten, Vorstand des Immobilienmarktanalysten Bulwien-Gesa, klar belegen kann: "Hamburg hatte in den vergangen Jahren den mit Abstand stärksten Anstieg der Mieten unter den sieben größten deutschen Städten." Die kletterten nach Zahlen der Internetplattform Immobilienscout24 auch im zurückliegenden Jahr mit 3,8 Prozent überdurchschnittlich.

Lagenvergleich: Kaufpreise für Einfamilienhäuser.

Lagenvergleich: Kaufpreise für Einfamilienhäuser.

Jörg Schmoll, stellvertretender Sprecher des Hamburger Senats, meint zwar, E&V habe mit der Bedarfsschätzung zu hoch gegriffen, räumt aber ein: "Es fehlen 30.000 bis 40.000 Wohnungen." Hamburgs Erster Bürgermeister, Olaf Scholz (SPD), sieht dem Mangel jedenfalls nicht tatenlos zu: "Unser Ziel sind 6000 neue Wohnungen pro Jahr, vielleicht das größte Wohnungsbauprogramm in Deutschland", sagt er.

Damit das auch wahr wird, hat er mit Unternehmen aus der Wohnungswirtschaft das "Bündnis für das Wohnen in Hamburg" geschlossen. Skeptikern, die dahinter eines der vielen kurzlebigen Politikerversprechen vermuten, ruft er zu: "Und wir dürfen anders als im vergangenen Jahrzehnt nie wieder damit aufhören."

Kaufpreise für Eigentumswohnungen in Trendvierteln

Altona-Nord

Kaufpreis für Eigentumswohnungen: 3.773 Euro/Quadratmeter

Veränderung 2011 zu 2010: +22,1 Prozent

Othmarschen

Kaufpreis für Eigentumswohnungen: 4.967 Euro/Quadratmeter

Veränderung 2011 zu 2010: +16,1 Prozent

Eppendorf

Kaufpreis für Eigentumswohnungen: 3.777 Euro/Quadratmeter

Veränderung 2011 zu 2010: +15,5 Prozent

Eimsbüttel

Kaufpreis für Eigentumswohnungen: 3.400 Euro/Quadratmeter

Veränderung 2011 zu 2010: +17,2 Prozent

Borgfelde

Kaufpreis für Eigentumswohnungen: 2.875 Euro/Quadratmeter

Veränderung 2011 zu 2010: +22,1 Prozent

Doch Wollen und Können sind zweierlei. "Die Entwickler haben in den vergangenen Jahren immer über das Fehlen von geeigneten Grundstücken für Wohnungsneubau in Hamburg geklagt", berichtet Marktexperte Schulten. Auch das soll sich ändern. "Wir haben mit jedem der sieben Stadtbezirke Zielzahlen vereinbart, die es ermöglichen, unser Neubauprogramm über Jahre hinaus umzusetzen", versichert Jutta Blankau, Hamburgs Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt. Ein Anfang ist gemacht: 2011 wurde immerhin der Bau von 6800 Wohnungen genehmigt.

Monatsmieten für Wohnungen in Trendvierteln

Altona-Nord

Monatsmieten für Wohnungen: 11,87 Euro/Quadratmeter

Veränderung 2011 zu 2010: +5,8 Prozent

Othmarschen

Monatsmieten für Wohnungen: 12,96 Euro/Quadratmeter

Veränderung 2011 zu 2010: +3,0 Prozent

Eppendorf

Monatsmieten für Wohnungen: 13,36 Euro/Quadratmeter

Veränderung 2011 zu 2010: +8,7 Prozent

Eimsbüttel

Monatsmieten für Wohnungen: 14,44 Euro/Quadratmeter

Veränderung 2011 zu 2010: +4,9 Prozent

Borgfelde

Monatsmieten für Wohnungen: 10,63 Euro/Quadratmeter

Veränderung 2011 zu 2010: +10,5 Prozent

Das freut auch Projektentwickler wie Andreas Gräf, Leiter von Hochtief Solutions Formart: "Die Perspektiven in Hamburg für Wohnentwickler sind bestens." Doch die Essener bieten eher Wohnungen im oberen Preissegment: "Je nach Lage und Grundstückspreis rechnet sich für uns eine Entwicklung erst ab einem Verkaufspreis von etwa 3000 Euro pro Quadratmeter", sagt Gräf, gibt aber gleichzeitig zu bedenken: "Hamburg muss darauf achten, dass nicht zu viel Luxuswohnungen auf Kosten bezahlbaren Eigentums entstehen."

Kommentare (6)

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heitro

09.05.2012, 16:54 Uhr

In dem Artikel geht es drunter und drüber mit falschen Zahlen. Z.B.: 1.300.000 Wohnungen der Saga, in denen 300.000 Menschen wohnen. Wenn das richtig wäre, stünden über 1 Mio Wohnungen leer.

Weiteres Beispiel: Durchschnittspreis von 3800,- Euro pro Quadratmeter in Eppendorf ist ein Schnäpchen ggü. 2000,- Euro pro Quadratmeter in Uhlenhorst. Muss man das verstehen?

black

10.05.2012, 06:42 Uhr

( Etwa 1.300.000 Wohnungen, in denen 300.000 Menschen leben, gehören ihr. ) ... natürlich.

Hohe Kaufpreise garantieren für sich selbst dem Kapitalanleger gar nichts. Die als Kapitalanlage dienenden Wohnungen müssen von den Mieter´n auch bezahlt werden können. Man beschäftige sich einmal mit Wohnungen für Normalsterbliche.

Persönlich würde ich momentan auf dem überhitzten Markt überhaupt nichts kaufen; denn bedenke: 300T sind klassisch finanziert 500T. Und dann schau einmal, was man für 300T letztendlich auf den Teller bekommt.
Aber bei Immobilien setzt bei den Meisten auch der Verstand aus.

Kastanie

10.05.2012, 13:27 Uhr

Die Städte im Westen platzen aus allen Nähten wärend im Osten ganze Quarees leerstehen. Auch wenn es für die Politiker ein gutes Zeichen ist, wenn sich immer mehr Menschen in ihrer Stadt ansiedeln wollen, halte ich es für langfristig erstrebenswerter die Menschen übers ganze Land zu verteilen und dementsprechende Anreize zu schaffen. Eine bis auf die letzte Lücke zugebaute Stadt wird nicht lebenswerter und auf dem Land sollten nicht nur Ferienhäuser stehen um die Infrastruktur aufrecht zu erhalten.

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