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08.05.2012

10:03 Uhr

Trendviertel 2012

Würzburg, der Geheimtipp für Immobilieninvestoren

VonReiner Reichel

Wer sein Geld in Immobilien anlegen möchte, sollte sich in Würzburg umschauen. Die Universitätsstadt leidet unter chronischer Wohnungsknappheit. Wie Kapitalanleger mit Studentenwohnungen hohe Renditen erzielen.

Was kennzeichnet die Stadt Würzburg? Die Antwort von Immobilienmakler Roland Reinhart kommt prompt und präzise: "Würzburg hat drei Beine: Bildung, Kultur und Kirche." Im Mittelpunkt der Bistumsstadt steht der Dom St. Kilian, und auf dem Nikolausberg thront eine Wallfahrtskirche, von den Würzburgern liebevoll "Käppele" genannt.

Die Stadt ist katholisch und konservativ. Das Kulturangebot ist üppig: 15 Museen, zahlreiche Orchester für klassische Musik, dazu als Farbtupfer das jährliche Africa-Festival mit Musik und Kultur aus dem südlichen Kontinent. Doch weder Kulturschaffende noch die Mitarbeiter der Kirchen haben zahlenmäßig auch nur annähernd das Gewicht auf dem Wohnungsmarkt wie die Mitarbeiter der Universität und die Studenten in der insgesamt 135.000 Einwohner großen Stadt.

Kaufpreise für Einfamilienhäuser.

Kaufpreise für Einfamilienhäuser.

Vor 600 Jahren wurde die Julius-Maximilians-Universität gegründet. Dort und in zwei weiteren Hochschulen sowie dem Universitätsklinikum arbeiten etwa 10.000 Menschen. 28.000 Studenten senken das Durchschnittsalter. Würzburg hat nach Angaben der Stadt den höchsten Anteil von Einwohnern im Alter zwischen 18 und 30 Jahren in Deutschland. Sie stellen fast ein Viertel der Bevölkerung.

Würzburgs Gegensätze

Stadtteile mit Aussicht

Frauenland ist einer der exklusivsten Stadtteile Würzburgs. Heuchelhof ist das genaue Gegenteil davon. Trotzdem haben beide Stadtteile ihren eigenen Charakter und bieten Wachstumspotenzial bei den Immobilienpreisen.

Weil immer mehr Studienanfänger kommen, wiederholt sich in Würzburg jedes Semester das gleiche Spiel: Studentenwohnung verzweifelt gesucht. "Es ist kaum etwas am Markt", sagt Klaus-Dieter Beck, der als Freiberufler für ein großes Maklerunternehmen arbeitet. Das gilt sowohl für Mietwohnungen als auch für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser. Probe aufs Exempel beim größten Wohnungsunternehmen, der Stadtbau Würzburg, die 12.000 Menschen ein Dach über dem Kopf gibt. Ergebnis für die Suche unter "Wohnung kaufen": kein Angebot. Fragt man die Berufskollegen Beck und Reinhart nach großen Neubauwohnprojekten, fällt ihnen kein einziges ein. "In der Innenstadt gibt es praktisch keine Neubaugrundstücke mehr", berichtet Makler Reinhart.

Immobiliendienstleister Jones Lang Lassalle (JLL) stellt fest: "Den Wohnungsmarkt Würzburgs kennzeichnet ein geringer Leerstand." Wohnungen für Studenten sind gewiss ein gutes Geschäft. Die sind nicht wählerisch und die Mietverträge unterschreiben die Eltern. Deshalb empfiehlt Makler Reinhart Anlegern den Kauf von Zwei-Zimmer-Wohnungen.

Kaufpreise für Eigentumswohnungen

Frauenland

Kaufpreis für Eigentumswohnungen: 2.611 Euro

Veränderung 2011 zu 2010: + 14,7 Prozent

Rennweg

Kaufpreis für Eigentumswohnungen: 1.841 Euro/Quadratmeter

Veränderung 2011 zu 2010: + 15,0 Prozent

Heidingsfeld

Kaufpreis für Eigentumswohnungen: 1.741 Euro

Veränderung 2011 zu 2010: + 19,3 Prozent

Grohmbühl

Kaufpreis für Eigentumswohnungen: 2.014 Euro

Veränderung 2011 zu 2010: + 18,7 Prozent

Lengfeld

Kaufpreis für Eigentumswohnungen: 1.895 Euro/Quadratmeter

Veränderung 2011 zu 2010: + 12,6 Prozent

Die werden von Studenten gesucht, denn die Zeiten sind vorüber, in denen sie am liebsten in Vierer- und Fünferwohngemeinschaften lebten. Der Zwei-Personen-Haushalt mit getrennten Betten ist die Wohnform, die der akademische Nachwuchs heute bevorzugt.

Außerdem ist es ein Wohnungstyp, in den auch Alleinstehende gerne einziehen. Es dürfen auch mal drei Zimmer sein, wenn die Miete stimmt, wie bei diesem Objekt: "Schnäppchen für Kapitalanleger", wirbt der VR-Immo-Service für eine Drei-Zimmer-Wohnung in der Zellerau, in die es viele Studenten wegen der vergleichsweise günstigen Mieten zieht. 80.000 Euro soll das für 400 Euro im Monat vermietete Apartment kosten. Das sind immerhin sechs Prozent Mietrendite vor Bewirtschaftungskosten. Nicht schlecht in Zeiten, in denen Banken für Baudarlehen um die drei Prozent Zinsen verlangen.

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