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12.06.2014

10:05 Uhr

Trendviertel 2014 Bremen

Die heißesten Lagen der Hansestadt

VonReiner Reichel

Wo Stadtstaaten wie Berlin und Hamburg Großes im Blick haben, setzt Bremen auf überschaubare Quartiere. Immobilienkäufer erwartet Wohlfühlatmosphäre zu vergleichsweise niedrigen Preisen. In welchen Lagen der Kauf lohnt.

Marktplatz in Bremen: Wohnen in der Nähe eines UNESCO-Weltkulturerbes. dpa

Marktplatz in Bremen: Wohnen in der Nähe eines UNESCO-Weltkulturerbes.

Hansestadt: Auf diesen Titel legen die Bremer Wert. Schließlich stehen sie damit auf einer Stufe mit dem mehr als dreimal so großen Hamburg. Stadtstaaten sind sie beide. Eine Hafencity haben die Bremer an der Weser ebenso - nur dass ihr Name Überseestadt lautet. Auch das den Hamburgern nachgesagte britische Understatement ist den Bremern nicht fremd. Sie nennen ihre Heimat ironisch "ein Dorf mit angeschlossenem Flughafen".

Dörfer haben etwas Idyllisches, Liebenswertes. Bremens Senatsbaudirektorin Iris Reuther sieht in Bremen "die kleinen Dörfer in der großen Stadt". Das Besondere an Bremen seien die Quartiere, stellt Reuther heraus. Deren Charakter will sie erhalten, weil sie dort erlebt, "wie sich Menschen, bürgerschaftlich engagieren und mit ihren Quartieren identifizieren".

Immobilien

Stadtplan: Die Trendviertel von Bremen als .pdf


So würde ein Bremer, der in der Altstadt, dem Ostertor-oder dem Steintorviertel wohnt, niemals von der Mitte oder der Östlichen Vorstadt als seinem Wohnort sprechen. Das sind die beiden Stadtteile, in denen nach Analyse von vdp Research im Schnitt die höchsten Mieten gezahlt werden. Wer im und um den Ostertorsteinweg wohnt, lebt ohnehin "im Viertel", als gäbe es nur eines in Bremen.

Das aber wirkt besonders bunt und schrill - sowohl auf den Straßen als auf an den Häuserwänden. Viele Fassaden sind mit kunstvollen Graffitis bemalt und nicht bloß flüchtig besprüht. Szene-Restaurants, Döner-Imbisse, das bürgerliche Theater am Goetheplatz am einen Ende, das Bremer Kriminal Theater am anderen, kleine Modegeschäfte, bei denen Frau/Mann findet, was er bei HM und Zara vermisst hat - ein Stadtquartier der Vielfalt. Neubauten sind hier selten.

So wurde gerechnet

Datenbasis (Teil 1)

Für die diesjährige Trendviertel-Erhebung sind reale Kaufpreise für Eigenheime und Eigentumswohnungen relevant, die von einem der 37 Mitgliedsinstitute des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) finanziert wurden.

Datenbasis (Teil 2)

Die Banken übermitteln die anonymisierten Immobilien-Verkehrswerte, die sie ihren Kreditgutachten zugrunde legten, an das Analysehaus vdp Research. Die Berliner Experten bereinigten diese Daten nach einem statistischen Verfahren und werteten sie für jeden Postleitzahlbereich der ausgewählten 15 Städte exklusiv für das Handelsblatt aus.

Trendviertel

Trendviertel, so die Definition, sind danach all jene Stadtteile, in denen die Preise für Wohneigentum zwischen 2010 und 2013 stärker gestiegen sind als im Durchschnitt der gesamten Stadt.

Das gutbürgerliche Gegenstück heißt Schwachhausen. "Bremen ist vom Grund her eine alte und reiche Stadt", stellt Kurt Zech, geschäftsführender Gesellschafter des Bremer Bau- und Immobilienkonzerns Zech Group fest. Wer hier wohnt, hegt kein Zweifel. "Die Generation 50 plus strebt ein Domizil in Schwachhausen an", weiß Thomas Weiland, der für das Maklerhaus Dahler Company Häuser und Wohnungen vermittelt und sein Büro in einem alten Teehaus in diesem Stadtteil hat.

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