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10.06.2014

15:36 Uhr

Trendviertel 2014: Frankfurt

„Eine wahnsinnige Nachfrage“

VonReiner Reichel

In Frankfurt werden Wohnungen oft schon verkauft, bevor die Bagger anrücken. Kaufpreise und Mieten steigen rasant. Nicht nur Top-Lagen sind schon abgegrast. Jetzt sehen sich Investoren im Rotlicht-Milieu um.

Baustelle in Frankfurt: Im Hintergrund sind die Bankentürme zu sehen, die längst zum Wahrzeichen der Mainmetropole geworden sind. dpa

Baustelle in Frankfurt: Im Hintergrund sind die Bankentürme zu sehen, die längst zum Wahrzeichen der Mainmetropole geworden sind.

Frankfurt„Wohnraum ist in Frankfurt knapp.“ So kurz und bündig beschreibt Frank Junker, Chef der ABG Frankfurt Holding, die Lage. „Es gibt eine wahnsinnige Nachfrage in allen Preissegmenten.“

Sollte tatsächlich jemand daran zweifeln, ein Blick auf die Internetseite von Frankfurts größtem Wohnungsanbieter wird alle Zweifel nehmen. Wer auf der Homepage eine Eigentumswohnung suchen möchte, erfährt: „Leider konnten keine Angebote gefunden werden.“ Auch wer es mit einem Einfamilienhaus versucht, hat kein Glück.

„Die letzte Bauträgermaßnahme war vom Plan weg verkauft“, berichtet Junker. Potenzielle Mieter konnten Ende Mai gerade einmal zehn Wohnungen im Angebot der Gesellschaft finden, die in 50.000 Mietobjekten einem Viertel der Frankfurter Bevölkerung ein Zuhause gibt. Für Wohnungen, die frei werden, liegen bereits lange Listen von Interessenten vor – entsprechend wenige Anzeigen schaffen es überhaupt auf die Internetseite.

Immobilien

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Im Januar ging die ABG dann die Entwicklung eines neuen Stadtquartiers an und ließ den Uni-Turm in Bockenheim vor laufenden Fernsehkameras sprengen. Für die ersten 79 Wohnungen, die dort entstehen, haben sich bereits 1300 Interessenten registriert.

Ein solcher Nachfrageüberhang hat Konsequenzen für Mieten und Preise. Natürlich ist es umso teurer, je dichter man an die Innenstadt einschließlich Altstadt heranrückt. Dort wie in den angrenzenden Stadtteilen Nordend und Westend werden laut vdp Research inzwischen im Schnitt 14 bis 15 Euro Monatsmiete pro Quadratmeter aufgerufen. Wobei topsanierte Altbauten aus der Gründerzeit, wie sie im Westend noch vielfach zu finden sind, Neubauten kaum nachstehen.

Gerade wird das Gebiet um den historischen Stadtmittelpunkt Römer aufgewertet. Profane Betonklötze aus den 70er-Jahren weichen Neubauten. Wer eine der dort geplanten 54 Wohnungen ergattern will, muss inklusive des Erbbauzinses zwischen 5000 und 7250 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zahlen – aber gut bezahlte Frankfurter Banker schockt das nicht. In Bockenheim, im Westend und im westlichen Nordend bewegen sich die Preise auf vergleichbarem Niveau.

Die Wohnungsknappheit ist mit derart kleinen Neubauvorhaben im oberen Preissegment nicht zu bekämpfen. Deshalb hat Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann den Wohnungsbau zur Chefsache gemacht. Mit Erfolg: Im vergangenen Jahr sind rund 5300 Wohnungen neu genehmigt worden – der höchste Wert seit 50 Jahren, heißt es bei der Bauaufsichtsbehörde.

Kommentare (6)

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10.06.2014, 16:20 Uhr

Wenn die USA, Spanien, Niederlande und Irland eine Immoblase hin bekommen dann kann Deutschland das schon lange. Aus anderer Leute Fehler lernen ist fuer Weicheier, eigene Erfahrungen sammeln ist Trumpf.

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10.06.2014, 16:33 Uhr

Immobilien im Rotlichtbereich sind die mit Abstand größten Renditebringer.

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10.06.2014, 19:11 Uhr

"In Frankfurt werden Wohnungen oft schon verkauft, bevor die Bagger anrücken"
Toll, aber das ist die Voraussetzung für eine Bankfinanzierung. Es sei denn der Bauträger benötigt keine Finanzierung und hat die Kohle bar.

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