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09.06.2014

06:59 Uhr

Trendviertel 2014: Heidelberg

Romantik, Studenten und heiße Kaufchancen

VonAnne Wiktorin

Wer in Heidelberg wohnen möchte, hat es schwer. Die Nachfrage nach Immobilien in der romantisch gelegenen Stadt am Neckar übersteigt das Angebot bei weitem. Für Käufer gibt es dennoch lukrative Chancen.

Das idyllische Heidelberg bietet kaum noch bezahlbaren Wohnraum. Doch Besserung ist in Sicht. Imago

Das idyllische Heidelberg bietet kaum noch bezahlbaren Wohnraum. Doch Besserung ist in Sicht.

HeidelbergSchlüsselanhänger, ein Handbuch mit Stadt-Infos, Gutscheine fürs Schwimmbad - und ein persönlicher Brief des Oberbürgermeisters: So sieht das Überraschungspaket aus, das die Mitarbeiter der Stadt Heidelberg seit wenigen Tagen allen in die Hand drücken, die dort zum ersten Mal ihren Wohnsitz anmelden.

Für viele ist dieses Begrüßungsgeschenk allerdings weniger ein Lockangebot als vielmehr der Abschluss einer Odyssee. Denn in Heidelberg eine passende Bleibe für die Familie oder sogar eine Studentenbude zu finden ist mühselig. Allein 2013 zogen fast 18.000 Menschen neu in die Universitätsstadt, die Mehrheit zum Studieren. Auch wenn im selben Jahre etwa 16.000 Zugereiste die Stadt wieder verließen – unterm Strich kommen jedes Jahr mehr als gehen. Stetig wächst die Einwohnerzahl. Im vergangenen Jahr wurde die Marke von 150.000 überschritten, und 2020 werden wohl knapp 155.000 Menschen in der Stadt leben.

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Trendviertel 2014: Der Stadtplan von Heidelberg als .pdf

Für den Immobilienmarkt ist die Anziehungskraft der Stadt Segen und Fluch zugleich: ein Segen für Eigentümer und Vermieter, weil die konstant hohe Nachfrage nach Häusern und Wohnungen Kaufpreise und Mieten zuletzt stetig hat steigen lassen. Ein Fluch, weil ein zu knappes Angebot an Wohnraum im mittleren Preissegment vor allem Familien aus der Stadt ins Umland vertreibt.

Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner setzt deshalb auf mehr Neubau: „Viele Jahre lang wurde viel zu wenig gebaut“, sagt das parteilose Stadtoberhaupt. Tatsächlich entstanden zwischen 2006 und 2011 durchschnittlich nur 326 neue Wohnungen pro Jahr, wie das Hamburger Gewos-Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung ermittelt hat. Noch in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre waren es jährlich deutlich mehr als 500 Wohnungen – ein Wert, den die Stadt nun wieder erreicht haben dürfte.

So wurde gerechnet

Datenbasis (Teil 1)

Für die diesjährige Trendviertel-Erhebung sind reale Kaufpreise für Eigenheime und Eigentumswohnungen relevant, die von einem der 37 Mitgliedsinstitute des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) finanziert wurden.

Datenbasis (Teil 2)

Die Banken übermitteln die anonymisierten Immobilien-Verkehrswerte, die sie ihren Kreditgutachten zugrunde legten, an das Analysehaus vdp Research. Die Berliner Experten bereinigten diese Daten nach einem statistischen Verfahren und werteten sie für jeden Postleitzahlbereich der ausgewählten 15 Städte exklusiv für das Handelsblatt aus.

Trendviertel

Trendviertel, so die Definition, sind danach all jene Stadtteile, in denen die Preise für Wohneigentum zwischen 2010 und 2013 stärker gestiegen sind als im Durchschnitt der gesamten Stadt.

Erfolgstory Bahnstadt

Zu verdanken ist dies einem einzigen, ehrgeizigen Projekt. Auf dem Areal eines stillgelegten Güterbahnhofs im Westen Heidelbergs entsteht ein ganz neues Stadtviertel - Bahnstadt genannt. Mit einer Fläche von 116 Hektar ist es größer als die gesamte Heidelberger Altstadt und auch bundesweit eines der bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte.

Zum Vergleich: Das Gebiet der Hamburger Hafencity, das bekannteste Neubauvorhaben der Republik, misst 156 Hektar. Vermutlich ist die Bahnstadt auch eines der hierzulande erfolgreichsten Vorhaben. Denn im Unterschied zu anderen Großprojekten liegt man in Heidelberg nicht nur voll im Zeitplan – man ist ihm sogar um zwei Jahre voraus.

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