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27.01.2016

18:44 Uhr

Übernahmeschlacht mit Vonovia

Deutsche Wohnen wirft Branchenprimus Trickserei vor

Michael Zahn möchte Deutsche Wohnen als eigenständiges Unternehmen weiterführen. Doch Branchenprimus Vonovia will in der Übernahmeschlacht nicht locker lassen. Der Kampf wird mit immer härteren Bandagen ausgetragen.

Die Übernahmeschlacht zieht sich bereits seit dem Herbst. dpa

Objekt der Deutsche Wohnen

Die Übernahmeschlacht zieht sich bereits seit dem Herbst.

FrankfurtDie Übernahmeschlacht im Wohnungssektor wird nun in aller Öffentlichkeit und mit immer härteren Bandagen ausgetragen. In einem neuen Brief an seine Aktionäre sprach sich Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn am Mittwoch abermals gegen die feindliche Offerte von Branchenprimus Vonovia aus. Das Vonovia-Management habe die Deutsche-Wohnen-Anleger bewusst an der Nase herum geführt und über seine wahren Absichten im Unklaren gelassen. Das zeige sich daran, dass trotz gegenteiliger Bekundungen die Mindestannahmeschwelle deutlich gesenkt worden sei - auf 44 von 50 Prozent.

Das sei keinesfalls nur eine technische Änderung, wie es Vonovia verkauft habe mit Blick auf die Inhaber von Wandelanleihen, die bereits im Boot seien, schimpfte Zahn. Vielmehr signalisiere Vonovia damit, sich auch mit der Rolle als Minderheitsaktionärin zufriedenzugeben, ohne die versprochenen Synergien heben zu können. „In Anbetracht des bisherigen Verhaltens von Vonovia muss man davon ausgehen, dass Vonovia ein auf Krawall gebürsteter Minderheitsaktionär wird, der weiterhin nur seine eigenen Interessen im Blick hat und das auf Kosten der Mehrheit der Deutsche-Wohnen-Anleger.“ Vonovia wollte sich zu den Vorwürfen zunächst nicht äußern.

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Die Übernahmeschlacht zieht sich bereits seit dem Herbst. Inklusive Schulden wäre der Deal 14 Milliarden Euro schwer und damit der größte, den es je auf dem deutschen Immobilienmarkt gegeben hat. Deutsche Wohnen hat das Angebot als zu niedrig und die versprochenen Synergien als unrealistisch kritisiert. Die Annahmequote lag zuletzt bei etwas über 22 Prozent, davon entfallen gut vier Prozent auf eigene Aktienkäufe von Vonovia am Markt. Auch das ist Deutsche Wohnen ein Dorn im Auge. Die Annahmefrist läuft nun noch bis zum 9. Februar. Einige wenige Großinvestoren haben sich bereits festgelegt.

Nur wenige einflussreiche Befürworter der Fusion sind bislang an die Öffentlichkeit gegangen. Am Mittwoch bestätigte der norwegische Staatsfonds Norges Informationen aus Finanzkreisen, wonach er bereits alle seine Deutsche-Wohnen-Aktien angedient hat. Norges gehört zu den Top-5-Investoren in beiden Unternehmen.

Von

rtr

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