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14.03.2013

13:22 Uhr

Umfrage unter Investoren

Deutschland ist beliebtester Immobilienmarkt Europas

Deutschland hat Großbritannien vom Thron gestoßen und ist nun laut einer aktuellen Studie der attraktivste Immobilienmarkt Europas. Die beliebteste Stadt unter Investoren bleibt allerdings britisch.

Häuser mit Eigentums-Luxuswohnungen am Volkspark Friedrichshain in Berlin. Deutschland ist laut einer Umfrage der gefragteste Immobilienmarkt. dpa

Häuser mit Eigentums-Luxuswohnungen am Volkspark Friedrichshain in Berlin. Deutschland ist laut einer Umfrage der gefragteste Immobilienmarkt.

LondonDeutschland hat Großbritannien als attraktivsten Immobilienmarkt Europas überholt. Nach einer von der Beratungsfirma CBRE veröffentlichten Umfrage unter 362 Investoren nannten 35 Prozent den deutschen Markt für den reizvollsten. Großbritannien kam dagegen nur auf 24 Prozent. Der Immobilienboom spiegelt sich auch in den Baugenehmigungen für neue Wohnungen wider. Diese stiegen 2012 das dritte Jahr in Folge, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Eine Ende des Aufwärtstrends ist nicht in Sicht, sagen Experten.

„Deutschland ist Europas Wachstumsmotor Nummer eins mit Rekordbeschäftigung und steigenden Realeinkommen“, sagte André Adami vom Marktforscher BulwienGesa AG. „Das ermutigt viele Deutsche, Eigentum zu bilden.“ Investoren wie Pensionskassen, Versicherungen und Fonds locke dagegen die Aussicht auf eine ordentliche Rendite, die sie in anderen Anlageklassen in dieser Höhe entweder nicht bekämen oder dafür größere Risiken eingehen müssten. „Deshalb dürfte sich der Immobilienboom in den nächsten zwei, drei Jahren fortsetzen - zumal Baugeld günstig bleiben dürfte“, sagte Adami.

„Großer Nachholbedarf“

Die Zahl der Baugenehmigungen für neue Wohnungen stieg 2012 um 4,8 Prozent oder 11.100 auf 239.500. "Der hohe Zuwachs aus dem Jahr 2011 mit 21,7 Prozent konnte jedoch nicht wieder erreicht werden", so das Statistikamt. BulwienGesa rechnet damit, dass die Zahl sich in den kommenden Jahren Richtung 280.000 bewegen dürfte. "Es gibt einen Nachholbedarf, denn in den Jahren vor dem Boom wurde viel zu wenig gebaut", sagte Adami.

So viel geben die Deutschen für Miete aus

Hamburg

2008: 19,6 Prozent*
2009: 20,5 Prozent
2010: 20,1 Prozent
2011: 20,7 Prozent
2012: 21,7 Prozent

* Anteil des Nettoeinkommens, der für Miete inklusive Nebenkosten aufgewendet werden muss.

Quelle: IVD / Statistisches Bundesamt

Hannover

2008: 17,1 Prozent
2009: 17,7 Prozent
2010: 18,0 Prozent
2011: 18,8 Prozent
2012: 20,0 Prozent

Düsseldorf

2008: 17,9 Prozent
2009: 17,9 Prozent
2010: 18,4 Prozent
2011: 19,0 Prozent
2012: 19,0 Prozent

Köln

2008: 20,1 Prozent
2009: 20,1 Prozent
2010: 19,5 Prozent
2011: 20,1 Prozent
2012: 20,3 Prozent

Dortmund

2008: 16,9 Prozent
2009: 16,9 Prozent
2010: 16,7 Prozent
2011: 16,8 Prozent
2012: 16,9 Prozent

Frankfurt

2008: 21,1 Prozent
2009: 21,1 Prozent
2010: 21,0 Prozent
2011: 21,1 Prozent
2012: 21,9 Prozent

Stuttgart

2008: 21,5 Prozent
2009: 21,5 Prozent
2010: 20,9 Prozent
2011: 21,0 Prozent
2012: 22,3 Prozent

München

2008: 21,8 Prozent
2009: 22,4 Prozent
2010: 21,8 Prozent
2011: 22,6 Prozent
2012: 23,5 Prozent

Nürnberg

2008: 19,4 Prozent
2009: 18,1 Prozent
2010: 18,5 Prozent
2011: 18,9 Prozent
2012: 19,3 Prozent

Berlin-West

2008: 21,6 Prozent
2009: 21,6 Prozent
2010: 21,5 Prozent
2011: 21,8 Prozent
2012: 22,7 Prozent

Außerdem steige die Nachfrage, weil das wirtschaftlich stabile Deutschland ausländische Zuwanderer anlocke - vor allem aus Krisenstaaten wie Italien und Spanien, die es in die Großstädte zieht. „Auch viele junge Leute gehen zum Studium in die großen Städte, entsprechen steigt der Bedarf“, sagte Adami. Nach der Umfrage von CBRE - an der einige der weltgrößten Fonds teilnahmen - ist London unter den europäischen Städten der begehrteste Immobilienstandort. Dahinter folgen aber schon München und Berlin.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

14.03.2013, 09:01 Uhr

Das Mietrecht ist dank Marionettenregierung mies, die Einkommen im europaweiten Vergleich hoch, die Eigentumsquote gering - da lässt sich gut abzocken!

Auf solche Besucher (Finanzinvestoren &Co) warten wir!

Es zahlt: Der Bürger!

WFriedrich

19.03.2013, 09:27 Uhr

Zitat: "Die Bundesbank - die sich auf Daten von BulwienGesa stützt - beobachtet die mit dem Boom steigenden Preise mit Sorge".

Diese Sorge teile ich nicht mehr, seitdem Unternehmer Roßmann in einer Talk-Fernsehrunde die niedrigen Löhne seiner ostdeutschen Angestellten mit deren niedrigen Mietkosten gerechtfertigt hat. Die Preise in den Ost- und Westfilialen unterscheiden sich nicht, so dass die plausiblen und unterstützungswerten Rechtfertigungsgründe der investierenden und expandierenden Produktionsbetrieben hier nicht angeführt werden dürfen. Im konkreten Fall wird a) Kaufkraft unter Inkaufnahme des Verfalls von Ostimmobilien entzogen und b) Westlöhne durch Ostlöhne subventioniert. Nach der Wende wurden die ostdeutschen Immobilien flächendeckend saniert; zahllose Investoren sind ins Risiko gegangen. Nun gilt es die Voraussetzungen für deren Werterhalt zu sichern, anstatt deren neuerlichen Verfall zu befördern. Um pauschaler Fehlinterpretation präventiv vorzubeugen, muss klar unterschieden werden zwischen solchen (vergleichsweise) niedrigen Löhnen, die der Erwirtschaftung zukünftiger Investitionen am Standort dienen und solchen, durch die die Region geschwächt wird.

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