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22.03.2006

12:30 Uhr

Urteil zugunsten geprellter Verbraucher

Entschädigung für Schrottimmobilien-Geschädigte

VonQuelle: Immowelt

Im seit Jahren schwelenden Streit um Schrottimmobilien, die vor allem in den 1990er-Jahren Verbrauchern zu überhöhten Preisen aufgeschwatzt wurden, hat das Oberlandesgericht (OLG) Bremen jetzt ein wichtiges Urteil gesprochen.

Ein geschädigter Verbraucher muss ein Bankdarlehen über rund 70.000 Euro nicht zurückzahlen. Stattdessen kann er die mit diesem Geld finanzierte Immobilie an die Bank weiterreichen. Er wird damit rechtlich so gestellt, als hätte er den Immobilienkauf nie getätigt.

Hintergrund: Verbraucherschützer schätzen, dass in den 1990er-Jahren bis zu 300.000 Bürgern überteuerte und minderwertige Immobilien in so genannten Haustürsituationen aufgeschwatzt wurden. Dabei wurde ihnen auch gleich ein Bankdarlehen vermittelt. Doch die von den Immobilien-Drückern als sichere und renditestarke Altersvorsorge angepriesenen Wohnungen erwiesen sich im Nachhinein vielfach als wahre Groschengräber: Die prognostizierten Mieterträge wurden bei weitem nicht erwirtschaftet, viele der minderwertigen Wohnungen stehen heute leer und sind kaum veräußerbar. Viele Anlegern klagten daraufhin gegen die finanzierenden Banken: Immobilienverkauf und Darlehen seien verbundene Geschäfte gewesen, sie hätten außerdem über ihr Widerrufsrecht bei Haustürgeschäften belehrt werden müssen.

Vor einiger Zeit urteilte dann der Bundesgerichtshof (BGH) zugunsten der verklagten Banken: Betroffene könnten zwar die Darlehen kündigen, müssten dann aber den Kredit auf einen Schlag zurückzahlen und blieben auf der Schrottimmobilie sitzen. Doch dieses Urteil nutzte den geschädigten Anleger wenig: Woher das Geld für die Darlehens-Ablösung nehmen, wenn der tatsächliche Wert der heute nur schwer veräußerbaren Schrottimmobilien viel geringer ist, als der dafür aufgenommene Kredit?

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