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30.03.2011

17:00 Uhr

US-Häuserpreise fallen

Die Immobilienkrise kehrt zurück

VonRolf Benders

Die Immobilienpreise in den USA fallen erneut und lassen die erhoffte Erholung in weite Ferne rücken. Fieberhaft arbeitet die Politik an einer Lösung.

Haus zu verkaufen: Die Immobilienpreise fallen wieder. Quelle: Reuters

Haus zu verkaufen: Die Immobilienpreise fallen wieder.

New YorkDer für dieses Jahr erhoffte Silberstreif am Horizont des US-Häusermarkts bleibt aus. Im Gegenteil: Die Preise fallen weiter und sogar stärker als zuvor. So gab der S&P-Case-Shiller-Hauspreisindex, der die 20 wichtigsten Metropolregionen der USA umfasst, im Januar um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr nach. "Der Januar bringt uns fallende Preise mit wenig Hoffnung für die nähere Zukunft", sagte David Blitzer, Leiter des Indexkomitees bei Standard & Poor's (S&P). "Die Rezession am Häusermarkt ist noch lange nicht zu Ende."

Möglicherweise stehe man vor einem "Double-Dip", also einem erneuten, heftigen Durchsacken des Marktes, sagte Blitzer. Lange hatten Experten gehofft, der Häusermarkt, dessen Kollaps im Sommer 2007 die Finanzkrise auslöste, könnte im Laufe des Jahres seinen Boden finden. Dies droht nun nicht einzutreten.

Seit dem Höhepunkt des Immobilienbooms im Jahr 2007 ist der Index um über 30 Prozent gefallen. Hatte er sich seit Ende 2009 wieder vorsichtig erholt, fallen die Preise seit sieben Monaten und liegen mittlerweile wieder auf dem Tiefstand von vor zwei Jahren.
Über die Gründe für die weiter sinkenden Preise sind sich Experten einig: "Im Moment kommen immer mehr Häuser aus Notverkäufen auf den Markt. Das drückt die Preise", sagte der Chefökonom des Hypothekenversicherers Berson, David Berson.

Dies verunsichere Käufer, die lieber auf noch weiter fallende Preise warteten. Zudem stehe potenziellen Käufern nicht genügend Kredit zur Verfügung. Die Folge seien eine rückläufige Nachfrage und erneut fallende Preise. So rechnet die Investmentbank Jefferies damit, dass der Case/Shiller-Index auch im Februar sinken wird. Damit wäre der Double-Dip perfekt. Die Deutsche Bank warnte jedoch vor Panikmache. "Man muss erst die Frühjahrssaison abwarten, um sich ein wirkliches Bild von der Lage machen zu können", sagte US-Chefvolkswirt Joe LaVorgna.

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