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22.08.2013

10:53 Uhr

US-Immobilien

Die Nachfrage der Ausländer bricht ein

Der Immobilienmarkt der USA stabilisiert sich und die Preise steigen. Damit ist die Zeit der Schnäppchen vorbei. Vor allem für Ausländer lohnt sich ein Investment kaum noch. Das hat jedoch mehrere Gründe.

Ein Haus steht in Miami Beach zum Verkauf. Die Gegend war vor einem Jahr noch ein „Sonderangebot“. Reuters

Ein Haus steht in Miami Beach zum Verkauf. Die Gegend war vor einem Jahr noch ein „Sonderangebot“.

New YorkEin eigenes Haus in Miami oder San Francisco - das war bislang nicht nur für Amerikaner erstrebenswert, sondern auch für viele Ausländer. Sie hatten nach der Stabilisierung des Immobilienmarktes in den USA zuletzt viel Geld investiert, ziehen sich nun nach stark gestiegenen Preisen aber wieder zurück.

Beispiel San Francisco, Kalifornien: Hier sei die Nachfrage von ausländischen Käufern in den vergangenen Monaten um mindestens 30 Prozent zurückgegangen, sagt der Immobilienmakler Kevin Kieffer von der Firma Keller Williams Realty. „Das liegt zum Teil daran, dass die Preise so schnell nach oben geschossen sind.“ Die Nachfrage der heimischen Kunden sei dagegen stabil. Ähnlich sieht es in Miami, Phoenix oder Las Vegas aus.

Nach der geplatzten Immobilienblase 2007, die die Finanzkrise auslöste und die Weltwirtschaft in die schlimmste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg stürzte, waren die Preise in vielen US-Regionen stark gefallen. Manche Immobilien wurden regelrecht zum Schnäppchen.

Doch das Bild hat sich mittlerweile wieder geändert, nachdem die Preise deutlich angezogen sind. Ausländische Investoren, die bereits ein Objekt in den USA besitzen, denken eher über eine Veräußerung als weitere Zukäufe nach.

Mit Niedrigzinsen zum Eigenheim

Warum lohnt sich derzeit der Bau oder Kauf eines Hauses besonders?

Langfristige Baukredite mit festen Zinsen für zehn Jahre gibt es derzeit mit einer Verzinsung von deutlich unter zwei Prozent. Allerdings haben die Preise für Immobilien besonders in Großstädten in den vergangenen Jahren deutlich angezogen.

Sind Immobilien eine gute Geldanlage?

Immobilien gelten nicht als Renditeknüller. Allerdings sind sie gerade in Krisenzeiten Verbraucherexperten zufolge eine solide Geldanlage. Der Wert einer Immobilie ist vergleichsweise sicher - vorausgesetzt, Preis, Qualität und Lage stimmen. In jedem Fall sollte ein Immobilienkauf gut überlegt sein.

Wie finde ich den günstigsten Kredit?

Hier hilft nur ein Vergleich der verschiedenen Anbieter, wobei die Auswahl an Krediten laut Stiftung Warentest derzeit besonders groß ist. Bauherren und Käufer können dafür Vergleichsrechner im Internet nutzen. Auch Verbrauchermagazine und Zeitungen liefern häufig aktuelle Zinskonditionen. Die Hausbank kann ein wichtiger Ansprechpartner sein - ist jedoch nicht immer zwingend die erste Wahl. Ein Anbietervergleich kann teils mehrere zehntausend Euro sparen.

Wie funktioniert ein Baudarlehen?

Kredite für Häuser oder Wohnungen laufen meist über zehn, 20 oder 30 Jahre. Hierbei werden die Zinsen in aller Regel nur für einen begrenzten Zeitraum von mehreren Jahren festgelegt. Läuft diese sogenannte Zinsbindungsfrist ab, verhandeln Bank und Kunde die Verlängerung des Darlehens. Der Bauherr kann dann auch umschulden und zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Verbraucher sollten mehrere Monate vor Auslaufen der Frist neue Angebote einholen. Wegen der historisch niedrigen Zinsen gibt es derzeit auch besonders günstige Anschlusskredite.

Sind die Kreditraten immer festgeschrieben?

An sich werden feste monatliche Raten vereinbart. Baukredite geben oft aber auch das Recht auf Sondertilgung, das heißt die Rückzahlung von Geld zusätzlich zu den vereinbarten Raten. Auch kann ausgehandelt werden, dass der Bauherr die Raten anpassen kann, etwa wenn sich das Einkommen verändert.

Wie viel Geld muss ich selbst aufbringen?

Finanzexperten sehen ein Eigenkapital von 20 bis 30 Prozent des Immobilienpreises als eine solide Basis an. Für ihre angebotenen Top-Zinsen wollen die Banken häufig allerdings 40 Prozent Eigenkapital sehen. Teils sind Banken auch bereit, den vollen Kaufpreis zu finanzieren. Dafür verlangen sie aber oft happige Risikoaufschläge beim Zins.

Gibt es Geld vom Staat?

Bei der staatlichen Förderbank KfW gibt es Darlehen etwa für den Kauf selbstgenutzten Wohneigentums, energieeffizientes Bauen und Sanieren oder auch für altersgerechtes Wohnen. Daneben zahlt der Staat die Wohnungsbauprämie von 8,8 Prozent beim Bausparen. Auch gibt es in Form des sogenannten Wohn-Riesters staatliche Unterstützung für den Kauf selbstgenutzter Immobilien zur Altersvorsorge.

Was passiert, wenn ich arbeitslos oder arbeitsunfähig werde?

Risiken wie diese können mit Versicherungen ganz oder zumindest teilweise abgedeckt werden. So gibt es Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit, Lebensversicherungen oder Restschuld-Versicherungen. Verbraucher sollten sich vor Abschluss einer Police und eines Baudarlehens gut über einen Versicherungsschutz beraten lassen. Die Stiftung Warentest rät zu Versicherungen für den Todesfall.

Keine Schnäppchen mehr

In der Metropole Miami an der Ostküste Floridas mit ihrem milden Klima sind die Häuserpreise im Mai zum Vorjahr um 14 Prozent geklettert. Fast die Hälfte der Immobilien seien hier im Besitz von Ausländern, sagt die Branchenexpertin Brigitte Lina Lombardi.

Viele ausländische Investoren, die zwischen 2009 und 2012 ein Objekt erworben hätten, schrecke der jüngste Preisanstieg ab. „Jetzt denken sie über einen Verkauf nach.“ Der kanadische Investor Norm Glick, der nicht weit von Miami in Lake Worth engagiert ist, ergänzt: „Miami ist kein Sonderangebot mehr. Genau das war es aber noch vor nur einem Jahr.“

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