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12.08.2013

09:26 Uhr

US-Immobilien

Luxushäuser in den USA wieder gefragt

Immobilien sind wieder einmal das liebste Gesprächsthema in den Starbucks-Cafés in Granite Bay, einem Vorort des kalifornischen Sacramento. Das mittlere Einkommen liegt hier doppelt so hoch wie im Rest der USA.

Die Markt für teure US-Immobilien entwickelt sich prächtig. Für Villen in schöner Sonnenlage sind immer mehr Amerikaner bereit viel Geld auszugeben. ap

Die Markt für teure US-Immobilien entwickelt sich prächtig. Für Villen in schöner Sonnenlage sind immer mehr Amerikaner bereit viel Geld auszugeben.

"Als der Immobilienmarkt boomte, saßen die Leute bei Starbucks und erzählten, wie viel sie für ein Haus bezahlt hatten", sagte Craig Moe, der im Juni für 1,2 Millionen Dollar (900.000 Euro) ein Haus gekauft hat - mit einem Abschlag von 25 Prozent gegenüber dem Verkaufspreis vor sechs Jahren. "Jetzt erzählen sie, wie wenig sie bezahlt und was sie für ein Schnäppchen gemacht haben."

Zwischen Los Angeles und Charleston im Staat South Carolina nehmen die Verkäufe von Häusern, die eine Million Dollar oder mehr kosten, drei Mal so stark zu wie der breitere Markt, meldet der Immobilienforscher DataQuick. Wohlhabende Käufer, oft mit Kursgewinnen am Aktienmarkt im Rücken, gehen jetzt auf den Immobilienmarkt. Bereits vor einem Jahr begann die Erholung am Wohnungsmarkt, getrieben von weniger wohlhabenden Käufern, die die rekordniedrigen Zinsen nutzen wollten, sagte Susan Wachter, Professorin für Immobilienwesen und Finanzen an der Wharton School in Pennsylvania.

"Die Erholung bei Immobilien basierte auf Käufen von Mittelschicht-Familien, auch wenn nicht sie es waren, die von der Erholung besonders profitierten", sagte sie. "Jetzt schenken auch die reicheren Hauskäufer der Konjunktur ihr Vertrauen."

Die Verkäufe von Häusern für mehr als eine Million Dollar sind in der ersten Jahreshälfte um durchschnittlich 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen, auf den höchsten Stand seit 2007, meldet DataQuick. Bei Transaktionen für weniger als eine Million Dollar gab es einen Anstieg von elf Prozent, den höchsten Stand seit 2009, zeigen Daten der National Association of Realtors.

Luxus-Immobilien in New York: Nach oben keine Grenzen

Luxus-Immobilien in New York

Nach oben keine Grenzen

90 Millionen Dollar für ein Apartment? In New York ist das durchaus möglich. Manhattan erlebt derzeit einen Boom bei Luxus-Immobilien. Die Käufer, oft reiche Unternehmer aus Russland und Asien, zahlen irrwitzige Preise. 

Der Über-eine-Million-Dollar-Markt hinkt im Zyklus normalerweise hinter dem breiteren Markt hinterher, weil reichere Käufer warten können, bis die wirtschaftlichen Bedingungen richtig sind, sagte Wachter. Solche Hausbesitzer können normalerweise auch in schwierigen Zeiten ihre Immobilien halten, und ihre Häuser sind groß genug um zu bleiben, auch wenn sich die Familie vergrößert. "Das sind normalerweise Leute, die jeden Sturm überstehen können", sagte Wachter.

Der anziehende Häusermarkt unterstützt inzwischen die wirtschaftliche Erholung. Ökonomen prognostizieren ein Wachstum der US-Wirtschaft um 2,3 Prozent in diesem Quartal gegenüber 1,7 Prozent in den drei Monaten zuvor. Und sie sagen voraus, dass sie in jedem Vierteljahr bis zum dritten Quartal 2014 zulegen wird, so die mittlere Schätzung aus einer Bloomberg-Umfrage.

Hauskäufe treiben die Konsumausgaben, die 70 Prozent der Wirtschaft ausmachen, und im Premiumsegment sind die Ausgaben für Dekoration, Möbel und Haushaltsgeräte je Haus viel höher. Anwesen mit einem Wert von mehr als einer Million Dollar machten im Juni rund 2,4 Prozent aller Hausverkäufe aus, nach 1,3 Prozent Anfang 2012, als die Erholung des übrigen Markts begann, zeigen Daten der National Association of Realtors.

"Wohlhabende Familien schöpfen wieder Vertrauen in die Wirtschaft, und sie sehen Stabilität bei ihren Investments", sagte Nikki Michelini vom Vermögensverwalter Aspiriant in Los Angeles, "viele von ihnen sagen, jetzt sei es an der Zeit, ein Haus zu kaufen."

Kommentare (5)

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12.08.2013, 09:34 Uhr

Bleibt nur zu hoffen, daß all der andere Schrott, der sich noch in vom Steuerzahler quersubventionierten ABS oder CDOs oder sonstwas befindet, auch noch in den USA Käufer findet und wir (hoffentlich) mit einem recht blauen Auge da herauskommen. Die Finanzmarktkrise und die Probleme in Euroland sind ohnehin noch ausreichend groß.

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12.08.2013, 09:47 Uhr

Der durch die FED gesponserte US-Immobilienmarkt kippt gerade wieder. Vermutlich deshalb diese "Erfolgsmeldungen" der Amerikanischen Wochenschau - wenn es nämlich alle merken, daß der finanziellen Endsieg im Immobilienmarkt auch durch die FED-Offensive (40 Mrd pro Monat in Hypothekenschrott) nicht erreicht wurde.... dann kollabiert das Schneeballsystem wieder einmal.

turnout

12.08.2013, 09:57 Uhr

einen markt für luxusimmoblien gibts immer,da die großvermögen immer bestehn,ja im gegenteil sogar von der krise profitieren

siehe london

also nix neues in amiland

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