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31.10.2013

08:48 Uhr

Verbraucherschützer warnen

Vorsicht beim Immobilienkauf!

Der Traum von den eigenen vier Wänden scheint vielen Menschen derzeit zum Greifen nahe. Die Zinsen sind so niedrig, dass sich hohe Kreditsummen stemmen lassen. Verbraucherschützer sehen darin aber eine große Gefahr.

Finanzexperten sehen nach dem jahrelangen Ansturm auf Wohnungen und Häuser inzwischen die Gefahr einer Immobilienblase. dpa

Finanzexperten sehen nach dem jahrelangen Ansturm auf Wohnungen und Häuser inzwischen die Gefahr einer Immobilienblase.

MünchenDie Mini-Zinsen für Baugeld in Deutschland verlocken zunehmend auch Menschen zum Kauf einer Immobilie, die sich eigentlich keine leisten können. „Derzeit kommen viele Verbraucher fast ohne Eigenkapital und denken, alles ist möglich“, sagt Martin Reuter von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Beratungsgespräche für den Immobilienkauf seien derzeit auf Monate hin ausgebucht. Doch nicht allen Interessenten könne er nach gründlicher Prüfung der Finanzen zum Kauf raten: „Wir müssen viele Leute wegschicken, weil sie falsche Vorstellungen haben.“

Der Finanzexperte Hans-Peter Burghof sieht die anhaltend niedrigen Zinsen als Gefahr. „Die Möglichkeit, dass man ohne Kosten Geld bekommt, führt zu Leichtsinn“, warnt der Banken-Professor der Universität Hohenheim. Normalerweise habe der Preis eine Lenkungsfunktion - diese funktioniere derzeit aber nicht mehr, das Risikobewusstsein werde so verringert.

Burghof sieht nach dem jahrelangen Ansturm auf Wohnungen und Häuser inzwischen die Gefahr einer Immobilienblase. Wenn die Zinsen in den kommenden Jahren wieder stiegen oder der Wert einer Immobilie sinke, drohten Probleme. „Dann hat man in zehn Jahren ein Haus an der Backe, dass man sich nicht mehr leisten kann.“

Wohnungen in besonders attraktiven Ballungsräumen sind nach Einschätzung der Bundesbank bereits zu teuer. Für die Immobilien seien zuletzt Preise verlangt und gezahlt worden, die nicht von längerfristigen demografischen und wirtschaftlichen Einflussfaktoren gedeckt seien, berichtete die Notenbank in der vergangenen Woche. Geschosswohnungen in den Ballungszentren sind nach den Schätzungen um bis zu 20 Prozent überbewertet. Das Beratungsunternehmen Empirica empfahl vor wenigen Tagen daher in klaren Worten, bei der Immobilienauswahl „höllisch aufzupassen“.

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