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21.02.2013

10:40 Uhr

Verdacht auf Anlagebetrug

S&K-Chefs in Untersuchungshaft

Bargeld, Sportwagen, Schmuck: Bei Razzien gegen die Immobiliengruppe S&K haben Ermittler Millionenwerte gesichert. Auch auf die frühere Gunter-Sachs-Villa wollen sie Zugriff. Es könnte nur die Spitze des Eisbergs sein.

Anlegerskandal

Großrazzia bei S&K und Partner United Investors

Anlegerskandal: Großrazzia bei S&K und Partner United Investors

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Frankfurt/MainNach der bundesweiten Großrazzia gegen mutmaßliche Anlagebetrüger vom Dienstag sind vier Hauptverdächtige in Untersuchungshaft genommen worden. Am Amtsgericht Frankfurt vollstreckte die zuständige Richterin am Mittwoch nach Anhörungen die Haftbefehle unter anderem gegen die beiden Gründer der Frankfurter Immobiliengruppe S&K.

Die 31 und 33 Jahre alten Männer stehen im Verdacht, ein betrügerisches Schneeballsystem aufgebaut und Anleger um mehr als 100 Millionen Euro geprellt zu haben. Die Wirtschaftswoche hatte Ende Januar vor den Aktivitäten gewarnt. Zwei weitere Beschuldigte sollten in Hamburg dem Haftrichter vorgeführt werden, berichtete ein Justizsprecher.

Bei den Durchsuchungen von insgesamt 130 Objekten in sieben Bundesländern haben die Ermittler nach eigenen Angaben Millionenwerte gesichert. In den Privatwohnungen der Beschuldigten seien Sachwerte und Bargeld im Wert von 2,5 Millionen Euro sichergestellt worden, berichtete Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu.

Man habe mehrere teure Sportwagen sowie Schmuck beschlagnahmt. Zudem habe man Konten eingefroren und auf Grundstücke zugegriffen. Insgesamt wolle man 105 Millionen Euro sichern, um den entstandenen Schaden für Anleger auszugleichen. Insgesamt wird gegen rund 50 Beteiligte ermittelt.

Anlagetipps: Finger weg von Finanzprodukten, wenn...

Tipp 1

... Renditen von über acht Prozent pro Jahr versprochen werden, gleichzeitig aber ein Drittel der eingeworbenen Summe für Kosten wie Werbung oder Vertrieb draufgeht

Tipp 2

...der Initiator bislang noch keine erfolgreichen Finanzprodukte aufgelegt hat

Tipp 3

...der Initiator nicht nachweisen kann, dass er die versprochenen Renditen im Kerngeschäft erwirtschaftet oder mit Vorgängerprodukten bereits erzielt hat

Tipp 4

...das Objekt, in das investiert werden soll, noch nicht feststeht oder das Anlegergeld als Kredit an andere Gesellschaften weitergereicht wird, der Anleger sich also nicht direkt an einer Immobilie oder einem Schiff beteiligt

Tipp 5

...Anleger Geld nachschießen müssen, falls das Unternehmen zum Sanierungsfall wird

Unter anderem versuche die Behörde, eine Hand auf die ehemalige Villa von Lebemann und Fotograf Gunter Sachs in Schweinfurt und das trendige Frankfurter Hotel und Restaurant Gerbermühle zu bekommen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Mittwoch zu Reuters. „Wir werden versuchen, Zugriff auf die Grundstücke zu bekommen.“

Bei den Durchsuchungen sind unter anderem zahlreiche Säcke mit Geld sichergestellt worden. Insgesamt hätten sich in den Säcken allerdings nur rund 5000 Euro befunden, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt. Auch in München seien Immobilien durchsucht worden. Dabei habe es sich aber Büroräume von Zeugen und nicht von Beschuldigten gehandelt.

Kommentare (3)

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Reverend

21.02.2013, 12:40 Uhr

Gespannt darf man sein, ob im Zuge der Ermittlungen auch die Hintermänner aufgedeckt werden. Um ein System diesen Ausmasses zu entwickeln und zu instalieren, bedarf es mehr, als zwei mit Sterioden vollgepumpten Buben. In den Strukturvertrieben immer das gleiche Modell. Underdogs zeigen anderen Underdogs wie sie " erfolgreich " werden können. Wer allerdings so viel kriminelle Ernergie hat, versucht doch möglichst nicht aufzufallen. Dafür sind Elefanten freilich der falsche Weg. Für diesen Zweck zwei Gesltungssüchtige als spätere Bauernopfer zu instalieren, denen es an den Kragen geht, wenn es dann endlich so weit ist, liegt auf der Hand. Den Thomas Kramer erkennt man auch leicht auf den Fotos ( die verräterische Fönwelle ).
Ich habe da genug Vertrauen in unsere Ermittlungsbehörden. Aber immer wieder erstaunlich.
Gruß aus Nürnberg

HDBohlmann

21.02.2013, 13:59 Uhr

Ein echter Skandal!
Wenn man den Brancheninsidern glauben schenken darf, ist das ganze wohl schon seit 18 Monaten bekannt. Leider, leider, leider sind die Leitmedien ein wenig spät dran. Der Schwindel wurde schon vor Jahren bemerkt und veröffentlicht. Und zwar am 03.03.2010 von www.gomopa.net unter dem Titel: Lebensversicherung oder Bausparvertrag verkaufen - doppelten Rückkaufswert erzielen - ein damaliges Angebot der S&K.

Benutzername

21.02.2013, 14:27 Uhr

...ganz egal ob s&k, proventus, dvag oder sonstige spassvereine - fakt ist, solange irgendwo eine provision gezahlt wird und die menschen ihrer gier und ihrem egoismus hinterher rennen, wird es solche schlagzeile und ermittlungen geben! schade, dass es in deutschland immer so schön lange dauert, bis jemandem auffällt dass irgendwer relativ schnell, relativ viel geld verdient... ein hoch auf die stets bemühten deutschen jutizbeamten, geldwäschebeauftragten und finanz-kontroll-spezialisten.

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