Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.01.2005

11:49 Uhr

Verkäufer wollen Randgeschäftsfelder los werden

Ausländische Finanzinvestoren mögen deutschen Immobilienmarkt

Leerstand und sinkende Mietpreise kennzeichnen den Immobilienmarkt in vielen deutschen Städten. Von einem Boom wie in Großbritannien oder Spanien ist seit Jahren nichts zu spüren. Dennoch haben ausländische Private-Equity-Investoren gesteigertes Interesse an deutschen Wohn- und Gewerbeimmobilien.

HB FRANKFURT/MAIN. Sie wittern das große Geschäft bei einem späteren Verkauf an die Mieter oder einer Rückmietung durch den bisherigen Besitzer. So vergeht kaum noch ein Monat, ohne dass ein großer Finanzinvestor einen Deal perfekt macht. Die Verkäufer, meist Konzerne und Banken, schlagen selbst mit Verlust gern zu, um ihre Gebäude los zu sein.

Jüngstes Beispiel ist die Deutsche Bank: Kurz nach Weihnachten trennte sie sich von 109 überwiegend selbst genutzten Immobilien in besten Innenstadtlagen kleiner und mittlerer Städte. Käufer war der US-Investor Fortress, der über seine europäische Tochter Eurocastle Investment die Immobilien für rund 300 Millionen Euro erwarb. Knapp ein Jahr zuvor hatte die Deutsche Bank bereits selbst genutzte Immobilien in Deutschland und Europa für mehr als eine Milliarde Euro an die ebenfalls amerikanische Blackstone Group verkauft. Dabei machte sie 100 Millionen Euro Buchverlust.

In beiden Fällen mietet die Bank die verkauften Gebäude zurück (Sale-and-Lease-Back). „Wir müssen nicht Herrscher über viele Immobilien sein, um den Kunden nahe zu sein“, heißt es bei der Bank. Das Finanzhaus wolle sich „aufs Kerngeschäft konzentrieren und die Ausnutzung ihres verfügbaren Kapitals weiter optimieren“. Die Filialen kann sie zu günstigen Konditionen zurückmieten, das dichte Netz von Geschäftsstellen bleibt damit erhalten. Für den Investor ist die Vermietung eine sichere Sache. Zudem spekuliert er meist auf steigende Mietpreise oder den späteren Weiterverkauf mit Gewinn. Auch auf dem Wohnungsmarkt ist der Appetit der Ausländer groß: Im Dezember verkaufte die hoch verschuldete Beteiligungsgesellschaft WCM 31 000 Wohnungen im Wert von rund 1,4 Milliarden Euro an Blackstone.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×