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04.06.2013

17:47 Uhr

Weder Crash noch Rally

Forscher sehen keine Gefahr für den Immobilienmarkt

Der Boom in Metropolen wie München oder Berlin hat viele Investoren angelockt. Deswegen drohe aber keine Preisblase wie einst in den USA, so Wirtschaftsforscher. Eine mögliche Mietpreisbremse wäre kontraproduktiv.

Hausfassaden im Berliner Bezirk Kreuzberg zu sehen: In der Hauptstadt sind die Mieten am stärksten gestiegen. dpa

Hausfassaden im Berliner Bezirk Kreuzberg zu sehen: In der Hauptstadt sind die Mieten am stärksten gestiegen.

BerlinTrotz deutlicher Preissprünge für Häuser und Wohnungen in Deutschland sehen Wirtschaftsforscher keine Gefahr, dass sich eine Preisblase wie einst in den USA oder Spanien aufbläht. Ein Absturz der Immobilienpreise sei nicht zu erwarten, aber auch keine Preisrally, erklärte das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) am Dienstag bei einer Veranstaltung in Berlin.

Für die Verteuerung der Immobilien seien die gute Lohn- und Beschäftigungsentwicklung, die Zuwanderung und der Zuzug in die Städte verantwortlich. Diese Trends seien eine solide Basis für Investitionsentscheidungen. Eine stärkere Regulierung wie etwa eine Mietpreisbremse für Neuverträge lehnte das IW ab.

Wo wohnt man günstig - und wo teuer?

Günstig, Platz 6

Vogtlandkreis
Der Vogtlandkreis im Westen von Sachsen kann mit günstigen Grundstückspreisen aufwarten: In der Gemeinde Ellefeld etwa kostet der Quadratmeter 295,5 Euro.

Günstig, Platz 5

Uckermark
Die brandenburgische Uckermark landet auf Platz fünf der günstigsten Regionen Deutschlands. In der Gemeinde Templin wohnt es sich besonders günstig: Hier zahlt man nur 343,8 Euro.

Günstig, Platz 4

Bad Kissingen
Der Kreis Bad Kissingen liegt im bayerischen Unterfranken, nahe an der Grenze zu Hessen und Thüringen. In der Gemeinde Zeitlofs zahlt man wenigsten: nämlich nur 248,3 Euro.

Günstig, Platz 3

Wartburgkreis
Der Wartburgkreis liegt in Thüringen an der Grenze zu Hessen. Günstigster Wohnort ist die Gemeinde Treffurt: Dort kostet der Quadratmeter 242,9 Euro.

Günstig, Platz 2

Kreis Haßberge
Der Kreis Haßberge liegt nördlich des Mains im bayerischen Unterfranken. In der Gemeinde Kirchlauter kostet der Quadratmeter 232,4 Euro.

Günstig, Platz 1

Mansfeld-Südharz
In der Region Mansfeld-Südharz bei Leipzig wohnt es sich am günstigsten - vor allem in der Gemeinde Sandersleben: Dort kostet der Quadratmeter 192,8 Euro. Aber auch in Blankenheim (233,5 Euro), Hettstedt (259,5 Euro) und Friedeburg (267,7 Euro) sind die Preise niedrig.

Teuer, Platz 6

Bitburg-Prüm
Der Kreis Bitburg-Prüm ist der am dünnsten besiedelste Landkreis von Rheinland-Pfalz. Doch im rund 400 Einwohner großen Ort Kruchten kostet der Quadratmeter laut Immobilienscout24 4882,9 Euro.

Teuer, Platz 5

Hamburg
Ein Quadratmeter in der Hamburger Hafencity kostet 5760,2 Euro. Ein wenig günstiger lebt es sich im Bezirk Harvesthude (5168,8 Euro).

Teuer, Platz 4

Norderney
Die ostfriesische Insel Norderney wartet mit hohen Grundstückspreisen auf. Für einen Quadratmeter zahlt man 6578,8 Euro.

Teuer, Platz 3

München
Der Münchener Bezirk Lehel landet auf dem dritten Platz. Dort kostet der Quadratmeter 6947,6 Euro. Auch die Bezirke Altstadt (6918 Euro), Maxvorstadt (5848,2 Euro), Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt (5445,1 Euro) und Schwabing-West (5441,5 Euro) haben hohe Grundstückspreise.

Teuer, Platz 2

Rathsweiler
Im Kreis Krusel in Rheinland-Pfalz liegt der Ort Rathsweiler: Dort kostet der Quadratmeter 6951,3 Euro.

Teuer, Platz 1

Sylt
Die Gemeinde Kampen auf der Insel Sylt hat die teuersten Grundstückspreise Deutschlands: Der Quadratmeter kostet hier 12.605 Euro.

Quelle

Quelle: Immobilienscout24; Referenzobjekt: eine Wohnung mit 80 Quadratmetern, 3 Zimmer, 30 Jahre alt.

"Gegen eine Blase spricht auch die grundsolide Finanzierungskultur in Deutschland", erklärte das IW. Das Kreditvolumen hierzulande habe seit 2010 nur um vier Prozent zugelegt. Der Kreditanteil an der Finanzierung sei sogar von 80 Prozent im Herbst 2009 auf 78 Prozent im Frühjahr 2013 gesunken. Viele Bauherren nutzten zudem die niedrigen Zinsen zur schnelleren Tilgung ihrer Darlehen.

Mittelfristig wird sich die Lage auf dem deutschen Immobilienmarkt nach Einschätzung des IW wieder entspannen. Der Preis für eine Eigentumswohnung sei seit 2010 bundesweit im Durchschnitt zwar um 8,3 Prozent gestiegen. Deutliche Preissprünge habe es aber nur in den Metropolen München, Hamburg, Berlin und Frankfurt gegeben. Im Zeitraum von zehn Jahren verbuchte Berlin demnach mit einem Anstieg um rund 50 Prozent die stärkste Verteuerung von Eigentumswohnungen.

Als kontraproduktiv kritisierten die IW-Forscher die von SPD und Grünen und jüngst auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgeschlagene Deckelung des Mietenanstiegs bei Mieterwechseln. Eine Mietpreisbremse werde "nur Investoren verschrecken und die Wohnungsknappheit vergrößern", erklärte das IW. Der Boom in den Metropolen habe Investoren angelockt, so dass mehr gebaut werde und Angebot und Nachfrage sich mittelfristig wieder annäherten.

Von

rtr

Kommentare (1)

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kellerpfeifer

04.06.2013, 18:20 Uhr

nullansagen unsrer forscher

wenn der arbeitsmarkt in berlin mit dem nächsten konjunkturabschwung in die knie geht hilft nur noch forschheit.

damals hamn die banken in der stadt in sachen immobilienfinanzierung milliarden verloren
nafang der 90er hatten wir hier schon mal nen run der sich dann in der mitte mit abstürzenden kaufpreisen und baupleiten bemerkbar machte

nachsicht ist der papa der träume

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