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20.05.2012

12:44 Uhr

Wohneigentum

Immobilienpreise weiter auf Wachstumspfaden

VonAnne Wiktorin

Die Zinsen sind niedrig, die Mieten hingegen steigen immer weiter: Das ermuntert die Deutschen zum Immobilienkauf. Besonders groß ist die Nachfrage in wirtschaftsstarken Ballungsgebieten.

Sanierte Altbauten aus der Gründerzeit erfreuen sich bei Käufern besonderer Beliebtheit. ZB

Sanierte Altbauten aus der Gründerzeit erfreuen sich bei Käufern besonderer Beliebtheit.

KölnDie Preise für Häuser und Wohnungen in Deutschland sind auch im zurückliegenden ersten Quartal 2012 gestiegen. Dies zeigt der vom Verband deutscher Pfandbriefbanken (VDP) ermittelte Preisindex für selbst genutztes Wohneigentum. Er stieg in den ersten drei Monaten des Jahres um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal und liegt jetzt bei 112 Punkten. Im Zwölfmonatsvergleich legten die Preise sogar um 2,6 Prozent zu. Mit einem Plus von einem Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2011 verteuerten sich Ein- und Zweifamilienhäuser überdurchschnittlich stark; für Eigentumswohnungen zahlten Käufer im Bundesdurchschnitt 0,5 Prozent mehr als noch Ende vergangenen Jahres.

Auch im April war keine generelle Trendwende in Sicht, wie der Verlauf des monatlich vom Internetportal Immobilienscout 24 ermittelten Index IMX zeigt. Für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen - jeweils unterschieden in Neu- und Altbau - bildet der IMX die Entwicklung der Angebotspreise für Wohnimmobilien in Deutschland ab. Danach verlangsamte sich der Preisanstieg bei Ein- und Zweifamilienhäusern, während Bestandswohnungen binnen Monatsfrist gleich um 0,7 Prozent im Wert zulegen konnten.

Die seit nunmehr fast zwei Jahren zu beobachtende Aufwärtsbewegung auf dem deutschen Markt für Wohnimmobilien sei vor allem nachfragegetrieben, kommentiert VDP-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt die Statistik. "Angesichts günstiger Einkommens- und Konjunkturperspektiven sowie der historisch niedrigen Zinsen sind die Rahmenbedingungen etwa für junge Familien sehr attraktiv."

Das bestätigt das aktuelle Ergebnis der seit 2010 dritten Umfrage des Immobilienvermittlers Interhyp unter 6 700 Kaufinteressenten. Gut 41 Prozent der Befragten - ähnlich viele im Jahr 2011 - gaben an, dass sie vor allem die günstigen Konditionen für Baugeld nutzen wollen. Deutlich größer geworden ist allerdings mit 37 Prozent der Befragten der Anteil von Käufern, die durch den Kauf von Haus und Wohnung vor allem steigenden Mieten entgehen wollen. 2011 war das nur für 29 Prozent die Kaufmotivation.

"Die Nachfrage konzentriert sich auf die wirtschaftsstarken Ballungsgebiete", beobachtet VDP-Hauptgeschäftsführer Tolckmitt. Dies schlägt sich in der Statistik nieder: "Das Preiswachstum wird in den Metropolen erzeugt", erklärt Michael Kiefer, Leiter der Immobilienbewertung bei Immobilienscout 24. Einig sind sich die Experten auch in ihrer Prognose weiter steigender Preise. Anzeichen für eine Blase jedoch sehe der VDP jedenfalls auf Basis der verfügbaren Daten nicht, betont Tolckmitt: "Ein von den wirtschaftlichen Fundamentaldaten abgekoppelter Preisanstieg ist bislang jedenfalls nicht erkennbar."

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Kommentare (1)

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20.05.2012, 13:25 Uhr

"Das ermuntert die Deutschen zum Immobilienkauf."
Das hört sich ja fast nett an.
Ich glaube, ein gehöriger Teil Schwarzgeld aus dem Ausland heizt die Preise von Immobilien in interessanten Lagen Deutschlands nicht nur ein wenig an. Die deutschen Käufer und Mieter kann das nicht freuen, nur die Eigentümer freut es !

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