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06.01.2012

15:50 Uhr

Wohneigentum

Warum die Preise für Immobilien bald kräftig steigen

VonReiner Reichel

Wer ein Haus oder eine Wohnung kaufen möchte, sollte nicht mehr lange warten. Noch ist Baugeld billig. Und die Preise für Immobilien dürften weiter steigen. Was Immobilienkäufer jetzt wissen sollten.

Neubauten am Riedberg in Frankfurt am Main: Die Lage ist für die Wertsteigerung entscheidend. dapd

Neubauten am Riedberg in Frankfurt am Main: Die Lage ist für die Wertsteigerung entscheidend.

DüsseldorfFür Eigenheimbesitzer und Wohnungsvermieter hat Reiner Braun, Vorstand der Immobilienberatungsgesellschaft Empirica, eine gute Nachricht: „Es geht so weiter, wie in den vergangenen beiden Jahren. Die Wohnungsmieten und die Preise für Eigentumswohnungen werden in diesem Jahr weiter steigen.“

Für Ein- und Zweifamilienhäuser erwartet Braun dagegen stagnierende Preise. „So stark wie im vergangenen Jahr werden die Wohnungspreise allerdings nicht zunehmen“, gießt Andreas Schulten, Vorstand der Bulwien-Gesa, etwas Wasser in den Wein. Bulwien-Gesa ist wie Empirica auf Immobilienmarktanalysen spezialisiert.

Darüber, dass es im vergangenen Jahr mit Mieten und Preisen nach oben ging, sind sich die Analysten einig. Nur bei den Wachstumsraten unterscheiden sich die Ergebnisse aufgrund unterschiedlicher Erhebungsmethoden (siehe Kasten). Die Zeitreihe von Empirica endet zurzeit noch im Oktober 2011. Danach stiegen die Mieten im Vorjahresvergleich um 1,5 Prozent, die Preise für Eigentumswohnungen sogar um 4,9 Prozent. Der Mietspiegelindex der Beraterfirma F+B Forschung und Beratung für Wohnen, kommt nur auf ein Prozent Mietanstieg im gerade abgelaufenen Jahr.

Bulwien-Gesa wiederum ermittelt per Jahresende 2011 sehr viel stärkere Mieterhöhungen zwischen vier und 4,5 Prozent. Die Preise für Neubau-Eigentumswohnungen kletterten laut Bulwien-Gesa-Statistik sogar um 6,5 Prozent, für Reihenhäuser wurden gut vier Prozent mehr verlangt.

Keinen Dissens gibt es unter den Beobachtern darüber, dass Mieten und Preise in den Ballungsgebieten sehr viel stärker als im Landesdurchschnitt hochgehen. Laut Immobilienanzeigen-Portal Immoscout wurde in Hamburg im November 2011 fast sechs Prozent mehr Miete als ein Jahr zuvor verlangt. In München wurden Neubauwohnungen in der gleichen Zeit um 9,9 Prozent teurer, Bestandswohnungen allerdings 1,3 Prozent billiger.

Nach einer Erhebung der Deka-Bank ist die bayerische Landeshauptstadt die attraktivste Stadt in Deutschland. Zu den Kriterien zählen etwa Arbeitsmarktentwicklung, wirtschaftliche Stabilität und Lebensqualität. Den allenthalben besonders hohen Preisanstieg neuer Eigentumswohnungen erklärt Empirica-Vorstand Braun damit, dass die Zahl der fertig gestellten Neubau-Apartments nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken.

Menschen, die in diesem Jahr an der Schwelle zum Wohneigentum stehen, rät Braun: „Eher bald kaufen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Zinsen noch weiter sinken.“ Zumal die Preise weiter steigen. Nach Brauns Erfahrung reagieren die Menschen häufig zu spät, indem sie sich erst zum Eigentumserwerb entschließen, wenn die Zinsen bereits wieder steigen.

Kommentare (34)

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karstenberwanger

06.01.2012, 16:44 Uhr

Ich kann nur heftig davon abraten jetzt in Immobilien zu investieren. Das wird so manchem das Genick brechen und glauben Sie bloss nicht dass Sie das Geld dem unsicheren Markt entziehen denn geht die EuroKrise weiter (und das wird sie denn sie hat noch nicht mal begonnen), wird der Staat sein Recht laut Grundgesetz einfordern und wie bereits schon einmal in der Geschichte irgendwelche absurden Steuern oder Abgaben auf Immobilien einführen. Hatten wir alles bereits!

Des weiteren werden die Immobilienpreise garantiert steigen aber nur damit sie sehr kurz danach ins bodenlose fallen. Wer aus der Geschichte und anderen Ländern nichts gelernt hat und Lust auf ein Abenteuer mit BadEnd hat sollte JETZT Immobilien kaufen. Kopfkost-Garantie, sicher!

Blase

06.01.2012, 17:16 Uhr

Dem stimme ich vollkommen zu. Niedrige Zinsen haben sowohl in Spanien, GB, USA und China zu einer Blase gefuehrt. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass das Gleich nicht auch in ein paar Jahren in Deutschland passiert.

JaJa

06.01.2012, 17:23 Uhr

Gründe, die eher für sinkende Immobilienpreise in Deutschland sprechen: die demographische Entwicklung und die stagnierenden bzw. sinkenden Realeinkommen bei steigenden Lasten für Eigentümer und Mieter - auch Mieterhöhungen lassen sich bei schrumpfenden Realeinkommen und explodierenden Neben- und Energiekosten kaum noch durchsetzen. Da Deutschland im Gegensatz zu den Südländern ein "Mieterland" ist und immer mehr Mieter auf staatliche Zuschüsse angewiesen sein werden, wird der Staat irgendwann Mietsteigerungen begrenzen müssen, um keine völlige Verelendung des Volkes zuzulassen (was zwar keinen Politiker in der Regierung stören würde), die aber zu Revolten und zivilen Unruhen führen würde.
Der jetzige Immo-Boom ist auch vorwiegend der Angst vor einer Geldentwertung und der Kapitalflucht bzw. -zufluss aus den Südländern geschuldet.
Europaweite Kapitalverkehrskontrollen werden zwangsläufig kommen müssen, so dass ausländischen Anlegern der Immobilienkauf mit Köfferchen voller Bargeld erschwert wird.
Dies und auch neu zu erfindende Steuern und Lastenausgleiche werden den Immobilienmarkt unter Druck setzen...
Nun ja, aber ich will ja niemandem abraten, wo doch das Baugeld soo suuuuper billig ist...

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